Musikgemeinschaft Alt St.Johann-Stein: Ein Abend voller beschwingter Melodien

Die Musikgemeinschaft Alt St.Johann-Stein bot am Freitagabend beste Unterhaltung.

Franz Steiner
Hören
Drucken
Teilen
Beim Lustspiel «Dopplet so guet» zeigten die Aufführenden eine reife Leistung.

Beim Lustspiel «Dopplet so guet» zeigten die Aufführenden eine reife Leistung. 

Bild: Franz Steiner

Die Turnhalle war am Freitagabend mit 120 Besucherinnen und Besuchern zu zwei Dritteln gefüllt, als Dirigent Edy Hehli das Konzert mit den rund zwei Dutzend Mitgliedern der Musikgemeinschaft Alt St.Johann-Stein mit dem Stück «Stolzes Alpenland» von Alexander Pfluger eröffnete. Dann ging’s Schlag auf Schlag. Vom gleichen Komponisten folgte «Erhard’s Polka», und mit «Golden Swing Time» folgte ein anspruchsvolles Konzertstück. In «Herzfeuer» wechselten sich schnelle und langsame Passagen in bunter Folge ab. Man fühlte sich in einem Wellental an Gefühlen, ehe nach 205 Sekunden das Feuer des Herzens erlosch und das Korps den verdienten Applaus vom Publikums bekam. Hier durften als Solisten Thomas Bohl und Franz Huser an der Trompete und Benno Bollhalder, Werner Schwizer und Jakob Lieberherr am Tenorhorn ihr musikalisches Können zeigen.

Ein Glücksfall für die Musikgesellschaft

Viel zu erzählen von ihrem langen Musikerleben hätten Arnold «Nöldi» Roth, Werner Huser und Rainer Holzer, die auf 50 Jahre aktives Musizieren in einem Verein zurückblicken dürfen und mit Präsenten für ihre lange Treue zur Blasmusik belohnt wurden. Roth war sogar all die 50 Jahre in der Musikgesellschaft Stein, zuerst am Flügelhorn, dann spielte er Bariton, ehe er nun am Bass für einen guten Klang sorgt. Holzer kam vom Züribiet ins Toggenburg und geniesst in Stein seine Pension – ein Glücksfall für die Musikgesellschaft, wie der Präsident der Musikgesellschaft Stein, Thomas Bohl, erwähnte. Werner Huser war in der Alt St.Johanner Musikgesellschaft vom Trompeter zum Bass umgestiegen und ist Vizedirigent.

Ein Prost auf 50 Jahre aktives Musizieren: Der Präsident der Musikgesellschaft Stein, Thomas Bohl, gratuliert Rainer Holzer, Werner Huser und Arnold Roth (von links).

Ein Prost auf 50 Jahre aktives Musizieren: Der Präsident der Musikgesellschaft Stein, Thomas Bohl, gratuliert Rainer Holzer, Werner Huser und Arnold Roth (von links).

Bild: Franz Steiner

In Anlehnung an die drei Jubilare Arnold Roth, Rainer Holzer und Werner Huser folgte das Stück «Ein halbes Jahrhundert», ehe mit dem beschwingten «Those Were The Days», auf Deutsch «An jenem Tag», folgte. In diesem Stück durften sich als Solisten Christian Forrer an der Trompete und Heinz Müller an der Posaune auszeichnen. Mit «Am Burgenstadel» ging’s im böhmisch-mährischen Stil weiter, ehe vom dankbaren Publikum mit «Südböhmische Polka» von Ladislav Kubes, arrangiert von William Brighton, und «Menzberg», ein Marsch, gleich zwei Zugaben herausgeklatscht wurden.

Ein ordentliches Durcheinander

Hoch zu und her ging es im Schwank «Dopplet so guet» in zwei Akten von Claudia Gysel unter der Regie von Benno Bollhalder. Dass der kautzige Bauer Köbi (Simon Bösch) seinen Hof verkaufen sollte, damit seine Frau Lena (Anita Bischof) sich ein Bad mit Wellness-Sprudelbad leisten könnte, war umstritten. Für Irrungen und Wirrungen sorgten dafür die attraktive Versicherungsangestellte Mia (Andrea Böhi), die den Bauern des Versicherungsbetrugs überführte, die Russin Anastasia (Corinne Böhi), Praktikant Zoltan (Werner Schwizer), die Nachbarin (Sonja Teuscher), eine Zwillingsschwester mit Anita Bischof in der Doppelrolle sowie der schlagfertige Mann mit seinen vielen Talenten (ein weiterer Simon Bösch). Während 70 Minuten bot das Ensemble beste Unterhaltung, und mit einem kräftigen Schlussapplaus wurde die schauspielerische Leistung gewürdigt.