Neuer Pfarrer

Die Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg hat nach sechsmonatiger Vakanz mit Mathai Ottapally wieder einen eigenen Pfarrer

Mit der Pfarrinstallation während des Festgottesdienstes am Sonntagmorgen hat Mathai Ottapally seine Arbeit als Pfarrer aufgenommen – er wechselt vom Sarganserland ins Toggenburg.

Beat Lanzendorfer
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Pfarradministrator Josef Manser (rechts) hat Mathai Ottapally die Willkommensurkunde überreicht.

Pfarradministrator Josef Manser (rechts) hat Mathai Ottapally die Willkommensurkunde überreicht.

Bild: Beat Lanzendorfer

Der Festakt hätte eine grössere Aufmerksamkeit verdient gehabt. Weil die Massnahmen des Bundesrates aber auch bei Gottesdiensten eingehalten werden müssen, konnten bei der Pfarrinstallation von Mathai Ottapally lediglich 50 Gläubige dem Festgottesdienst am Sonntagmorgen in der katholischen Kirche in Kirchberg beiwohnen.

Die Neubesetzung wurde nötig, weil nach der Demission von Pfarrer Albin Rutz der Pfarrerstuhl seit Juli 2020 unbesetzt war. In der Zeit der Vakanz übernahm ab August der Bütschwiler Pfarrer und Dekan Josef Manser als Pfarradministrator die priesterliche Verantwortung für die Seelsorgeeinheit.

Der gebürtige Inder verbindet Kulturen

Josef Manser war es auch, dem die Ehre zufiel, zu Beginn des Festaktes Mathai Ottapally die Willkommensurkunde zu überreichen. «Ab heute hat die Seelsorgeeinheit wieder einen eigenen Pfarrer. Er ist für Sie da und Sie werden für ihn da sein», sagte Manser. Und weiter: «Als gebürtiger Inder verbindet der neue Pfarrer Kulturen.»

Ottapally seinerseits zeigte sich erfreut und möchte so schnell als möglich viele Gläubige persönlich kennenlernen. Die erhaltenen Geschenke – Brot, Wein und Salz sowie Toggenburger Spezialitäten – werde er dafür verwenden, sie mit den Gläubigen zu teilen. «Am liebsten würde ich alle einladen.»

Geschenke für den neuen Pfarrer: Brot, Wein und Salz sowie regionale Spezialitäten.

Geschenke für den neuen Pfarrer: Brot, Wein und Salz sowie regionale Spezialitäten.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die Vorstellung des neuen Pfarrers übernahm Marius Ammann, Präsident des Zweckverbandes der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg. Mathai Ottappally sei in Indien aufgewachsen, habe die Studien in Philosophie und Theologie absolviert und 2005 seine Priesterweihe gefeiert.

Marius Ammann, Präsident des Zweckverbandes der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg.

Marius Ammann, Präsident des Zweckverbandes der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Zwei Jahre später habe er seine Studien an der Universität in Innsbruck fortgesetzt und promovierte mit einer Dissertation in Moraltheologie. Nach fast acht Jahren als Kaplan in der Seelsorgeeinheit Mittleres Sarganserland komme er nun ins Toggenburg. Seinen Wohnsitz wird er im Bazenheider Pfarrhaus haben.

Pater Columban kann sein Pensum wieder reduzieren

Ammann war es ein Anliegen, Pfarrer Josef Manser zu danken: «In der Zeit der Pfarrvakanz in unserer Seelsorgeeinheit durften wir auf deine wertvollen Dienste zählen. Mit dem heutigen Tag beendest du deinen Auftrag und dein Engagement und konzentrierst dich wieder auf deine Arbeit als Pfarradministrator in Bütschwil. Für deine grosse und aufwendige Arbeit als Dekan danken wir dir mit einem Vergelt’s Gott.»

Ammann sprach auch Pater Columban Dankesworte aus, der seit 2017 mit einem 30-Prozent-Pensum in der Seelsorgeeinheit tätig ist. Während der Pfarrvakanz habe er sein Pensum sogar während sechs Monaten auf 50 Prozent erhöht. Nun sei er froh, wieder etwas zurückschalten zu können.

Pfarrer Mathai Ottapally wird umrahmt von Pfarradministrator Josef Manser (links) sowie von Pater Columban.

Pfarrer Mathai Ottapally wird umrahmt von Pfarradministrator Josef Manser (links) sowie von Pater Columban.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die Schlussworte gehörten Pfarrer Josef Manser: «Ich bin hier sehr gut empfangen und aufgenommen worden und danke Ihnen für das Vertrauen, das Sie mir entgegengebracht haben, leider lässt die aktuelle Situation ein Abschiedsfest nicht zu. Ich bin mir aber sicher, dass wir das irgendwann nachholen können.» Mit den Worten «Wer die Gegenwart geniesst, hat in Zukunft eine schöne Vergangenheit», beendete er den Festgottesdienst.

Kirchbürger wollen Vereinigung prüfen

Das neue Jahr bringt auch auf Verwaltungsebene Neuigkeiten und Veränderungen mit sich.

An den letztjährigen ausserordentlichen Kirchbürgerversammlungen haben die Stimmberechtigten einer Vereinigungsprüfung der drei Kirchgemeinden innerhalb der Seelsorgeeinheit zugestimmt.

Ein Ausschuss wird nun ein Gutachten erarbeiten, das sämtliche Fakten betreffend eine Kirchgemeindevereinigung zusammenträgt. Dabei werden die Verantwortlichen von einem externen Prozessberater begleitet.

Resultieren wird ein Gutachten, das den Stimmberechtigten für die vorgesehene Urnenabstimmung im Juni 2021 die Grundlagen liefert.

Danach wird über die Vereinigung der drei Kirchgemeinden im Grundsatz zugestimmt. Anschliessend werden die weiteren Arbeiten so aufgesetzt, dass die neue Kirchgemeinde am 1. Januar 2024 starten kann. (bl)