Nesslau
Ein Erdrutsch war Schuld am Wasserrohrbruch – Reparatur dauert an

Am Montag barst um die Mittagszeit in Nesslau eine Wasserleitung. Dadurch wurden die Reservoirs geleert und die Bevölkerung war kurzzeitig ohne Wasser. Seit 17 Uhr Dienstag ist die Leitung wieder in Ordnung.

Elia Fagetti
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Direkt neben dem Fluss Luteren brach das Rohr. Im Bild sieht man, wo das Wasser in den Fluss floss.

Direkt neben dem Fluss Luteren brach das Rohr. Im Bild sieht man, wo das Wasser in den Fluss floss.

Bild: PD

Als die Nesslauerinnen und Nesslauer am Montag den Zmittag kochen wollten, kam kein Wasser aus den Hähnen. Eine Leitung war gebrochen, wie Herbert Louis, Verantwortlicher für die Wasserversorgung der Gemeinde, gegenüber dieser Zeitung bestätigte. Der Schaden passierte in steinigem Gelände in der Nähe der Luteren. Weil das Wasser ungesehen in den Fluss lief, habe es einen Moment gedauert, bis die Verantwortlichen reagieren konnten. Dass die Reservoirs im betroffenen Gebiet leer liefen, konnten sie aber nicht mehr verhindern.

Im Einsatz stand am Montag auch die Feuerwehr. Sie habe zuerst dabei geholfen, das Leck zu suchen, sagte Herbert Louis am Dienstag. Verantwortliche der Feuerwehr seien aber auch auf Platz gewesen, weil das Löschwasser ebenfalls aus den Reservoirs bezogen wird. Gemeindepräsident Kilian Looser betont, dass bei einem solchen Ereignis auch der Feuerschutz sichergestellt sein müsse. Entsprechend sei die Situation jeweils dauernd zu analysieren und zu beurteilen. Diesbezüglich habe aber durch den Wasserrohrbruch am Montag keine Gefahr bestanden, die Löschwasserreserve musste nicht angetastet werden.

Schon haarfeine Risse können zu Brüchen führen. Hier sieht man einen Bruch aus Rehetobel.

Schon haarfeine Risse können zu Brüchen führen. Hier sieht man einen Bruch aus Rehetobel.

Bild: PD

Reparaturen dauern noch an

Weil der Bruch an einem «ganz dummen Ort» passierte, wie Louis sagte, konnte er nicht sofort geflickt werden. Wie lange die Reparaturen noch dauern, konnte der Wasserchef nicht genau sagen. Als diese Zeitung ihn am Tag danach erreichte, war er zusammen mit einem Team und einem Bagger gerade dabei, die Bruchstelle genau zu lokalisieren. Louis hofft, dass die Reparaturen bis spätestens Mittwochabend abgeschlossen sind.

Kilian Looser ist Gemeindepräsident von Nesslau.

Kilian Looser ist Gemeindepräsident von Nesslau.

Bild: PD

Gemeindepräsident Looser erklärt, warum es zum Bruch kam: Ein Erdrutsch hat die im Boden liegende Leitung mitgerissen. Wegen des gerutschten Hangs seien die Aufräumarbeiten mit Schwierigkeiten verbunden.

Die 58 Kilometer langen Leitungen in der Gemeinde werden regelmässig saniert, wie der Wasserchef sagt. Allerdings aufgrund dieser Länge immer nur Stück für Stück. Doch das verhindere nicht automatisch einen Rohrbruch. Louis sagt:

Herbert Louis, Brunnenmeister von Nesslau

Herbert Louis, Brunnenmeister von Nesslau

Bild: PD
«Die Leitungen sind gegen die 100 Jahre alt.»

Wie Gemeindepräsident Looser sagt, gebe es in der ganzen Gemeinde Nesslau etwa fünf bis zehn Rohrbrüche pro Jahr. Das sei nichts Ungewöhnliches. Speziell am Vorfall vom Montag war, dass eine Hauptleitung beschädigt wurde. Als Folge davon lief innert kurzer Zeit die Trinkwasserreserve in drei Reservoirs aus. Ein Teil des Dorfes Nesslau hatte dadurch während einiger Stunden kein Wasser. Einzelne Liegenschaften in höher gelegener Lage wie dem Ortsteil Bühl mussten am Montagabend noch länger warten.

Kilian Looser schreibt dieser Zeitung am Mittwochmorgen, dass die Leitungen seit Dienstag 17 Uhr die Leitungen wieder repariert seien.

Wasserversorgung seit Anfang Jahr Thema

Die Wasserversorgung in Nesslau war schon zu Beginn dieses Jahres bei einer Abstimmung Thema. Am 11. April sagte die Bevölkerung mit 733 zu 33 Stimmen Ja zu einem Kredit von 1,877 Millionen Franken für ein neues Reservoir in Stein und die Sanierung der Leitungen vom Reservoir ins Dorf. Das alte Reservoir wurde in den 1950er-Jahren nach einem verheerenden Dorfbrand erbaut und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Eine Abklärung ergab, dass ein Neubau die bessere Lösung als eine Sanierung ist.

Auch ein Teil der alten Wasserleitungen muss erneuert werden. Die 1,3 Kilometer langen Rohre aus Eternit, die vom Reservoir bis nach Stein führen, sollen in drei Etappen von 2021 bis 2023 durch Gussrohre ersetzt werden.

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