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Serie

Das Jahr 2018 im Rückblick – April: Wildhaus sagt Nein zu touristischem Leuchtturm

Das Verdikt war klar: Über 60 Prozent der Stimmbürger von Wildhaus-Alt St.Johann sagten im April Nein zu einem Gemeindebeitrag von 7 Millionen Franken an ein neues Hotel in Wildhaus.
Sabine Camedda
Nur ein Modell geblieben: Die Stimmbürger von Wildhaus-Alt St. Johann lehnten eine Beteiligung der Gemeinde am geplanten Jufa-Hotel ab und versenkten damit die Pläne der Investoren und Betreiber. (Bild: PD)

Nur ein Modell geblieben: Die Stimmbürger von Wildhaus-Alt St. Johann lehnten eine Beteiligung der Gemeinde am geplanten Jufa-Hotel ab und versenkten damit die Pläne der Investoren und Betreiber. (Bild: PD)

Von einer Riesenchance sprachen die Befürworter. Zu teuer lautete das Hauptargument der Gegner. Die Diskussion um einen Gemeindebeitrag von 7 Millionen Franken für den Bau eines Hotels in Wildhaus war intensiv. Für den Gemeinderat war klar: «Wir brauchen Impulse und Leuchtturmprojekte mit Ausstrahlung», sagte Gemeindepräsident Rolf Züllig.

Ein neues Hotel hätte solche Impulse schaffen sollen. Mit der ITW-Gruppe und der Jufa-Gruppe hatte die Gemeinde eine Investorin und eine Betreiberin an der Hand. Diese sagten aber von Anfang an, dass sie das Hotel nur mit der Beteiligung der öffentlichen Hand realisieren würden. 7 Millionen Franken hätte die Investition für die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann gekostet, dies bei einem gesamten Investitionsvolumen von 21 Millionen Franken.

Für dieses Geld hätten die Einwohner und die Zweitwohnungsbesitzer Zugang bekommen zu den öffentlichen Bereichen, zu denen, unter anderem, eine Wassererlebniswelt, ein Indoor-Spielplatz, eine Bowlingbahn und eine Mehrzweckhalle gehört hätten. Rolf Züllig sah dies als «wichtiges Freizeitangebot bei schlechtem Wetter».

Parteien gaben Nein-Parole heraus

Der Gemeindebeitrag schied letztlich die Geister. Die SP sprach sich als einzige Partei für ein Ja aus, die FDP und die SVP gaben die Nein-Parole heraus. Man sei nicht gegen ein Jufa-Hotel, schrieb die FDP, aber man sei gegen einen Einsatz von öffentlichen Geldern in diesem Ausmass. «Eine Finanzierung von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen zu einem Drittel aus öffentlicher Hand scheint der Ortspartei zu hoch.»

Auch die SVP wehrte sich nicht gegen das Hotelprojekt an sich. Die Finanzierung zu einem Drittel aus öffentlicher Hand sei «inakzeptabel für uns», schrieb sie in einer Medienmitteilung. Sie befürchtete zudem einen Wettbewerbsvorteil für das neue Hotel. Alle traditionellen, seit Generationen geführten Hotels müssten ihre Investitionen selbst tätigen.

Stimmvolk spricht an der Urne ein klares Nein

Mitte April erfolgte dann der Urnengang. Fast 65 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger gingen an die Urne und sprachen Klartext: 61,8 Prozent lehnten den Gemeindebeitrag ab, 38,2 Prozent legten ein Ja in die Urne. «Das Ergebnis ist eindeutig. Das muss man so akzeptieren», sagte Rolf Züllig am Abstimmungssonntag. Die Verantwortlichen der ITW-Gruppe und der Jufa-Gruppe konnten ihre Enttäuschung nicht verbergen. Es sei ihnen nicht gelungen, die Bevölkerung von ihrem Konzept und den grossen Vorteilen des Jufa-Erlebnishotels in Wildhaus zu überzeugen, schrieben sie in einer Stellungnahme. Für die Jufa, die in Wildhaus den Schritt in den Schweizer Markt unternommen hätte, ist klar, dass sie sich nun einen anderen Standort für ein Erlebnishotel sucht.

Rolf Züllig mochte aber nicht von Gewinnern und Verlierern sprechen. Das Erlebnishotel sei ein Angebot gewesen, um die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann und deren touristisches Angebot weiter zu bringen. Die Konsequenz aus der Ablehnung sei, dass keine grosse Entwicklung – beispielsweise die Steigerung der Anzahl Logiernächte – möglich sei. Der Entscheid heisse aber auch, dass die politische Gemeinde klären müsse, ob sie überhaupt wirtschaftliche Impulse setzen solle.

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