Nachruf
Wohl niemand kannte Land und Leute in Wildhaus-Alt St.Johann besser als Heinz Müller

Im noch rüstigen Alter von 68 Jahren ist Heinz Müller in Folge einer akuten Herzattacke vom plötzlichen Tod ereilt worden. Allen notärztlichen Bemühungen zu Trotz war keine Rettung mehr möglich.

Franz Bollhalder
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Heinz Müller.

Heinz Müller.

Bild: PD

Heinz Müller hat im jugendlichen Alter von 25 Jahren 1978 seine Arbeit als Grundbuchverwalter und Zivilstandsbeamter in der Gemeinde Alt St.Johann aufgenommen. Es ist seine Lebensstelle geblieben. Die Arbeit im Dienste der Gemeinde und Bevölkerung war für ihn Berufung. Wohl niemand sonst kannte Land und Leute besser als er. Mit der Gemeindefusion erweiterte sich seine Tätigkeit nach Wildhaus.

Durch seinen feinen Charakter, gepaart mit einem fabelhaften Gedächtnis, genoss er das Vertrauen aller Ratsuchenden und jedermann fühlte seine kompetente, objektive Art. Sein Wissen gab er jedoch auch gerne an seine Amtskollegen, insbesondere im Toggenburg, weiter. Viele Lernende erhielten ihre Ausbildung im Gemeindehaus. Und dort eine Lehrstelle zu erhalten, war sehr erstrebenswert, auch im Wissen darum, dass Heinz Müller ein ruhiger, der Sache verpflichteter Lehrmeister sei. Aber auch die zahlreichen Angestellten, die das Grundbuchverwalter-Patent schaffen wollten, genossen unter seiner Leitung diese ergänzende Ausbildung. Viele sind heute angesehene Gemeindebeamte innerhalb des Kantons St.Gallen.

Aber auch ausserhalb des Gemeindehauses stellte er sein Wissen zur Verfügung, sei es als Revisor in Vereinen und Behörden. Als Verwaltungsrat und Kassier der Wasserkorporation Alt St.Johann konnte er sein Wissen im Allgemeinen und spezifisch seine Grundbuch-
Kenntnisse einbringen.

Musiker, Jasser, Wanderer und Skifahrer

Ein gerütteltes Mass an Arbeit gab es also täglich zu erledigen. Den Ausgleich dazu fand er in der Muse, besonders der Blasmusik. Seinem ersten Verein Räfis-Burgerei hielt er bis zum Zusammenschluss mit Buchs die Treue; die Vereine von Alt St.Johann und Wildhaus profitierten von seinem umfassenden Können. Hier fand er auch seine Kollegen, die gerne einen Jass klopften. Und bescheiden wie er war, gab er den Tarif (oder die erzielten Punkte) nach einer mehr oder weniger erfolgreichen Runde durch. In Folge seiner beachtlichen körperlichen Grösse konnte er auf seinen Wanderungen im obersten Toggenburg nicht übersehen werden. Im Winter fiel er auf den Skipisten durch seinen eleganten, stets kontrollierten Fahrstil auf.

Leider und so plötzlich ist die Lebensuhr für diesen feinen, überlegten Mitmenschen abgelaufen. Seine Frau Annelies, seine zwei Söhne Reto und Christoph mit ihren Familien werden ihn schmerzlich vermissen. Wie gerne hätte er seine Grosskinder verwöhnt, hätte er sein Wohnhöckli im Dörfli gepflegt und hätte gar manchen Schwatz mit seinen Mitbürgern gemacht. Seine Lebensspur wird uns alle für eine lange Zeit noch begleiten.