Nachruf
Armin Benz: Eine vielseitig engagierte Persönlichkeit ist tot

In zwei Bänden hat Armin Benz Dutzende von Uzwilerinnen und Uzwilern porträtiert. Jetzt gilt es, auch von ihm ein kurzes Lebensbild nachzuzeichnen. Am Pfingstsamstag ist er nach schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren gestorben. Armin Benz hat als begeisternder Lehrer sowie kulturell und politisch engagierte Persönlichkeit Spuren hinterlassen.

Josef Bischof
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Armin Benz ist tot. Mit ihm verliert Uzwil eine gesellschaftlich, politisch und kulturell prägende Persönlichkeit.

Armin Benz ist tot. Mit ihm verliert Uzwil eine gesellschaftlich, politisch und kulturell prägende Persönlichkeit.

Bild: PD

Armin Benz hat seit 1968 mit einem Unterbruch von drei Jahren bis zu seiner Pensionierung als Lehrer in Niederuzwil gewirkt. Seinen zahllosen Schülerinnen und Schülern vermittelte er nicht nur den im Lehrplan vorgegebenen Stoff. Es war ihm auch ein Anliegen, sie zu aufgeschlossenen und verantwortungsbewussten Menschen zu machen.

Weil er selber gerne und gut schrieb, bekam er die Möglichkeit, in den Journalismus zu wechseln. Während dreier Jahre war er als Redaktor bei der damaligen «Bodensee-Zeitung» tätig. Die Schule aber fehlte ihm. Er kehrte in den angestammten Beruf zurück. Das Schreiben jedoch behielt er bei. Er wurde ein geschätzter Berichterstatter für lokale Zeitungen.

Die gleiche Funktion übernahm er mit dem Aufkommen von elektronischen Medien auch für Infowilplus und die Nachfolge-Plattform Hallowil. Neben flüchtigen Tagesaktualitäten galt sein Interesse auch bleibenden Geschehnissen. In seinem ersten Buch «Vom Bettenauer Weiher zur Thur» machte er auf die Vielseitigkeit der heimischen Region zwischen Oberuzwil und der Thur aufmerksam.

Weggefährten im Blickpunkt

Als geschichtlich interessierter Mensch hat er mehrere Jubiläumsschriften verfasst. Hervorgehoben sei jene zum 75-Jahr-Jubiläum des Eishockeyclubs EHC Uzwil. Auch in den beiden Bänden «Menschen wie du und ich» kommt sein grosser Respekt vor den Leistungen seiner Mitmenschen zum Ausdruck. Mehr als 50 lokale Zeitgenossen hat er darin zusammen mit Mitautoren gewürdigt. Die Vernissage des zweiten Bandes hat er – schon von der schweren Krankheit gezeichnet – noch miterlebt.

Armin Benz hat Beziehungen gepflegt. Das einvernehmliche Miteinander von Menschen und gesellige Anlässe waren ihm wichtig. Er hat sich an Erfolgen von Weggefährten mitgefreut. Aus Anlass der Wahl des Henauers Bruno Cozzio zum Kantonsratspräsidenten liess er ihm auf dem «Gipfel» des Vogelbergs ein Ruhebänklein errichten. Dessen Einweihung war dann wegen der Pandemie sozusagen der Ersatz für die nicht durchführbare Präsidentenfeier.

Einsatz für die Gemeinschaft

An der Vernissage zum zweiten Band mit Uzwiler Persönlichkeiten hat ihm der Sängerbund an der Thur seine Aufwartung gemacht. Das geschah nicht ohne Grund. In diesem Kreis sangesfreudiger Männer hat er nicht nur ein halbes Jahrhundert mitgesungen, sondern auch in verschiedenen Funktionen, darunter als Präsident, mitgewirkt. Tatkräftig hat er sich auch im Verein für Kulturgut seit dessen Gründung eingesetzt. Im Veteranenverein war er bis zu Beginn des laufenden Jahres Präsident.

Armin Benz hat nie ein politisches Exekutivamt ausgeübt. Aber sein Wirken auf politischer Ebene war prägend. Als Vorstandsmitglied der CVP und jahrelang auch deren Präsident hat er politische Entscheide und Wahlgeschäfte vorbereitet und mitbestimmt. In Erinnerung bleiben werden auch seine regelmässigen Auftritte an Bürgerversammlungen. Zwei Jahrzehnte lang hat er sich für einen Radweg zwischen Niederstetten und Henau eingesetzt. Es war ihm vergönnt, an der Eröffnung dieser vor allem für die Niederstetter Schulkinder ausserordentlich bedeutsamen Verbesserung der Verkehrssituation noch dabei zu sein.

Die Krankheit hat ihm in der letzten Zeit das Leben immer beschwerlicher gemacht. Bei wachem Geist ist seine körperliche Kraft geschwunden. Er durfte zu Hause, liebevoll umsorgt und betreut von seiner Frau Elisabeth, Abschied nehmen. Jetzt ist sein Wort verstummt.