Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Goldener Boden: «Motivation ist für mich das Allerwichtigste»

Der Zimmermann Roland Bösch erzählt in der Rubrik «Goldener Boden» des «Toggenburger Tagblatts» über seinen Berufswechsel und den Aufbau seiner eigenen Schreinerei.
Aufgezeichnet von Julia Engel
Roland Bösch vor seinem Geschäftsauto (Bild: Julia Engel)

Roland Bösch vor seinem Geschäftsauto (Bild: Julia Engel)

Die Arbeit mit dem Holz gefiel mir bereits als Kind gut. Schon mein Vater und mein Grossvater arbeiteten beide als Zimmermänner und Schreiner, weshalb ich mir nicht viele Gedanken über andere Möglichkeiten machte. Während der Lehre stellte ich jedoch fest, dass Zimmermann überhaupt nicht mein Beruf ist. Deshalb begann ich nach der Lehre als Schreiner zu arbeiten.

Später entschloss ich mich, mein eigenes Geschäft aufzubauen. «Du bist noch jung und solltest es einfach probieren», sagte ich mir. Im Vergleich zum Angestelltenverhältnis kam viel Neues dazu. Ich war selbst für den Materialeinkauf und dessen Preis verantwortlich. Mein typischer Tag beginnt morgens um 6 Uhr. Ich erledige administrative Dinge, bis ich um 7 Uhr mit meinem Mitarbeiter bespreche, was es zu tun gibt. Danach kümmere ich mich um Servicearbeiten, Reparaturen, Ausmessungen und Montagen. Voraussehbar ist mein Tag jedoch nie, da jederzeit Notfälle passieren können, um die ich mich sofort kümmern muss. Das kann für die Planung herausfordernd sein, aber es macht meinen Alltag abwechslungsreich.

Spezialisiert haben wir uns auf den Innenbereich, das heisst, Küchen, Einbau- und begehbare Schränke, Möbel und Kleinreparaturen gehören in unser Metier. Je länger je weniger gibt es heutzutage noch klassische Schreiner wie uns, die als Allrounder fungieren.

Im Vergleich zu einem Möbelhaus beginnt unsere Arbeit schon lange bevor überhaupt feststeht, was wir genau bauen. Ich bringe dem Kunden eine Idee, dieser kann dann seine eigenen einfliessen lassen. Wir fertigen immer Einzelstücke an, was natürlich auch den Preis etwas erhöht. Unsere Teile kann man dafür bei einem Umzug einfach mitnehmen und natürlich ist im Preis auch der Transport und die Montage inbegriffen, was oft vergessen wird.

Nun bin ich schon seit längerem auf der Suche nach einem Schreiner, der ein flexibler Allrounder ist. Das Allerwichtigste ist für mich die Motivation. Die Suche gestaltet sich als schwierig, denn nur wenige stellen das Produkt von Beginn bis Ende selber her, die meisten sind heutzutage sehr spezialisiert.

Zimmermann eröffnet Schreinerei

Roland Bösch, heute 58-jährig, wurde in Nesslau geboren und ist dort aufgewachsen. Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte er eine Ausbildung als Zimmermann. Es folgten diverse Spezialisierungen, welche den Meisterbereich des Schreiners tangierten. Am 1. April 1985 eröffnete er seine eigene Schreinerei. Zwei Jahre später stellte er den ersten Mitarbeiter an. Eine Zeit lang beschäftigte er vier Personen, heute hat er nur noch einen Mitarbeiter.

Mein erstes Geld verdiente ich...
...mit diversen Aushilfejobs in Läden und im handwerklichen Bereich, die ich immer freiwillig gemacht habe.

An meinem Beruf gefällt mir besonders...
….das gemeinsame Erarbeiten eines neuen Möbelstücks mit dem Kunden. Am Schluss kann man zufrieden sagen: «Das haben wir gemeinsam gemacht», denn nur so funktioniert unsere Arbeit. (jue)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.