Nach Coup gegen Frankreich
Toggenburger Nati-Fan im Freudentaumel: Wie ein Wattwiler zum Handschuh von Matchwinner Yann Sommer kam

Beim grossen Fussball-Sommer-Märchen waren sie live dabei: Eine Freunde-Gruppe aus dem Toggenburg reist an der EM der Schweizer Nationalmannschaft nach, um die Spiele live zu schauen. So erlebten sie im Stadion hautnah, wie die Schweiz gegen Frankreich gewann.

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Marc aus Wattwil hat keine Stimme mehr, als er das Telefon am Tag nach dem Schweizer Einzug ins Viertelfinale abnimmt. Zwar hat er im Stadion beim Spiel der Schweiz gegen Frankreich seine Stimme verloren, dafür aber eine Fussball-Trophäe ergattert: Und zwar den Handschuh des Schweizer Goalies Yann Sommer. «Ich konnte einen seiner Handschuhe fangen, als er sie ins Publikum warf», so Marc gegenüber FM1Today. Damit niemand ihm diesen wegnehmen konnte, habe er ihn in seine Unterhose gesteckt. «Ich bin mega stolz darauf, dass ich einen Goalie-Handschuh von Sommer habe.»

«Wir hatten alle Hühnerhaut»

Auf Instagram nennen sich die Fussball-Freunde «Toggenburger EM Trävellers» und dokumentieren ihre Trips zu den diesjährigen Schweizer EM-Spielen. Sie waren sowohl in Rom, als die Schweiz gegen Italien kläglich unterging, als eben auch beim Achtelfinalspiel in Bukarest. Marc:

«Wir sind am Sonntag in Schweizer Fussball-Shirts nach Rumänien geflogen.»

Am Spieltag seien sie früh aufgestanden und in die Innenstadt gepilgert. Die Restaurants hätten ihre Terrassen mit Fahnen geschmückt, um die Fussball-Fans anzulocken. «Es hatte deutlich mehr Schweizer als Franzosen vor Ort», so Marcs Einschätzung. Später im Stadion sei es eskaliert. «Ich habe noch nie einen solchen Match gesehen. Wir hatten alle Hühnerhaut. Es fehlen einem die Worte.»

Nati motiviert, Franzosen passiv

Auf den Rängen habe man gemerkt, dass die Schweizer Nationalmannschaft extrem motiviert gewesen sei. «Bei den Franzosen hatte man das Gefühl, dass sie nicht ganz bei der Sache waren.» Beim 3:3 waren sich die Toggenburger sicher: Jetzt zieht die Schweiz ins Viertelfinale ein.

Keine grosse Party in der Stadt

Nach dem Spiel zogen die Fans in die Stadt. Um Mitternacht schlossen die Bars und Restaurants in Bukarest, die Feier-Stimmung ebbte ab. «Es gab einige illegale Partys», sagt Marc. Doch viel Energie war nicht mehr da: «Das Spiel machte mich fertig. Ich war total am Ende.» Einen Tag später waren er und seine Freunde bereits wieder zurück in der Schweiz.

Die Erholungszeit ist kurz: Am Freitag wird die Truppe wieder beim Viertelfinal-Spiel der Schweiz gegen Spanien in Russland dabei sein. Doch bis dahin holt Marc noch einige Stunden Schlaf nach – vielleicht sogar mit Sommers Goalie-Handschuh unter dem Kopfkissen.