Kommentar

Nach dem Ja zum Klanghaus: Gestärkt in die Zukunft gehen

Das Klanghaus Toggenburg wird als Leuchtturmprojekt bezeichnet und soll den Tourismus im Obertoggenburg beleben. Eine berechtigte Hoffnung.

Sabine Camedda
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Sabine Camedda (Bild: Urs Jaudas)

Sabine Camedda (Bild: Urs Jaudas)

Die Obertoggenburer haben es allen Kritikern gezeigt. Nein, sie sind kein Volk von Nein-Sagern. Ebenso wenig, wie sie sich grundsätzlich allem Neuen verschliessen und unkritisch die SVP unterstützen. Kommt das richtige Projekt, so sind die obersten Toggenburger durchaus offen für Neues. 71,7 Prozent der Stimmbürger von Wildhaus-Alt St. Johann sprachen sich gestern für das Klanghaus Toggenburg aus. Deutlicher geht es kaum.

Mit diesem klaren Votum für das Leuchtturmprojekt des Kantons signalisieren die Einwohner der Standortgemeinde, dass sie vorwärts schauen und als eine starke Tourismusregion in die Zukunft gehen wollen. Dabei scheint es ihnen wichtig, dass das Angebot zu ihnen passt. Authentisch soll das Toggenburg präsentiert werden, mit Brauchtum wie dem stimmungsvollen «Öberefahre» und dem Jodeln, das nicht selten für Gänsehaut sorgt. Dabei will man sich nicht der Moderne verschliessen. Weder im Obertoggenburg noch im Klanghaus, wo es Platz haben wird für jedes Musikgenre. Nicht nur für Jodellieder und Naturtöne.

Mit dem Klanghaus bekommt das Obertoggenburg die Möglichkeit, sich vom Tal hinter der sieben Bergen zu einer Tourismusdestination mit einer klaren Ausrichtung zu entwickeln. Diese Chance gilt es zu nutzen. Die Folge wird trotzdem keine Destination sein, die von Highlife und Mondänität strotzt. Sondern eine, die sanften Tourismus und Erholung bietet. Authentisch eben, wie es zum Obertoggenburg passt.