Nesslau
Kantonsrat sagt in erster Lesung Ja zur neuen Luteren-Brücke

Der Neubau der Brücke auf der Schwägalpstrasse oberhalb von Ennetbühl gab am Montag im Kantonsrat viel zu reden. Die Kritik: Die Pläne werden der Sicherheit des Langsamverkehrs nicht gerecht. Trotzdem wurde ein Rückweisungsantrag abgelehnt.

Martin Knoepfel
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Die Luteren-Brücke.

Die Luteren-Brücke.

Bild: Sabine Camedda

Der Kantonsrat sagte an seiner Sitzung am Montagnachmittag unter anderem Ja zum Neubau der Luteren-Brücke auf der Schwägalpstrasse oberhalb von Ennetbühl. Ein Antrag der Grünen, die das Projekt an den Regierungsrat zurückweisen wollten, wurde abgelehnt. 19 Ja-Stimmen standen 78 Nein gegenüber. Dazu kamen fünf Stimmenthaltungen aus den Reihen der Grünliberalen. Diese monierten, dass sie zu wenig Informationen hätten, ob eine Sanierung der alten Brücke genügend geprüft worden sei. Zudem nütze der Neubau fast ausschliesslich dem motorisierten Verkehr.

Grüne für Tempolimite 50

In die gleiche Kerbe schlugen die Grünen. Sie erhofften sich von einer Rückweisung eine bessere Berücksichtigung der Anliegen der Fussgänger und Velofahrer. Nach Ansicht der Grünen braucht es auf einer neuen Luteren-Brücke einen Veloweg, einen Zebrastreifen für die Wanderer sowie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 50.

Alle anderen Fraktionen sprachen sich für das Projekt aus. Ivan Louis (SVP, Nesslau) wies darauf hin, dass das Projekt die Linienführung der Strasse verbessere. Karl Brändle (CVP, Bütschwil) erklärte die Kostensteigerungen gegenüber den ersten Berechnungen damit, dass die Fundamente der alten Brücke schlechter seien als angenommen. Der Sprecher der FDP wies darauf hin, dass die heutige Brücke über 100 Jahre alt sei. Zudem bringe die neue Brücke einen abgetrennten Wanderweg. Die SP ist für die Vorlage, meldete aber wie die Grünen Kritik an der Erhöhung der Gewichtslimite.

Hartmann: Radweg nur hier nicht sinnvoll

Regierungsrätin Susanne Hartmann betonte, dass ein Radweg auf der neuen Brücke nicht sinnvoll sei, weil die Schwägalpstrasse zu wenig breit dafür wäre. Die Fussgänger, welche die Strasse bei der Brücke querten, seien vor allem Wanderer, die bis Ennetbühl das Postauto nähmen.

Auf einer Länge von rund 420 Metern sollen eine neue Strasse und die neue Brücke von rund 100 Metern Länge erstellt werden. Diese kommt talseits der heutigen Brücke zu liegen. Die neue Brücke soll rund 6,6 Millionen Franken kosten. Den Löwenanteil von 6,15 Millionen Franken zahlt der Kanton respektive der Strassenfonds. Die Standortgemeinde Nesslau muss rund 456'000 Franken übernehmen. Die Vorlage kommt nun zur zweiten Lesung in den Kantonsrat.