Nach Einsprache neu geplant: Der Büsi- und Papageienhof soll doch noch umziehen können

Nach verschiedenen Projektänderungen liegt nun der Plan für den Neubau des Büsi- und Papageienhofs in der Aachsäge vor. Vereinspräsident Marcel Jung rechnet nicht mehr mit Einsprachen gegen das Bauvorhaben.

Urs M. Hemm
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Durch die Verlegung der Strasse kann das Grundstück für den Neubau optimal genutzt werden. (Bild: Urs M. Hemm)

Durch die Verlegung der Strasse kann das Grundstück für den Neubau optimal genutzt werden. (Bild: Urs M. Hemm)

Zuerst eine jahrelange Suche nach einem geeigneten Standort, dann ein langwieriges Baubewilligungsverfahren mit einer Einsprache gegen das Projekt. Der Umzug des Tierheims Neckertal von Dicken in die Mogelsberger Aachsäge schien unter keinem guten Stern zu stehen. Denn eine Einigung mit dem Einsprecher konnte damals nicht gefunden werden, das Vorhaben schien kurz vor dem Ziel zum Scheitern verurteilt.

Marcel Jung, Präsident Tierschutzverein Büsi- und Papageienhof. (Bild: Urs M. Hemm)

Marcel Jung, Präsident Tierschutzverein Büsi- und Papageienhof. (Bild: Urs M. Hemm)

Nun jedoch liegt der komplett überarbeitete Plan für den Neubau Tierheim Neckertal des Tierschutzvereins Büsi- und Papageienhof in der Aachsäge bei Mogelsberg vor. «Unsere Bemühungen haben sich am Ende gelohnt», sagt Marcel Jung, Präsident des Vereins. Denn das vorliegende Projekt biete keinerlei Grund für Einsprachen. «Sämtliche gesetzlich vorgegeben Grenz-, Strassen- und Gewässerabstände wurden unter optimaler Ausnutzung des Grundstücks eingehalten», versichert Jung.

Strassenverlegung eröffnet neue Möglichkeiten

Die Einsprache damals hätte auch sein Gutes gehabt, sagt Marcel Jung heute. Denn dadurch wären sie gezwungen gewesen, das Bauprojekt völlig neu zu überdenken. «Aufgrund dessen rückte die Strasse ins Zentrum der Überlegungen. Durch deren Verlegung wird diese nicht mehr das Grundstück zerschneiden, was uns neue Möglichkeiten eröffnete.»

So ist ein Gebäude entstanden, in welchem alle betriebsbedingten Räume zentral untergebracht werden können. Dazu gehören neben einer grosszügig bemessenen Voliere je zwölf Boxen für Vögel und Reptilien, zwei Quarantäneräume, eine Krankenbox, Büro- und Aufenthaltsräume, ein Lager, die Futterküche, ein Technikraum sowie ein Pikettzimmer. «Für ein Tierheim dieser Grösse schreibt der Kanton vor, dass rund um die Uhr eine Person anwesend sein muss», erläutert Jung.

«Pächter der ‹Aachsäge› leistet hervorragende Arbeit»

Eigens dafür hätten sie im Neubau eine Wohnung vorsehen müssen. Denn die alte Sägerei und das Wohnhaus der Vorbesitzer bleiben bestehen. Zudem geniessen diese ein lebenslanges Wohnrecht im Haus. «Zum Glück bot sich uns die Gelegenheit, das Nachbargrundstück mit dem Restaurant Aachsäge zu erwerben. In diesem Gebäude gibt es Wohnungen, wovon bereits jetzt eine von einem unserer Mitarbeiter bewohnt wird», sagt Marcel Jung. Das Restaurant selbst bleibe in seiner jetzigen Form bestehen. «Der derzeitige Pächter leistet in der ‹Aachsäge› hervorragende Arbeit, sodass wir ihn unbedingt behalten wollen.»

Beibehalten werden soll auch die Sägerei. Dies samt alter Säge aus den 30er-Jahren. «Wir planen hier den Einbau einer kleinen Küche sowie sanitärer Anlagen, damit wir den Raum für Ausstellungen, Lesungen oder andere kulturelle Anlässe nutzen können», erläutert Marcel Jung. Der raue Charme der Sägerei und die Sichtbarkeit des ursprünglichen Verwendungszwecks der Räumlichkeit solle dabei aber keinesfalls verloren gehen.

1,6 Millionen Franken für das Projekt

Die Strasse soll noch diesen Herbst verlegt werden, damit Ende März, Anfang April mit den eigentlichen Arbeiten begonnen werden kann. Insgesamt koste die Umsetzung des Bauprojekts den Tierschutzverein Büsi- und Papageienhof rund 1,6 Millionen Franken. «Ein Teil davon konnten wir durch Spenden und durch Beiträge von Stiftungen abdecken», sagt Jung. Für die Finanzierung des übrig gebliebenen Betrags sei der Verein auf die Hilfe von Banken angewiesen.

Die Suche nach einem neuen Standort wurde nötig, weil die bestehenden Gebäude in Dicken aus allen Nähten platzen. «Wir haben zurzeit etwa 320 Tiere in unserer Obhut», sagt Marcel Jung. Dazu gehören neben Papageien, Wellensittichen und Kanarienvögeln zahlreiche herrenlose Katzen und Hunde, welche grösseren Raumbedarf haben. Hinzu kommen allerlei Arten von Reptilien sowie Hühner und Gänse, die genügend Auslauf brauchen.

Der geplante Neubau komme aber nicht nur den Tieren zugute. «Wir bilden gegenwärtig vier Lernende zu Tierpflegern aus und drei junge Frauen absolvieren gerade ein Praktikum bei uns. Dazu kommt eine Ausbildungsverantwortliche sowie eine Stelle in der Administration», zählt Jung auf. Solle das Tierheim auch künftig professionell weitergeführt werden, müssen entsprechende Arbeitsbedingungen geboten werden, um für Junge den Job auch neben seinen vielfältigen Aufgaben attraktiv zu gestalten − ein Anspruch, dem jetzt mit dem Neubau Rechnung getragen werden kann.

Frist bis zum 30. August

Die Baugesuchsunterlagen können noch bis zum 30. August beim Bausekretariat Neckertal im Gemeindehaus in Mogelsberg eingesehen werden.

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