Neu St.Johann
Neuer Glanz für die Klosterkirche: Katholische Kirchbürger stimmen über zwei Bauvorhaben ab

Auf der Traktandenliste der Kirchbürgerversammlung Neu St.Johann vom Samstag stehen die Innensanierung der Kirche und der Anschluss an den Wärmeverbund. Bei Gesamtkosten von insgesamt über einer Million Franken will der Katholische Konfessionsteil rund 90 Prozent der Kosten übernehmen.

Sabine Camedda
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Das Innere der Klosterkirche Neu St.Johann wurde vor 37 Jahren renoviert, nun stehen eine Innensanierung und die Erneuerung der Elektroinstallationen an.

Das Innere der Klosterkirche Neu St.Johann wurde vor 37 Jahren renoviert, nun stehen eine Innensanierung und die Erneuerung der Elektroinstallationen an.

Bild: PD

Auf den ersten Blick präsentiert sich die barocke Kirche in Neu St.Johann in einem guten Zustand, bauliche Schäden stechen keine ins Auge. Geht man als Betrachter aber ins Detail, zeigt sich an einigen Stellen, dass seit der letzten Innenrenovation 37 Jahre ins Land gezogen sind, die Spuren hinterlassen haben. Zu diesen Stellen gehören die Beleuchtung und die technischen Installationen. Es erstaune wenig, dass diese nicht mehr dem neusten Stand der Technik und teilweise nicht mehr den neusten Sicherheitsvorschriften entsprechen, erklärt Brian Sieben, Präsident des Kirchenverwaltungsrats Neu St.Johann.

Lieber Fernwärme als eine neue Ölheizung

In der Haustechnik zeigt sich weiterer Handlungsbedarf. Die Ölheizung ist alt und muss ersetzt werden. Doch womit? Bleibt man bei einer Ölheizung oder gibt es Alternativen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Kirchenverwaltungsrat intensiv. «Letztlich sind wir zum Schluss gekommen, dass ein Anschluss an die Fernwärme des Holzenergiezentrums Toggenburg in Nesslau die wirtschaftlich und ökologisch sinnvollste Lösung ist», erklärt Brian Sieben.

Der Klosterkomplex, einer der grössten Barockbauten aus dem 17. Jahrhundert der Schweiz, soll ans Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Der Klosterkomplex, einer der grössten Barockbauten aus dem 17. Jahrhundert der Schweiz, soll ans Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Bild: PD

Im Moment halte sich der finanzielle Aufwand einer Ölheizung und eines Anschlusses an die Fernwärme zwar die Waage. Er gehe aber davon aus, dass der Ölpreis, nicht zuletzt wegen der Gesetzgebung, steigen werde. Beim Entscheid habe zudem mitgespielt, dass eine neue Ölheizung in etwa 20 Jahren wieder ersetzt werden müsse. Die Technik beim Wärmeverbund sei diesbezüglich robust und ein allfällig späterer Ersatz des Wärmetauschers wäre viel günstiger als eine neue Heizung.

Auch ökologische Überlegungen haben beim Entscheid mitgespielt. «Wir sparen durch den Anschluss an die Fernwärme rund 70 Tonnen CO2 im Jahr, was dem Verbrauch von mehreren Familien entspricht. Damit können wir einen Beitrag zum Klimaschutz leisten», sagt Brian Sieben. Dass sie zukünftig mit den Ausgaben für die Heizung eine einheimische Genossenschaft unterstützen, von der über die lokale Forstwirtschaft wiederum eigene Kirchbürger profitieren, ist für den Kirchenverwaltungsrat ein weiterer Pluspunkt.

Grosser Teil der Investitionen wird vom Kanton übernommen

Der Bauherrschaft kommt bei diesem Projekt entgegen, dass bereits das Johanneum in unmittelbarer Nachbarschaft des ehemaligen Klostergebäudes ans Fernwärmenetz angeschlossen ist. Sie rechnet mit einer Investition von 150'000 Franken. Der Administrationsrat des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen habe einen grosszügigen Investitionsbeitrag von 100'000 Franken in Aussicht gestellt. Ausserdem gibt es einen Beitrag von Energietal Toggenburg von 3000 Franken. Die Belastung von letztlich 47'000 Franken könnte aus dafür bestimmten Rückstellungen getragen werden, heisst es seitens der Kirchenverwaltung.

Einhergehend mit der neuen Heizung soll die Innensanierung der Kirche in Angriff genommen werden, worüber ebenfalls abgestimmt wird. Die Erneuerung der Elektroinstallationen soll ermöglichen, die Heizung, die Kirchenglocke, die Turmuhr und weiteres automatisch zu steuern, was den Sakristan entlastet. Die Installationen sind so geplant, dass zukünftig Gottesdienste ohne grossen technischen Aufwand gestreamt, also ins Internet übertragen, werden können.

Auch bei einigen Fenstern der Kirche müssen Sanierungsarbeiten vorgenommen werden.

Auch bei einigen Fenstern der Kirche müssen Sanierungsarbeiten vorgenommen werden.

Bild: PD

Im Rahmen der Innensanierung wird eine Trockenreinigung der Raumhülle vorgenommen. Einige Kirchenfenster müssen saniert werden, zudem wird die kirchliche Ausstattung gereinigt und denkmalpflegerisch erhalten. Diese Arbeiten würden unter dem Aspekt der Denkmalpflege stehen, sagt Brian Sieben.

«Unsere Klosteranlage steht als eine der grössten Barockbauten der Schweiz aus dem 17. Jahrhundert unter Bundesschutz.»

Die Kosten für die Innensanierung werden auf über 940'000 Franken veranschlagt. Auch hier gibt es Unterstützung durch den Kanton: Der Administrationsrat des Katholischen Konfessionsteils hat einen Investitionsbeitrag in der gesetzlichen Maximalhöhe in Aussicht gestellt. «Wir sind sehr dankbar über diese Unterstützung durch den Konfessionsteil», sagt Brian Sieben. Die Zusammenarbeit sei sehr unkompliziert und äussert wertschätzend gewesen. Der Kirchenverwaltungsrat sei sich bewusst, dass die Pflege der Klosteranlage für die Kirchgemeinde ohne finanzielle Unterstützung aus St.Gallen kaum möglich wäre.