Interview

Junge Singer-Songwriterin Riana tritt  in Ebnat-Kappel auf – Ihr Markenzeichen: «Musik, die einen berührt»

Riana Steinmann aus Appenzell hat im letzten Jahr den «BandXost»-Wettbewerb gewonnen. Jetzt möchte sie das Publikum am Music Festival Factory in Concert in Ebnat-Kappel mit ihren ehrlichen Texten verzaubern.

Sascha Erni
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Sängerin Riana Steinmann lebt etwas ausserhalb von Appenzell. Sie sagt, dass ihre Musik keine Musik zum Party machen sei. (Bild: Sascha Erni)

Sängerin Riana Steinmann lebt etwas ausserhalb von Appenzell. Sie sagt, dass ihre Musik keine Musik zum Party machen sei. (Bild: Sascha Erni)

Riana Steinmann, wie ist es Ihnen seit Ihrem Sieg am «BandXost»-Nachwuchswettbewerb im letzten Dezember ergangen?

Riana Steinmann: Es ist sehr viel passiert. Vor dem ‹BandXost› hatte ich nicht so viel Bühnenerfahrung, besonders auf grossen Bühnen. Mit der Musikindustrie hatte ich gar nichts am Hut. Das habe ich dann nach meinem Sieg in zwei Monaten alles aufgearbeitet und dabei gelernt, wie das so funktioniert mit den Labels und Bookings und Agenturen. Die ersten Anfragen für Auftritte im Sommer kamen schon sehr früh nach dem Finale. Ich tauschte viele E-Mails mit Leuten und Veranstaltern aus.

Dann erledigen Sie das Organisatorische zur Zeit selber?

Ja, ich mache bisher alles alleine. Das wollte ich auch so. Denn ich will verstehen, wie das alles genau läuft.

Teil des Preises war auch eine EP-Produktion.

Die EP nehmen wir ab August in Basel auf, bei Philippe Laffer. Viele, besonders junge Bands, haben schon bei ihm ihre Sachen aufgenommen. Das wird cool, mit ihm zusammen zu arbeiten. Unterdessen war ich auch schon in Zürich bei verschiedenen Labels zu Besuch. Es ist noch nichts Konkretes entstanden. Ich habe das auch nicht forciert. Ich möchte zuerst mal richtig Musik machen. Und dann schauen, was mir davon gefällt und was nicht. Deshalb auch die vielen Auftritte den Sommer über.

Ihre Musik entwickelt sich also weiter?

Schon als ich in den ‹BandXost› kam, dachte ich mir: Ich will nicht wie bisher alleine auf die Bühne. Also hat mich Severin Rusch begleitet. Mittlerweile bin ich unheimlich froh, dass wir zu zweit auftreten, die Musik hat so viel mehr Wirkung. Und die Leute nehmen dich auch mehr wahr, sobald ein Schlagzeug vorhanden ist, statt wenn Du nur zu Gitarre oder Klavier singst. Mit dem Schlagzeug haben wir mehr Fülle, einen anderen Sound. Die Lieder sind etwas rhythmischer geworden. Die Kombination peppt die Songs auf, es passt wirklich schön zur Musik.

Kennen Sie das Musikfestival Factory in Concert schon?

Ich bin dieses Jahr das erste Mal am Open Air, ich kannte es zuvor gar nicht. Das erste Mal da, und ich darf gleich spielen. Der ‹BandXost›-Wettbewerb ist mit verschiedenen Open Airs in direktem Kontakt. Wenn du gewinnst, dann darfst du bei diesen Festivals auftreten. Das Factory gehört dazu.

Was können die Leute am Factory von Ihnen und Ihrer Begleitung erwarten?

Meine Musik ist keine Musik zum Party machen oder zum vor der Bühne abtanzen. Aber es ist Musik, die einem berührt. Die Texte haben Sinn und Bedeutung. Ich probiere damit, mich dem Publikum anzunähern. Die Kombination mit nur zwei Musikern ermöglicht es uns, etwas Besonderes zu gestalten. Ein Klavier/Schlagzeug-Duo kommt nicht so häufig vor. Meistens ist ein Bass dabei, oder Gitarren. Es ist toll, das nur zu zweit zu machen.

Gab es nach Ihrem Wettbewerbsgewinn auch negative Erfahrungen?

Eigentlich nicht, nein. Ich habe das Glück, in einem Zwischenjahr zu sein. Ich kann also diesen Anschub nutzen, denn ich habe die Zeit, Musik zu machen. Allerdings wurde ich etwas ins kalte Wasser geworfen, das war schwierig für mich. Ich hatte ja keine Erfahrung, zu wenig Wissen. Ich habe aber Tag für Tag dazugelernt, jetzt geht es besser.

Hinweis

Music Festival Factory in Concert, 14. bis 15. Juni in Ebnat-Kappel, Alder+Eisenhut-Gelände. Weitere Informationen auf der Website www.factoryinconcert.ch.