Interview

Neues Jodelmusical «Uf immer und ewig»: «Es wird viel gejodelt und getanzt»

Nach «Stilli Zärtlichkeite» folgt das Jodelmusical «Uf immer und ewig». Die Premiere ist in Wattwil.

Interview: Michael Hug
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Spielt wieder eine tragende Rolle: Karin Gwerder aus Ebnat-Kappel, hier mit Erwin Bertschy in «Stilli Zärtlichkeite» 2017.

Spielt wieder eine tragende Rolle: Karin Gwerder aus Ebnat-Kappel, hier mit Erwin Bertschy in «Stilli Zärtlichkeite» 2017.

Bilder: Michael Hug

Am 10. Januar kommt es im Wattwiler «Thurpark» zur Premiere des zweiten Jodelmusicals «Uf immer und ewig». Wiederum sind Toggenburger Akteure auf und hinter der Bühne aktiv beteiligt. Das «Toggenburger Tagblatt» sprach mit dem musikalischen Leiter Simon Lüthi.

Ist das Jodelmusical 2.0 etwas ganz Neues oder eine Fortsetzung des alten?

Simon Lüthi: Nein, inhaltlich ist es eine ganz neue Geschichte. Sie hat mit der Geschichte von «Stilli Zärtlichkeite» nichts zu tun und ist keine Fortsetzung. Auch im OK, im Ensemble und im Orchester gibt es neue Akteure. Es bleibt aber ein Jodelmusical, ein Musical, in dem viel gejodelt, gesungen, getanzt und gebödelet wird und das eine neue Geschichte zum Inhalt hat.

Wer hat diesmal das Drehbuch geschrieben?

Der bekannte Autor Paul Steinmann hat es geschrieben. Die Idee hatte das Produktionsteam um Erwin Bertschy, der mit Ruedi Roth ja auch das erste Jodelmusical initiiert und produziert hatte. Mit Steinmann haben wir einen Autor, der in Sachen Jodeln oder Musik überhaupt eher unbedarft ist, er hat bis dahin Theaterstücke geschrieben. Das war eine neue Herausforderung.

Simon Lüthi, Musikalischer Leiter des Jodelmusicals «Uf immer und ewig».

Simon Lüthi, Musikalischer Leiter des Jodelmusicals «Uf immer und ewig».

Michael Hug

«Stilli Zärtlichkeite», «Uf immer und ewig» – diese Titelfolge lässt eigentlich kein drittes Jodelmusical zu?

Nein, so gesehen nicht. Aber es ist ja wie gesagt keine Fortsetzung der ersten Geschichte. Man könnte selbstverständlich eine dritte Geschichte, ein drittes Jodelmusical machen, unabhängig vonden ersten beiden. Auch eine Fortsetzung wäre ja möglich.

Was tragen Sie diesmal bei?

Ich trage die Musik bei. Ich habe die Lieder zum Teil komponiert und getextet, zum anderen Teil aus existierenden Liedern und Jodeln zusammengesucht, sie dann in die Szenen integriert und für unser kleines Orchester arrangiert. Das war aber zu einem grossen Teil auch eine Teamarbeit, denn beim Zusammenbringen des Drehbuchs mit der Musik und der Handlung auf der Bühne muss man zusammenarbeiten, damit es Spannung und Dramatik gibt. Das war bei «Stilli Zärtlichkeite» anders, da hatte Ruedi Roth das Drehbuch und Teile der Musik geschrieben.

Warum machte man es denn dieses Mal nicht auch wieder so?

Weil Ruedi Roth nicht mehr dabei sein kann. Er ist mit seiner neuen Aufgabe als Wirt auf dem Hemberg ziemlich ausgelastet. Ich bin erst nach reiflicher Überlegung in diese Rolle gerutscht.

Was ist sonst noch neu?

Sieben von zwölf Darstellern sind neu, vier von fünf Musikern sind neu. Sonst hat man wie im ersten Jodelmusical darauf geachtet, dass die Lieder und Jodel aus verschiedenen Regionen der Schweiz kommen wie auch die Darsteller.

Können Sie uns etwas über die Handlung des Stücks verraten?

Es ist eine aus dem Alltag genommene Geschichte, es geht um das Beizensterben. Es geht um einen Landgasthof, die «Harmonie», die nicht mehr so gut läuft wie auch schon. Nun gehen innerhalb der Besitzerfamilie die Diskussionen los: Warum, wieso, was kann man tun, aufhören oder nicht, obskure Figuren tauchen auf und Geld kommt ins Spiel. Auch eine kleine Liebesgeschichte ist miteingeschlossen.

Gibt es ein Happy End?

Das verraten wir natürlich nicht.

Sind wieder bekannte Jodlerinnen und Jodler dabei?

Zum Beispiel aus der Jodlerszene Nicole Herrsche und Ueli Koller, aus der Showszene Barbara Klossner, aus dem Toggenburg Maja Roth, aus dem Muotital Karin Gwerder, die schon letztes mal dabei war. Die zwölf Darsteller kommen aus der ganzen Schweiz von Freiburg bis Appenzell.

Gleich zum Auftakt drei Vorstellungen in Wattwil? Hatten Sie hier beim ersten Jodelmusical so viel Erfolg?

Wir hatten schon bei «Stilli Zärtlichkeite» zur Premiere drei Vorstellungen in Wattwil gemacht. Ich denke, das hat so gut geklappt, dass das Management es daher wieder genau gleich macht.

Das Jodelmusical 2.0

Das erste Jodelmusical «Stilli Zärtlichkeite» zog in den Wintern 2016/17 und 2017/18 über 26 000 Personen in die Säle. Es wurde rund 30-mal an einem Dutzend Spielorten in der ganzen deutschsprachigen Schweiz aufgeführt. Wie beim ersten Musical wird zur Erhöhung der Dramatik auch bei «Uf immer und ewig» ein örtlicher Jodelklub beigezogen. 27 Vorstellungen von Januar bis Mai 2020 sind programmiert. Die Premiere findet wie schon im Jahr 2016 wieder in Wattwil statt.

Spieldaten

Spieldaten im «Thurpark» in Wattwil, jeweils unter Mitwirkung des Jodelklubs Wattwil: Freitag, 10. Januar, 20 Uhr; Samstag, 11. Januar, 13.30 Uhr sowie am Samstag, 11. Januar, 20 Uhr. Weitere Tourdaten und Tickets: www.jodelmusical.ch.