Neues Coworking-Büro in Bazenheid: Das «Büro Mitenand» trifft letzte Vorbereitungen vor der Eröffnung

Interessierte können ab dem 3. August Coworking-Arbeitsplätze, Sitzungszimmer oder einen Seminarraum mieten. Träger ist die Genossenschaft «BüroMitenand-CoWorking im Untertoggenburg».

Natascha Gmür
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Die Verwaltungsmitglieder der Genossenschaft, von links: Remo Sprecher, Patrik Solis und Simon Seelhofer im Büro Mitenand in Bazenheid

Die Verwaltungsmitglieder der Genossenschaft, von links: Remo Sprecher, Patrik Solis und Simon Seelhofer im Büro Mitenand in Bazenheid

Natascha Gmür

Das Coworking-Büro «BüroMitenand» in Bazenheid nimmt Formen an. Beim Gang durch die Räumlichkeiten erklärt Simon Seelhofer, dass zurzeit täglich neue Einrichtungsgegenstände im Büro ankommen.

Heute sei ein Tisch ins Sitzungszimmer gekommen, ab morgen gäbe es WLAN und bald käme der Drucker.

Das Interesse an der Sache brachte sie zusammen

Remo Sprecher wollte als Student nicht immer nach Zürich pendeln, konnte zu Hause jedoch kein Homeworking betreiben. Patrik Solis pendelt pro Tag zweieinhalb Stunden und möchte als junger Vater so viel Zeit wie möglich mit der Familie verbringen.

Trotzdem habe nicht jeder ein Büro zu Hause, weiss Solis, welcher sein Homeoffice während des Lockdowns in der Wäscheküche einrichtete. Simon Seelhofer wollte als Selbstständigerwerbender ein Repräsentationsbüro für den Kundenempfang. Auch der Kontakt zum «Bürogspändli» sei ihm wichtig.

«Der Glaube daran, dass dies eine moderne, zukunftsorientierte Arbeitsweise ist, vereint uns, auch wenn wir einen anderen Hintergrund haben», weiss Seelhofer. Mittlerweile sei im Hintergrund ein bald neunköpfiges Team an der Mitarbeit beteiligt.

Es herrscht kein Hühnerstallfeeling


Das Coworking-Büro befindet sich im Neubau der Regionalwerk Toggenburg AG in Bazenheid. Der Tag der offenen Türe, bei welchem das gesamte Gebäude hätte vorgestellt werden sollen, fiel coronabedingt ins Wasser.

Dieser Anlass soll Anfang 2021 nachgeholt werden. Für das «Büro Mitenand» gibt es am 2. August einen Eröffnungsevent. Ab dem 3. August können erste Interessenten Arbeitsplätze oder ein Sitzungszimmer buchen. Auf die Frage, was aufgrund der Coronakrise alles berücksichtigt werden müsse, meint Remo Sprecher:

«Wir müssen nicht gross umstellen.»

Wenn man die Büropraxis anschaue, würde man sehen, dass die Abstände aus der Natur der Sache heraus bereits gegeben sind. Die Büroräumlichkeiten, welche die Firma Novex einrichtet, seien an sich sehr grosszügig. «Es herrscht kein Hühnerstallfeeling», ergänzt Patrik Solis.

Die Firma Novex nutzt den Raum zur Ausstellung und richtet die Büroräumlichkeiten ein. Somit werden die Möbel fortlaufend ausgewechselt. So seien immer die modernste Technik und die neuesten Büromöbel verfügbar. Den Kunden sei es möglich, Prototypen zu testen und ein Feedback abzugeben.

Planungen begannen bereits vor der Coronakrise

Die Planungen für das Coworking-Büro begannen weit vor der Coronakrise. Trotzdem wurde Remo Sprecher kürzlich angefragt, ob sie Coronaprofiteure seien. «Das muss man mit Vorsicht geniessen», betont er. Das Büro sei noch immer ein Ort, an dem Leute physisch zusammenkommen.

Wenn sich die Situation wieder zuspitze, seien sie genauso betroffen. «Profiteure sind vor allem unsere Kunden und die Arbeitgeber», meint er weiter. Sie würden jetzt erkennen, dass es auch klappt, ohne dass die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer immer physisch vor Ort sei.

«Wir profitieren vom Umdenken der Leute, welche die Alternativen sehen, statt ständig zum Beispiel nach Zürich zur Arbeit fahren zu müssen.» Simon Seelhofer stellt fest:

«Das Prinzip des lokalen Arbeitens, sei es Homeoffice oder Coworking, hat in der Zeit während der Pandemie massiv an Anerkennung gewonnen.»

Es gehe um einen Austausch unter den Coworkern und um ein Miteinander, sind sich die drei Gründungsmitglieder einig. Man könne sich in einer Pause beim Kaffee im Begegnungsraum zu einem ungezwungenen Austausch treffen und so voneinander profitieren.

«Die Idee der Genossenschaft ist die Selbsthilfe», erklärt Patrik Solis. Deshalb hätten sie keinen Verein oder eine kommerzielle AG gegründet. Der Gewinn fliesse wieder in die Genossenschaft zurück.

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