Nach bangen Wochen: Theaterverein Toggenburg kann auftreten

Trotz beeinträchtigter Proben: Der Theaterverein Toggenburg kann das Stück «Der Bettelmann» aufführen. Die Premiere findet allerdings später als geplant statt.

Drucken
Teilen
Bei den Proben: Der Bettler (Edi Heeb) und sein böser Geist (Barbara Tapasco).

Bei den Proben: Der Bettler (Edi Heeb) und sein böser Geist (Barbara Tapasco).

Bild: PD

(pd) Auch im Ensemble des «Bettelmanns» hat man in den letzten Tagen und Wochen gebangt und gehofft, dass die Premiere am 5. September und die folgenden Aufführungen stattfinden können.

Doch die Coronamassnahmen, insbesondere die Abstandsreglen, haben die im Frühling gestarteten Proben starkt behindert. Der Theaterverein Toggenburg hat nun beschlossen, den «Bettelmann» trotzdem dieses Jahr aufzuführen. Jedoch findet die Premiere zwei Monate später, nämlich am 31. Oktober, statt. Diese und sechs weitere Aufführungen finden im «Dömli» in Ebnat-Kappel statt.

Coronakrise bereitete Probleme

Christian Heeb, beim «Bettelmann» Produzent und Regisseur, sagt: «Der ‹Bettelmann› ist eine sehr aufwendige Produktion, und wir müssen dabei auf viele Randbedingungen achten. Die Coronakrise hat uns jetzt im Frühstadium der Proben einige Probleme gemacht, aber wir glauben, dass es nun läuft und wir am 31. Oktober eine fantastische Vorstellung dieses schweren Stücks geben können.»

Das Mysterienspiel «Der Bettelmann» ist eine Adaption des weltbekannten Stücks «Jedermann» von Hugo von Hofmannstal aus dem Jahr 1911. Die Ausgangslage beim «Bettelmann» ist eine andere: In «Jedermann» spielt ein reicher Mann die Hauptrolle, in «Bettelmann» ist es ein Bettler (gespielt von Edi Heeb).

«Der Bettelmann» sei vor 35 Jahren in Lichtensteig aufgeführt worden, erinnert Christian Heeb. «Damals führte mein Vater Regie.» Das Manuskript von Josef Ausserdorfer sei lange Zeit verschollen gewesen. Da kein Verlag in der Schweiz es in seinem Portefeuille hatte, habe er das Textbuch eigenhändig abgeschrieben, sagt Heeb. «Sämtliche Texte sind in Hochdeutsch und als Reime geschrieben worden, eine Herausforderung für unsere Laiendarstellenden.»

Laiendarstellende aus dem Toggenburg

Ein Teil des Ensembles hat Heeb aus dem Theaterverein rekrutiert, andere sind im vergangenen Jahr gesucht worden. Es sind Laienschauspielende mit reichlich Erfahrung aus dem Toggenburg. Insgesamt werden rund 30 Personen zwischen 6 und 70 Jahren auf der Bühne stehen. Als musikalischer Leiter wirkt der Lichtensteiger Musiker Christoph Mauerhofer, der auch einige Stücke komponiert hat. Das Stück hat einen tieferen Sinn, verrät Heeb: «Es geht um einen armen Mann, einen Bettler voller Selbstmitleid, der lieber gehen möchte als bleiben. Er begegnet dem Tod und der nimmt ihn vielleicht mit – oder auch nicht.» (pd)