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Neuorganisation der Schule Kirchberg: Ein Thema – mehrere Meinungen

Die Schule will sich weiterentwickeln und plant die Einführung einer Geschäftsleitung mit gleichzeitiger Reduktion des Schulrates. Am Mittwoch hat sie darüber an einem Informationsanlass orientiert.
Beat Lanzendorfer
Schulratspräsident Orlando Simeon hatte am Mittwochabend bei der Diskussion rund um den neu geplanten Organisationsaufbau der Kirchberger Schule keinen leichten Stand bei den rund 50 Anwesenden im Toggenburgerhof. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Schulratspräsident Orlando Simeon hatte am Mittwochabend bei der Diskussion rund um den neu geplanten Organisationsaufbau der Kirchberger Schule keinen leichten Stand bei den rund 50 Anwesenden im Toggenburgerhof. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Schule verkommt zur Firma. Dieser Vorwurf war an der Informationsveranstaltung vom Mittwochabend im Toggenburgerhof mehrfach zu hören.

Dreiköpfige Geschäftsleitung vorgesehen

Hintergrund war das Projekt «Weiterentwicklungen der Schuleinheiten der Schulen Kirchberg», das eine Kerngruppe des schulrätlichen Ressorts Führung und Qualität vor zwei Jahren startete. Dieses sieht eine dreiköpfige Geschäftsleitung vor.

Dieser gehört Schulratspräsident Orlando Simeon, ein Geschäftsleiter für die Schule Bazenheid sowie einen für die übrigen Kirchberger Schulen an. Mit dieser Unterteilung werde den Eigenschaften der Dörfer Rechnung getragen. Gleichzeitig soll der Schulrat von neun auf fünf Mitglieder verkleinert werden.

Wie das Projekt, das vom Schulrat, den Schulleitungen sowie dem Gemeinderat grünes Licht erhielt, aussehen soll, darüber wurde an der Informationsveranstaltung informiert. Die Meinungen der rund 50 Anwesenden gingen dabei auseinander. Dabei stellte Gemeindepräsident Roman Habrik klar:

«Wir fällen heute keine Entscheide.»

Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten an der ausserordentlichen Bürgerversammlung vom 23. August.

Gegner kritisieren die hohen Kosten

Hauptargumente der Gegner waren der Verwaltungsapparat, der unnötig aufgeblasen werde und die Kosten, welche, je nach Auslegung, um 70'000 bis 160'000 Franken ansteigen würden. Moniert wurde zudem, dass die Schule zu einer Firma verkommen werde, in der die Kunden – in diesem Fall die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen und Lehrer – unter der neuen Struktur zu leiden hätten.

Dem entgegnete Schulratspräsident Orlando Simeon: «Dem ist nicht so. Durch die Neuverteilung der Aufgaben wird der strategische vom operativen Teil getrennt.» Die Schulleitungen erhielten dadurch wieder mehr Zeit, um sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren.

Betreffend Kosten sehe der Kanton pro 300 Schülerinnen und Schüler eine Schulleitung vor. Bei 1200 Schülerinnen und Schülern stünden Kirchberg 400 Stellenprozente zu. In der Vergangenheit habe die Schule allerdings lediglich deren 355 Prozent ausgeschöpft.

Mit der neuen Organisationsform – vier Schulleitungen / zwei Geschäftsführer – würden 450 Stellenprozente benötigt. Die Aufstockung würde somit lediglich 95 Stellenprozente ausmachen.

Mitglied der Kerngruppe unterstützt Projekt

Während weitere Personen im Saal den nach ihrer Meinung aufgeblähten Verwaltungsapparat kritisierten, gehört Simon Seelhofer, Schulrat und Präsident der FDP Kirchberg, zu den Befürwortern des Projekts:

«Es geht nicht darum, den Schulrat ganz abzuschaffen, sondern diesen von operativen Aufgaben zu entlasten, für die er nicht zuständig ist. Daher ist es sinnvoll, diesen nach der möglichen Umsetzung der neuen Organisationsform zu verkleinern.»

Als Mitglied der Kerngruppe bat er die Anwesenden um Unterstützung für das Projekt, denn es ermögliche ein schnelleres, flexibleres und praxisbezogenes Arbeiten.

Wie kontrovers das Thema diskutiert wurde, war daran zu spüren, dass auch die Meinungen der im Saal anwesenden Vertreter der Schule auseinandergingen. Zugegen waren ebenfalls die vier Präsidenten der Ortsparteien. Während SP und FDP die Änderungen befürworten, stehen SVP und CVP dem Ansinnen kritisch gegenüber.

Beruhigend dürfte das abschliessende Argument von Schulratspräsident Orlando Simeon gewesen sein: «Die neuen Geschäftsleiter müssen eine schulische Ausbildung mitbringen.» Das Thema dürfte auch in den kommenden Wochen für Gesprächsstoff sorgen.

Das weitere Vorgehen

Die für dieses Projekt relevanten Punkte – Anzahl Schulräte, Aufgaben des Schulrates – sind in der Gemeindeordnung geregelt. Eine Änderung derselben kann nur an einer Bürgerversammlung beschlossen werden. Deshalb wird eigens für dieses Projekt am 23. August eine ausserordentliche Bürgerversammlung stattfinden.

Dabei kommen zwei Anträge zur Abstimmung: 1. Reduktion des Schulrates von neun auf fünf Mitglieder. 2. Die Aufgaben des Schulrates sollen in der Gemeindeordnung gelöscht werden, in Zukunft seien sie in der Schulordnung geregelt. Weil die Beschlussfassung der neuen Schulordnung nicht an der Bürgerversammlung vollzogen werden kann, hat der Gemeinderat die neue Schulordnung auf Vorschlag des Schulrates schon am 30. April erlassen.

Die neue Schulordnung wird dem fakultativen Referendum unterstellt, wenn ihr an der Bürgerversammlung am 23. August zugestimmt wird. 256 Stimmen wären für ein Referendum erforderlich. Falls dieses zustande kommt, würde es am 20. Februar 2020 zu einer Abstimmung kommen. Bei diesem Szenario würde sich die Einführung der neuen Schulordnung um ein Jahr verschieben.

Sofern das Referendum nicht ergriffen wird, gilt die Schulordnung nach Ablauf von 40 Tagen als genehmigt. Dann käme es Ende 2019 zur Einführung der neu bestellten Geschäftsführung. Die Verkleinerung des Schulrates würde bei diesem Szenario per 1. Januar 2021 vollzogen. Mitte 2021 soll die Projektgruppe aus den Erkenntnissen des ersten Schuljahres die nötigen Schlüsse ziehen und wo nötig Verbesserungen umsetzen. (bl)

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