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Nächster Streich des Toggenburger Filmemachers Thomas Rickenmann: Von Alp zu Alp im Allgäu

Seine Filme, die vom Leben auf der Alp handeln, sind nicht nur in der Schweiz beliebt. Das neuste Werk des Ulisbachers Thomas Rickenmann spielt im Allgäu. Es heisst «Im Berg dahuim» und soll 2020 in die Kinos kommen.
Anina Rütsche
Dieser Alpabzug im Allgäu heisst Viehscheid, und statt Toggenburger Trachten werden Lederhosen und Filzhüte getragen. (Bild: PD)

Dieser Alpabzug im Allgäu heisst Viehscheid, und statt Toggenburger Trachten werden Lederhosen und Filzhüte getragen. (Bild: PD)

Es läuft vieles bei Thomas Rickenmann aus Ulisbach, und es läuft gut. Der Filmemacher hat Anfang Jahr sein neustes Werk «S'Bloch» in die Schweizer Kinos gebracht. Den Dokumentarstreifen, der die Geschichte dieses Brauchs aus dem Appenzellerland erzählt, haben bisher rund 13'500 Zuschauerinnen und Zuschauer gesehen. «Eine höchst erfreuliche Zahl», wie Thomas Rickenmann findet.

Thomas Rickenmanns erste Dreharbeiten «Im Berg dahuim» haben im vergangenen Sommer stattgefunden, immer nah dran an Mensch und Tier. (Bild: PD)

Thomas Rickenmanns erste Dreharbeiten «Im Berg dahuim» haben im vergangenen Sommer stattgefunden, immer nah dran an Mensch und Tier. (Bild: PD)

Der nächste Film spielt im Allgäu

Erst kürzlich konnte der 40-Jährige einen weiteren Höhepunkt seines filmischen Schaffens feiern. «S’Bloch» schaffte Ende Oktober den Sprung über die Grenze und feierte Deutschland-Premiere im Kurzfilmtheater Oberstdorf im Allgäu. «Obwohl die Bloch-Tradition in jener Gegend kaum bekannt ist, war der Saal gut besetzt», sagt Thomas Rickenmann rückblickend. Dies habe wohl damit zu tun, dass er sein Schaffen nicht zum ersten Mal im bayrischen Allgäu präsentierte. Schon mit «Alpzyt» war er vor zwei Jahren in Oberstdorf zu Gast. Zustande gekommen war diese erste länderübergreifende Begegnung, weil eine Oberstdorferin via Internet von Rickenmanns Schaffen erfahren hatte und dessen Filme unbedingt in ihre Heimat holen wollte.

Die positiven Rückmeldungen aus Deutschland führten beim Toggenburger zu folgender Erkenntnis: «Die Leute aus dem Allgäu mögen meine Filme, weil das Leben auf der Alp und das Jodeln auch bei Ihnen zum Alltag gehören. Da spielt es absolut keine Rolle, in welchem Land die Geschichte spielt.»

Im süddeutschen Raum mit Drohne unterwegs

Da sowohl «Alpzyt» als auch «S’Bloch» im Allgäu grossen Anklang fanden, beschloss Thomas Rickenmann, sich im Rahmen eines weiteren Kinofilmprojekts detaillierter mit den Gepflogenheiten der Allgäuer Älpler auseinanderzusetzen. «Im Berg dahuim», «Im Berg daheim», lautet der Arbeitstitel. Mehrere Wochen des Sommers 2018 verbrachte der Toggenburger im Süden Deutschlands nahe Oberstdorf, unterwegs von Alp zu Alp, ausgerüstet mit Kamera und Kameradrohne. «Fertig ist das Ganze aber noch lange nicht», hebt Thomas Rickenmann hervor. Derzeit befinde er sich noch immer in der Phase der Projektentwicklung, er feile weiterhin an seinem Konzept und recherchiere intensiv.

Weitere Aufnahmen im Süden Deutschlands sollen nächsten Sommer entstehen, das hat Thomas Rickenmann bereits eingeplant. Er freue sich auf die kommenden Dreharbeiten, da er dabei viel Neues lernen könne und immer wieder Spannendes erlebe.

Doch noch einige Unterschiede beobachtet

Interessant sei beispielsweise gewesen, erzählt Thomas Rickenmann, dass die von ihm besuchten bayrischen Hirten alle paar Tage oder Wochen mit ihrem Vieh von einem zum nächsten Standort weiterziehen, teilweise über weite Strecken, was er in der Schweiz noch nie in diesem Ausmass beobachtet habe. «Bemerkenswert ist auch, dass Hütehunde dort offenbar weniger verbreitet sind als bei uns», sagt der Toggenburger. Zudem unterscheide sich die traditionelle Kleidung im Allgäu in einigen Punkten von den Trachten, die er aus der Schweiz kenne.

Die Bayern trügen nämlich in der Regel Filzhüte und Lederhosen. Gesehen habe er das beispielsweise an der «Viehscheid», wie in der Region um Oberstdorf der Alpabzug im Spätsommer genannt wird. «Das sind riesige Anlässe mit bis zu 10'000 Besucherinnen und Besuchern, richtige Volksfeste», sagt Thomas Rickenmann. «Die Tiere tragen wunderschönen Blumenschmuck und grosse Schellen. So sind viele gute Aufnahmen entstanden, die ich nun für den neuen Film verwenden kann.» Natürlich hofft der Toggenburger, dass sein neustes Werk nach der Fertigstellung im Jahr 2020 nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und allenfalls in weiteren Ländern auf Begeisterung stösst.

Im Winter steht das Marketing im Zentrum

Die kühleren Monate wird Thomas Rickenmann nutzen, um die ersten Aufnahmen und Fotos von «Im Berg dahuim» zu sichten. Besonders wichtig ist ihm aber auch das Marketing: Er plant, seine Alpfilme neu auch in Österreich zu vermarkten. Mitte Oktober hat der engagierte 40-Jährige eine Werbefahrt bei unseren östlichen Nachbarn unternommen, wobei er mit seinen DVDs im Gepäck von einem Kino zum nächsten gereist ist. Eine Vorstellung mit «Alpzyt» hat es in Österreich bereits gegeben, und zwar in Lenzing im Bundesland Oberösterreich, wobei es einmal mehr gut gelaufen sei.

Und auch im asiatischen Raum ist man offenbar auf die Heimatfilme des Toggenburgers aufmerksam geworden: Ein japanischer Fernsehsender möchte «Silvesterchlausen» zeigen. «Das wäre natürlich genial», findet Thomas Rickenmann. «Im Moment laufen noch diverse Abklärungen, vor allem auch ob ich den Film extra auf Japanisch untertiteln muss, steht noch offen.»

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