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Neuer Betriebsleiter der Metzgerei Ochsen in Dietfurt: «Pfiff steht für meine Lebenseinstellung»

Die Suche nach einem neuen Besitzer war eine anspruchsvolle Angelegenheit. Seit Ende des letzten Jahres steht die Metzgerei zum Ochsen unter der Leitung des Kengelbacher Landwirts David Roth.
Anne-Sophie Walt
Die Metzgerei zum Ochsen in Dietfurt ist bekannt für ihre Wurstwaren. (Bild: Anne-Sophie Walt)

Die Metzgerei zum Ochsen in Dietfurt ist bekannt für ihre Wurstwaren. (Bild: Anne-Sophie Walt)

Die traditionsreiche Metzgerei zum Ochsen, die seit über 60 Jahren ein wichtiger Bestandteil von Dietfurt ist, befindet sich seit Anfang November des letzten Jahres in den Händen eines neuen Besitzers. Bruno Gröbli, der das Unternehmen zusammen mit seinem Bruder über Jahre hinweg geleitet hatte, übergab den Familienbetrieb dem Landwirt David Roth aus Kengelbach. Mit Roth als Betriebsleiter steht die Metzgerei erstmals seit ihrem Bau nicht unter der Leitung eines Mitglieds der Familie Gröbli.

David Roth, ein Landwirt kauft eine Metzgerei. Wie kam es dazu?

Bruno Gröbli hat für seinen Betrieb keinen Nachfolger gefunden. Als Landwirt aus Kengelbach habe ich die Metzgerei immer mit Tieren beliefert und stand daher schon längere Zeit in engem Kontakt mit Bruno Gröbli. Angesichts der vertrauten Beziehung zwischen uns beiden hatte ich im Frühling des letzten Jahres die Idee, die Metzgerei zu übernehmen. Der definitive Verkauf ging dann am 2. November des letzten Jahres über die Bühne.

Stehen Sie mit Bruno Gröbli noch in Kontakt?

David Roth (dritter von links) mit seinem Team. (Bild: PD)

David Roth (dritter von links) mit seinem Team. (Bild: PD)

Er wohnt noch im Haus. In der Liegenschaft befinden sich neben der Metzgerei das Restaurant zum Ochsen, das aber nicht mehr in Betrieb ist, sowie eine Wohnung. Bruno Gröbli, der immer noch in den Betrieb integriert ist, übergibt uns die Betriebsleitung stufenweise, damit ein sanfter Übergang gewährleistet werden kann. Als sehr erfahrener Metzger gibt er viel Fachwissen an unser Team und mich als neuen Besitzer weiter, da ich über keine fundierte Ausbildung in diesem Metier verfüge.

Was lässt sich zu der Geschichte der Metzgerei sagen?

Das Gebäude ist aus dem 18. Jahrhundert. Im Jahr 1954 wurde die Metzgerei ausgebaut. Sie wurde 1972 vergrössert und modernisiert. Auch in der Folge wurden immer wieder Sanierungen und Erneuerungen vorgenommen. Die Metzgerei zum Ochsen war stets ein Familienbetrieb, in dem immer Lehrlinge ausgebildet wurden. Im Jahr 1892 übernahm der Grossvater von Bruno Gröbli, Emil Gröbli, die Metzgerei in Dietfurt. Ab 1937 waren es seine Nachkommen Emil und Werner Gröbli und ab 1980 die dritte Generation, Emil und Bruno, die den Betrieb führten. Leider verstarb Emil Gröbli im Dezember 2017 und Bruno Gröbli sah sich dazu gezwungen, eine neue Lösung zu finden. Bruno Gröbli als Metzger und ich als Landwirt harmonierten von Anfang an auch im zwischenmenschlichen Bereich und so konnten wir eine zukunftsorientierte Lösung finden.

Werden Sie vieles so weiterführen, wie es die Familie Gröbli gemacht hat?

Die Erhaltung der Tradition, die Beibehaltung der Rezepte und Spezialitäten ist mir äusserst wichtig. Bruno und Emil Gröbli haben kontinuierlich grossen Wert auf die Modernisierung des Betriebs gelegt. Darunter fällt beispielsweise die elektronische Datenverarbeitung, automatisierte Waagen oder die Erneuerungen, die im Schlachthaus durchgeführt wurden.

Was ist das Erfolgsrezept der Metzgerei?

Bekannt ist die konstante Qualität, die stets im Vordergrund stand. Das Familiäre wird zudem in der Metzgerei Gröbli grossgeschrieben und so kennt man regelmässige Kunden mit Namen. In der Metzgerei arbeiten zwei langjährige Mitarbeiterinnen im Verkauf, die ihrer Tätigkeit nun schon über zehn Jahre respektive seit fast zwanzig Jahren nachgehen. Einer der Metzger hat seine Lehre im Betrieb absolviert und arbeitet seither in der Metzgerei. Mittlerweile ist er etwas mehr als 50 Jahre jung. Ein Fleischfachmann ist auch schon mehr als zwölf Jahre Teil des Teams. Die Mitarbeitenden sind also eine eingespielte Truppe, was sie auch gegen aussen ausstrahlen. Die Angestellten stehen für mich im Zentrum, denn sie sind für einen positiven Verlauf des Geschäftsjahres matchentscheidend.

Welches sind Ihre Spezialitäten?

Am bekanntesten und beliebtesten ist der Fleischkäse. Auch die Jägerwurst erfreut sich bei den Kunden grosser Beliebtheit und wird vor allem in der Adventszeit gerne als Weihnachtsgeschenk gekauft. Weitere Hausspezialitäten sind der Cervelat sowie der Stumpen. Die Metzgerei verkauft lauter kleine Köstlichkeiten, die allesamt hausgemacht sind. Der Slogan des Betriebs lautet «Die Wurstmanufaktur im Toggenburg mit Tradition und Pfiff». Dieser Spruch repräsentiert auch meine Lebenseinstellung. Mit «Pfiff» will ich manifestieren, dass man nach vorne schaut, also zukunftsorientiert und voller Elan durch das Leben geht.

Wie sehen Sie die Zukunft des Betriebs?

Grundsätzlich will ich an unserer Tradition festhalten. Festhalten an dem, was sich über all die Jahre so gut bewährt hat. Mit zukunftsorientierten Produkten und Verkaufsstrategien will ich aber mehr in die Offensive gehen und so das langfristige Überleben des Betriebs langfristig sichern. Zudem will ich die Regionalität gewährleisten, diese Motivation entspringt auch der Tatsache, dass ich aus der Landwirtschaft komme.

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