Nach vier Leiterinnen in drei Jahren: Die Stabilität im Libinger Dorfladen ist zurück

Im 300-Seelen-Dorf am Fusse der Kreuzegg sorgt seit sieben Monaten ein Fünferteam dafür, dass die Bevölkerung mit Produkten des täglichen Bedarfs versorgt wird.

Beat Lanzendorfer
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Hans und Marta Aggeler, Sonja Kläger, Nicole Frank, Erika Kuhn und Katja Kläger (von links) haben am Donnerstag gemeinsam eine Zusatzbestellung in Form von Geschenkpäckli erledigt, mit der zusätzlicher Umsatz generiert wird.

Hans und Marta Aggeler, Sonja Kläger, Nicole Frank, Erika Kuhn und Katja Kläger (von links) haben am Donnerstag gemeinsam eine Zusatzbestellung in Form von Geschenkpäckli erledigt, mit der zusätzlicher Umsatz generiert wird.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die Verantwortlichen des Dorfladens in Libingen blicken auf eine Zeit zurück, die nicht einfach zu bewältigen war. Seit gut sieben Monaten sind die personellen Schwierigkeiten aber überwunden.

Nun wird das Verkaufsgeschäft am Eingang des 300-Seelen-Dorfes von fünf Teilzeitkräften geführt, was sich ausgezeichnet bewährt.

Vier Ladenleiterinnen in knapp drei Jahren

Als Vreni Meier im Jahre 2015 in Pension ging und nach mehreren Jahrzehnten zuverlässiger Führung die Ladenleitung des Libinger Dorfladens abgab, war Hans Aggeler, dem neu gewählten Präsidenten der Konsumgenossenschaft, noch nicht bewusst, dass beim Personal einiges an Mehraufwand auf ihn zukommt.

Vier Ladenleiterinnen hat der Verwaltungsrat seither eingestellt, keine blieb länger als eineinhalb Jahre. «Die Gründe ihres jeweiligen Wegzuges waren unterschiedlich», erklärt Aggeler. Die letzte Ladenleiterin begann ihre Tätigkeit am 24.Dezember 2018. Doch schon nach wenigen Wochen stand für sie fest, dass dies hier nicht ihre Lebensstelle sein wird. Fünf Monate später war dann ihr letzter Arbeitstag. Aggeler, der den Entscheid nachvollziehen kann, erklärt:

«Es war ihr bei uns zu ruhig,
zudem war sie mit ihrer beruflichen
Ausbildung überqualifiziert»

Nach diesem letzten Abgang suchte der Verwaltungsrat der Konsumgenossenschaft nach Lösungen, um zur einstmals gewohnten Kontinuität zurückzukehren. «Wir hatten das Glück, dass wir auf zuverlässige Aushilfen bauen konnten, die sich in der schwierigen Phase nicht zu schade waren, Zusatzstunden zu absolvieren.» Nebst diesen drei bewährten Kräften konnten zwei weitere Aushilfen eingestellt werden. Nun bilden Michaela Czarnocki als Ladenleiterin, Sonja Kläger, Erika Kuhn, Katja Kläger und Monika Rhyner das Verkaufsteam des Libinger Dorfladens. Die fünf leisten Pensen zwischen fünf und dreissig Prozent.

Vier von fünf Angestellten wohnen im Dorf

Mit Ausnahme von Monika Rhyner, die in Krinau wohnt, kommen alle aus Libingen. «Das ist sicher ein Vorteil, denn bei einem kurzfristigen Ausfall genügt meist ein Telefonanruf, um den Engpass zu überwinden», erklärt Aggeler. Im Weiteren steht dem Team des Libinger Dorfladens Nicole Frank als Geschäftsführerin vor. Sie erledigt im Hintergrund die administrativen Belange.

Wie andere Geschäfte auch, spürt der Libinger Dorfladen, der Artikel des täglichen Bedarfs anbietet, den raueren Wind im Detailhandel. Die Gewinnmarge ist gemäss Aussage von Aggeler derart gering, dass grössere Aktionen gar nicht möglich sind. So versucht man mit attraktiven Anlässen zusätzlichen Umsatz zu generieren. Dazu zählt anfangs Dezember jeweils ein Racletteplausch. Vermehrt sollen in Zukunft auch wieder Weindegustationen angeboten werden.

Geschenkpäckli bringen zusätzlichen Umsatz

Bewährt hat sich auch das Angebot der Geschenkpäckli, die mit Toggenburger und Libinger Spezialitäten gefüllt sind. Allein am vergangenen Donnerstag wurden 130 dieser Geschenkpäckli abgepackt, welche eine Toggenburger Institution bestellt hatte. Hierfür ist sich im Übrigen der Verwaltungsrat der Konsumgenossenschaft nicht zu schade, dem Verkaufsteam unter die Arme zu greifen.

Dies ermöglicht dem kleinen Team, flexibel zu bleiben und individuelle Wünsche zu erfüllen, die bei Bedarf auch geliefert oder verschickt werden. Der Präsident ist sich bewusst, dass anhand der Bevölkerungszahl die Möglichkeiten betreffend Umsatz begrenzt sind. «Einer Mehrheit der Bevölkerung liegt der Dorfladen am Herzen, wir spüren die grosse Solidarität. Wir hoffen, dass dies auch in Zukunft so ist und uns das Verkaufslokal noch lange erhalten bleibt», sagt er abschliessend.