Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Neuer Pfarrer in Kirchberg: Das Heimweh nach der Ostschweiz war stärker

Seit Juli bekleidet der 56-jährige Martin Schweizer das Amt des evangelischen Pfarrers in der Gemeinde Kirchberg. Die Stelle war seit dem Wegzug von Jeremias Treu nach Berlin seit August 2017 verwaist.
Beat Lanzendorfer
Die evangelische Kirche in Kirchberg. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die evangelische Kirche in Kirchberg. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Der Besuch der Olma gab den Ausschlag. Vor einem Jahr, während des kurzen Zwischenstopps mit dem Zug im Bahnhof Wil, fragt Martin Schweizer seine Ehefrau Susann, ob sie sich eine Rückkehr in die Ostschweiz vorstellen könne. Sie konnte.

Weil ihr Ehemann Kenntnis von der vakanten Pfarrstelle in Kirchberg hat, stattet er der Gemeinde ein paar Tage danach einen Besuch ab. Der erste Eindruck hinterlässt Spuren.

Es folgt die Einreichung des Dossiers, ein gutes Gespräch mit den Verantwortlichen und letztendlich der Entschluss in Absprache mit seiner Ehefrau, in die Nähe der einstigen Heimat zurückzukehren.

Kontakt mit der Ostschweiz ist nie abgebrochen

«Die Entscheidung ist uns insofern leichtgefallen, weil wir beide im Kanton Thurgau aufgewachsen sind, dort viele unserer Freunde wohnen und das Heimweh immer stärker geworden ist», sagt Martin Schweizer.

Gelindert wird dieses viele Jahre durch Besuche bei Freunden und Bekannten in der Ostschweiz sowie jährlichen Abstechern an die Olma. Nach fast zwei Jahrzehnten in der Fremde sind Schweizers nun zu ihren Wurzeln zurückgekehrt.

Martin Schweizer ist seit Juli der neue evangelische Pfarrer in der Gemeinde Kirchberg. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Martin Schweizer ist seit Juli der neue evangelische Pfarrer in der Gemeinde Kirchberg. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Aufgewachsen ist der neue evangelische Pfarrer mit seinen Eltern und vier Geschwistern in Bussnang bei Weinfelden. Nach dem Wegzug der Familie nach Trimbach SO besucht er ab dem siebten Schuljahr die Kantonsschule in Olten sowie nach der Rückkehr in den Kanton Thurgau diejenige in Romanshorn.

Im Herbst 1982 schreibt sich Martin Schweizer an der Uni Basel für das Theologiestudium ein. Zuerst muss er die Maturitätsergänzung Typ A (alte Sprachen) nachholen, was das Erlernen von Lateinisch, Griechisch und Hebräisch zur Folge hat. Nach Abschluss des siebenjährigen Studiums entscheidet sich Martin Schweizer bewusst für den «Weg des Pfarramtes».

Nach Absolvierung eines Praktikumsjahres (Vikariat) in Berg TG erhält er die Ordination (Weihesakrament) – was mit der Aufnahme in das Ministerium der Thurgauer Landeskirche gleichzusetzen ist.

Die Familie zieht nach Würenlos

Berg bringt einen weiteren Wendepunkt im Leben. Martin Schweizer lernt dort seine spätere Ehefrau Susann kennen. Nach Stationen als Pfarrer in Matzingen (1990 bis 1996), Bilten und Schänis (1996 bis 1999) sowie Schaffhausen (1999 bis 2007) zieht es die mittlerweile fünfköpfige Familie – zwischen 1994 und 1996 erblicken eine Tochter und zwei Söhne das Licht der Welt – nach Würenlos AG.

Elf Jahre bleibt sie im Kanton Aargau. «Ich hätte mir einen Verbleib im Mittelland vorstellen können, denn wir waren gut vernetzt und hatten uns viele Beziehungen aufgebaut. Wir sind aber beides Ostschweizer, uns fehlten die emotionalen Beziehungen zur einstigen Heimat», erklärt Martin Schweizer die Gründe ihrer Rückkehr. Und weiter:

«Der Gubrist mit seinen vielen Staus wirkte gegenseitig extrem hemmend, wenn es darum ging, uns oder der Ostschweiz einen Besuch abzustatten. Weil wir aber nicht bis zur Pensionierung warten wollten, haben wir uns schon jetzt für diesen Weg entschieden.»

Während Martin Schweizer vor gut zwei Monaten seine Tätigkeit bei der reformierten Kirchgemeinde in Kirchberg aufgenommen hat, ist Ehefrau Susann beruflich ebenfalls angekommen. Sie arbeitet seit dem 1. August am Kantonsspital St. Gallen als Pflegefachfrau.

Gespräche mit den Menschen sind ihm wichtig

Was hat Martin Schweizer als evangelischer Pfarrer in Kirchberg vor? «Ich lasse es auf mich zukommen. Die Kirche besteht nicht nur aus dem Gottesdienst am Sonntagmorgen. In erster Linie habe ich mir vorgenommen, viel mit den Menschen zu reden und ihnen zuzuhören.

Mir ist allerdings auch bewusst, dass dies mit der weitverzweigten Gemeinde und den rund 1500 evangelischen Gläubigen nicht ganz einfach zu bewerkstelligen ist. Trotzdem sollen die Menschen wissen, dass jemand hier ist.» Erste Erfahrungen hat er bereits gemacht, auch mit den Vertretern der katholischen Kirche.

«Ich habe sehr viel ökumenische Erfahrung. Ich hoffe, dass wir die Zusammenarbeit auch hier in der Gemeinde weiter vertiefen können». Abschliessend meint er mit einem Lachen: «Die Aussicht von hier Richtung Alpstein und Säntis ist fantastisch, allein dies sollte Grund genug sein, der Kirche einen Besuch abzustatten.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.