Nach dem Umbau: Feierliche Segnung des Altars in der neuen Wattwiler Tageskapelle

Die Katholische Kirchgemeinde Wattwil hat an diesem Wochenende allen Grund zum Feiern: Nach vierjähriger Planung erstrahlt die Kirche in neuem Glanz. Und nicht nur: Es wurde sozusagen ein Raum im Raum geschaffen – der Einbau einer Tageskapelle.

Franz Steiner
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Mit der Tageskapelle wurde sozusagen ein Raum im Raum in der Wattwiler Kirche geschaffen.

Mit der Tageskapelle wurde sozusagen ein Raum im Raum in der Wattwiler Kirche geschaffen.

Bild: Franz Steiner (Wattwil, 11. September 2020)

Die katholische Kirche Felix und Regula verfügt neu über eine Tageskapelle, eine Art Raum im Raum. Das Prunkstück: Der 2,5 Tonnen schwere Altar aus Kalkstein, der aus dem Säntismassiv stammt.

Guido Scherrer, Margrit Stadler, Florian Schällibaum, Andreas Schönenberger und Marlis Kaufmann (von links) freuen sich mit den Ministrantinnen über das gelungene Werk.

Guido Scherrer, Margrit Stadler, Florian Schällibaum, Andreas Schönenberger und Marlis Kaufmann (von links) freuen sich mit den Ministrantinnen über das gelungene Werk.

Bild: Franz Steiner (Wattwil, 11. September 2020)

Am Freitagabend wurde dieser in einer Eucharistiefeier durch den Generalvikar des Bistums, Guido Scherrer, und Pfarrer Andreas Schönenberger im Beisein von Pfarradministratorin Margrit Stadler und dem Architekten Florian Schällibaum mit rund hundert Gläubigen feierlich eingeweiht.

Altar als Zeichen der Kraftschöpfung

Guido Scherrer machte das Segensgebet der drei Altäre zum Thema seiner Predigt. «Wir segnen diesen neuen Altar und feiern an ihm die erste Eucharistie. Das tun wir, indem wir auch des anderen Altars gedenken, dem Altar des Kreuzes. Auf diesem brachte sich Jesus dar für das Heil aller Menschen.»

Der dritte Altar stehe schliesslich im eigenen Herzen. Auf diesem bemühe man sich, Gott zu gefallen.

Ein überzeugendes Ergebnis

Die Präsidentin der Kirchenverwaltungsrats Wattwil, Marlis Kaufmann, ist stolz auf die Anpassungen des Kirchenraums. «Freude dem, der kommt. Friede dem, der hier verweilt. Segen dem, der weiterzieht», sei ein Haussegensspruch, der schön zu dieser Bauvollendung passt, meinte sie.

Um die Arbeiten der inneren Instandsetzungen und den Einbau der Tageskapelle ausführen zu können, musste die Kirche mit dem Beginn der Bauarbeiten Mitte April geschlossen werden. Zuvor hatten die Pläne seit der Krediterteilung eine vierjährige Projektphase zu durchlaufen. So stand unter anderem auch die Erneuerung der Heizungsanlage der 1968 fertig gestellten Kirche Felix und Regula an.

Und es kam der Wunsch auf, den Innenraum an die veränderten Bedürfnisse der Zeit anzupassen. «Deshalb kam die Idee, im mit 700 Plätzen ausgestatteten Kirchenraum sozusagen einen Raum im Raum zu schaffen, wo Feiern auch im kleineren Rahmen möglich sind», betont die Präsidentin. Ein Raum, der einerseits für sich steht und andererseits trotzdem zum übrigen Kirchenraum gehört. Die geschwungenen Holzlamellen gewähren sowohl Abschirmung als auch Durchlässigkeit. So fügt sich die Kapelle ideal ins Konzept des Kirchenraums ein und strahlt eine besondere Atmosphäre aus.

Generalvikar Guido Scherrer und Pfarrer Andreas Schönenberger gestalteten die Eucharistiefeier in der neuen Tageskapelle Wattwil.

Generalvikar Guido Scherrer und Pfarrer Andreas Schönenberger gestalteten die Eucharistiefeier in der neuen Tageskapelle Wattwil.

Bild: Franz Steiner (Wattwil, 11. September 2020)

Gesamtkosten sollten eingehalten werden können

Anstelle der Beichtstühle wurde ein Beichtzimmer erstellt. Die grosse Herausforderung des nun abgeschlossenen Bauwerks ist in einer aufgelegten Broschüre beschrieben. Wenn auch die definitive Abrechnung noch aussteht, können die Gesamtkosten von 1,69 Millionen Franken wohl eingehalten werden.

Zum Schluss dankte Kaufmann all jenen, die das Bauprojekt ideell unterstützt haben, vorab aber dem Architekten Florian Schällibaum, der Dreh- und Angelpunkt war, sowohl was die Entwicklung von Ideen wie auch die Planung und Durchführung betrifft. Aber auch den Handwerkern sei für ihr sorgfältiges und speditives Arbeiten gedankt. Als Erinnerung an die Wiedereröffnung der Kirche konnten die Kirchgänger ein kleines Kreuz – geschaffen aus dem Holz der alten Kirchenbänke – mit nach Hause nehmen. Anschliessend klang der Abend bei Wurst und Brot und Getränken aus.

Morgen Sonntag, 13. September, findet um 10.30 Uhr anlässlich der Wiedereröffnung der Kirche ein Gottesdienst zu Ehren der Kirchenpatrone Felix und Regula statt. Im Anschluss daran sind die Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesucher zum Mittagessen eingeladen.

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