Musik von Giorgio Conte hilft, die Sprachbarrieren zu überwinden

Giorgio Conte und seine Band verzauberten die Gäste von Kultur in Mogelsberg mit italienischen Canzoni, Schalk und viel Charme.

Kathrin Meier-Gross
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Vital, charismatisch und voller Leidenschaft für die Musik: Giorgio Conte.

Vital, charismatisch und voller Leidenschaft für die Musik: Giorgio Conte.

Bild: Kathrin Meier-Gross

«Wir haben uns mächtig darauf gefreut, hier wieder Musik zu hören und Kultur zu erleben», sagte Elfie Wälly am Samstagabend vor vollem Saal. Wobei voller Saal relativ ist. Eigentlich hätten doppelt so viele Gäste im Obergeschoss des ehrwürdigen «Rössli» in Mogelsberg Platz gehabt.

Aber Ralph Jaegle, Präsident des Vereins Kultur in Mogelsberg, hatte coronamässig Zwischenräume gelassen und für eine stete Frischluftzufuhr gesorgt.

«Der Lockdown hatte nicht nur negative Seiten. Wir haben die Zeit genutzt, um den ganzen Kulturbetrieb zu überdenken und neue Ideen zu sammeln. Zwar bestehen immer noch Unsicherheiten, ob wir beispielsweise im Winter die Salsa-Nacht durchführen können. Aber der Vorstand und das Helferteam sind glücklich, dass wieder Kultur gelebt werden kann», sagte Jaegle.

Die Contes, eine musikalische Familie

Wer den Namen Conte hört, denkt zuerst an Paolo, den weltbekannten Cantautore aus Italien. Giorgio ist sein jüngerer Bruder. 1941 im piemontesischen Asti geboren, hörte er, wie sein Papa italienische Volkslieder mit französischen Chansons und amerikanischem Jazz kombinierte.

Bald gründeten die Brüder ihre erste Band, schrieben und komponierten erfolgreich Lieder. Auch beruflich schlugen sie den gleichen Weg ein, beide studierten Rechtswissenschaften. Während Paolo Weltkarriere machte, führte der nebenbei als Autor, Moderator und Schauspieler tätige Giorgio seine Anwaltskanzlei bis in die 90er-Jahre weiter.

1993 entschied er sich endgültig für die Musik und entwickelte seinen unverwechselbaren Stil, eine Mischung aus französischen Chansons, «Roaring Fifties» und «Swinging Sixties». Entsprechend stand der Abend im «Rössli» unter dem Motto: «Rock’n’Roll und Cha-Cha-Cha».

Begleitet wurde die sonore Stimme Giorgio Contes am Samstagabend von drei Musikern am Schlagzeug, Piano und Akkordeon. Sie betonten und umschmeichelten mit melodiösen Klängen, mitreissenden Rhythmen und mit offensichtlicher Leidenschaft und Genuss die Liedtexte.

Romantik, Ironie und ein bisschen Eifersucht

Giorgio erzählte und sang von Alltagsbegebenheiten, manchmal gefühlvoll romantisch, dann wieder mit subtiler Ironie. Von Amore, die mit Pasta zusammenhängt, von Canelloni e Dieta, vom Verlassenwerden und von der jungen, hübschen Ragazza, die er später im Pirelli-Kalender wieder erkennt.

Manchmal mit charmantem Lächeln und einem Augenzwinkern, dann wieder mit todernstem Blick zog Conte sein Publikum in seinen Bann. Mit Begeisterung folgte es seinen Aufforderungen zum Mitsingen, Mitstöhnen, Pfeifen oder Fingerschnippen. Mitreissend waren auch die Klatscheinlagen der Musiker. Zweimal liessen sich die Musiker für Zugaben erweichen, um noch einmal einen Einblick auf die Bandbreite ihres vielseitigen Repertoires zu vermitteln.

«Es war toll. An diesem Abend habe ich zutiefst bedauert, dass ich kein Italienisch kann», bilanzierte eine Dame nach dem Konzert. Auch die weitere Umfrage ergab, dass fast niemand Italienisch, unsere Landessprache, verstand. Contes Musik aber, die hat die Sprachgrenze überwunden und allen einen wunderbaren Abend beschert.