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Nachhaltig: Diese Schneiderin kreiert frische Mode aus alten Stoffen

Die dritte Kollektion von Sarah Brümmer wird am 17. und 18. November ausgestellt. Upcycling und «Verwendung statt Verschwendung» lauten die Grundsätze der 21-jährigen Schneiderin aus Lichtensteig.
Flurina Lüchinger
Sarah Brümmer in ihrem Textilatelier. Im Hintergrund ist ein Teil der aktuellen Kollektion zu sehen. (Bild: Flurina Lüchinger)

Sarah Brümmer in ihrem Textilatelier. Im Hintergrund ist ein Teil der aktuellen Kollektion zu sehen. (Bild: Flurina Lüchinger)

An Vorhängen, Teppichen, Decken und Leintüchern verstaubt so einiges auf den Dachböden. Oft sind es aber wunderschön verarbeitete Materialien, schwärmt Sarah Brümmer, selbstständige Schneiderin aus Lichtensteig. Vieles findet man heute so gar nicht mehr im Verkauf. Sie entwirft und näht viele ihrer Kleidungsstücke aus genau diesen Schätzen der Dachböden. Kurz vor der Ausstellung ihrer dritten Kollektion stehen nun die letzten Arbeiten an.

Nach dem Lehrabschluss mit dem Aufbau begonnen

Die 21-Jährige hat nach ihrer Sekundarschulzeit den gestalterischen Vorkurs an der Gewerblichen Berufsschule in St. Gallen absolviert. Darauf folgte eine Lehre in einer Damenschneiderei in Uznach und die berufsbegleitende Maturität. Doch Sarah Brümmer wusste schon früh, dass sie nach ihrer Lehre selbstständig werden will. Eine Woche nach dem Lehrabschluss hat sie mit dem Aufbau ihres kleinen Labels «Schneiderin» begonnen.

Mittlerweile ist das fast zwei Jahre her und es sind zwei Herbst-/Winterkollektionen und eine Frühling-/Sommerkollektion entstanden. Die junge Schneiderin macht nicht nur Eigenkollektionen, sondern auch Änderungen und Massanfertigungen. Die aktuelle Kollektion bringt zwei Premieren mit sich. Einerseits hat Brümmer erstmals auch Männerkleider geschneidert. Andererseits ist es die erste Kollektion, die in einem so grossen Rahmen ausgestellt wird.

Diese Ausstellung ist auch ein Treffpunkt

Im Schleusenhaus, an der Schleusenstrasse 7 in Lichtensteig benötigt sie ein ganzes Stockwerk, um ihre Stücke zu präsentieren. Es sind knapp vierzig Teile. Ihr sei es sehr wichtig, dass die Ausstellung, die am Wochenende des 17./18. Novembers stattfindet, auch als Treffpunkt genutzt werde. Sitzgelegenheiten und vegane Küche laden zum Verweilen ein. Sarah Brümmer ist es bewusst, dass heutzutage eine grosse Konkurrenz an billigen Alternativen besteht, darum verlangt sie für ihre handgemachten Textilien auch keine zu hohen Preise.

In ihrer momentanen Lebenssituation ist dies finanziell möglich, da sie in der Gemeinschaft Wirkstadt in Lichtensteig lebt. Zudem spüre sie aber auch eine gewisse Gegenbewegung zu der schnelllebigen Mode heutzutage. Es gebe viele Leute, die Arbeit der «Schneiderin» deswegen umso mehr schätzen. Ihre Kleider werden gekauft, das sei sehr schön zu sehen, sagt sie.

Aus Räumungen, von Privaten oder aus Brockis

Jede Kollektion beginnt mit einer Vielzahl an Skizzen. Ein gutes Dutzend dieser Skizzen wählt Brümmer aus und macht Schnittmuster dazu. Danach hängt vieles von den Stoffen ab, die sie zur Verfügung hat. Stoffe seien fast die grösste Inspiration für ihre Arbeit, meint sie.

Ein grosser Teil ihrer Stoffe bekommt sie von Hausräumungen, die die Wirkstadt anbietet. Einiges wird ihr auch geschenkt von Leuten, die die Stoffe selber nicht mehr brauchen sie aber auch nicht im Müll haben wollen oder sie kauft bei Privaten und auch in Brockenhäusern ein. Wenig ist neu und mit ihren Kleidungsstücken möchte Brümmer auch aufzeigen, dass es viel Schönes gibt, was schon da ist und auf eine Zweitverwendung wartet. Zweitverwendung ist im allgemeinen ein wichtiges Stichwort für die ganze Wirkstadt, die nicht nur den Wohnort, ein Wagen, sondern auch das Textilatelier für die junge Schneiderin bietet.

«Die Kreationen sollen ein neues Zuhause finden»

Alle ihre Kleidungsstücke sind Unikate und dank Gummibändern oder speziellen Schnürungen grössenflexibel. Es sei ihr wichtig, dass ihre Werke bei einer spezifischen Person gut sitzen und so ein neues Zuhause finden, sagt sie. Ihre Kleidungsstücke sind für alte Menschen genauso tragbar wie für junge. Sie kann sich auch kein Onlineverkauf vorstellen, da dies schnell zu einem unpersönlichen Kauf nebenbei wird.

Wer ein Kleidungsstück von ihr kauft, soll dieses bewusst und mit Freude tun, sagt sie lächelnd. Dass viel Liebe und Einfühlungsvermögen in ihrer Mode steckt, merkt man schnell. Gut verarbeitete Nähte, Schnittmuster mit praktischen Überlegungen und die Liebe zu Details wie Säume oder Knöpfe kennzeichnen die Teile.

Hinweis

Der Kleiderverkauf wird am Samstag, 17. November, von 10 Uhr bis 20 Uhr, und am Sonntag, 18. November, von 10 Uhr bis um 17 Uhr an der Schleusenstrasse 7 stattfinden. Auf Sarah Brümmers Facebook-Account «Schneiderin» gibt es weitere Informationen. Kontakt über E-Mail-Adresse sarahalena@gmx.ch oder Telefon 078 890 03 10.

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