Mosnang
Worship-Kids-Chor singt zum letzten Mal: Warum nach 17 Jahren Schluss ist

Im September spielt der Mosliger Chor sein letztes Konzert. Immer weniger Kinder und Jugendliche hatten mitgemacht. Doch zum Abschied hat sich der Gesangsverein einiges einfallen lassen.

Felicitas Markoff / Elia Fagetti
Drucken
Teilen
Der Worship-Kids-Chor aus Mosnang gibt im September seine letzte Vorstellung.

Der Worship-Kids-Chor aus Mosnang gibt im September seine letzte Vorstellung.

Bild: PD

Nach zwei verschobenen Aufführungen wartet das Abschiedskonzert mit etwas Besonderem auf: Zusammen mit ihrer Live-Band spielen sie einen Querschnitt all ihrer aufgeführten Musicals. Nina Blöchlinger dirigiert und Desirée Bürge übernimmt die kreativen und technischen Teile des Chors. Die Organisatorinnen erzählen, warum sie aufhören, wie sie sich auf den Abschied vorbereiten, und was sie den Kindern mitgeben möchten.

Zu wenig Teilnehmer

Die Leiterinnen haben gemeinsam entschieden aufzuhören. Der Grund dafür sei die abnehmende Teilnehmeranzahl. Ausserdem seien durch die altersmässige Durchmischung des Chors die Lieder nicht immer gut auf die jüngeren Teilnehmer abgestimmt gewesen. Für die kleineren Kinder sei das zu schwierig und würde ihnen zu viel abverlangen. Bürge sagt weiter:

«Der Chor wurde ursprünglich von meiner Mutter gegründet, weshalb das Loslassen für mich emotional sehr schwierig ist.»

Nach 17 Jahren geht es also nun zu Ende. «So eine lange Zeit ergibt viele Geschichten und Momente, die erinnert werden möchten. Für die Leiterinnen und Kinder eine emotionale Zeit. Mit einem lachenden und weinenden Auge gehe der Chor zu Ende», sagt Blöchlinger. Die Auflösung des Worship-Kids-Chors sei für die Leiterinnen eine schwierige Zeit. Dies unter anderem, weil sie seit dem Anfang dabei waren. Doch sie seien froh, dass die Kinder ihr Erlerntes vor Publikum zeigen können.

«Viel Freude mit dem Singen und Musik machen»

Am meisten fehlen wird Nina Blöchlinger das Dirigieren, Singen und die Gemeinschaft. Vor den Kindern zu stehen, die leuchtenden Augen zu sehen und aus ihnen das Beste herauszuholen, sei schön gewesen. Die andere Leiterin, Desirée Bürge, wird die Zusammenarbeit vermissen. Ebenso wie die grossen Musicalaufführungen. Dabei bleibe die Aufführung des Musicals «Abraham und Sara» vor drei Jahren gut in Erinnerung. Das sei mit einem enormen Arbeitsaufwand verbunden gewesen.

Abschlusskonzert komplett selbst zusammengestellt

Normalerweise griff der Chor bei den Musicals auf die Lieder des Adonia Verlag zurück. Doch dieses Mal habe der Chor das Konzert komplett selbst zusammengestellt, erklären die Leiterinnen. «Wir haben von null angefangen und alle Songs und was es sonst noch braucht, selbst zusammengestellt».

Für das Thema des Abschiedskonzertes wählten sie von den neun aufgeführten Musicals die zwei bis drei besten Lieder aus. Die Auswahl sei nicht so einfach gewesen, sagt Blöchlinger. Damit kreieren sie ein Best-of ihrer Chorkarriere. Sie sagt:

«Es wird ein Querschnitt durch alle vom Chor bisher aufgeführten Musicals der letzten Jahre geben – das sind insgesamt neun Produktionen.»

Die Vorbereitung des Abschiedskonzertes fing konkret mit der Auswahl der Songs an. Danach erhielten die Kinder Unterlagen, damit sie zu Hause üben konnten. Ebenso lernten sie Choreografien. Bei den Proben halfen ehemalige Sänger mit. Da diese nicht immer Zeit hatten, erstellten sie Videoanleitungen für die Choreografien. Soloparts wurden mittels Casting ausgewählt. Das Wichtigste dabei laut der Leiterinnen: «Dazwischen müssen alle immer wieder üben, üben und üben.»

Ebenso sei die Organisation des Konzerts mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden. Von administrativen Arbeiten über den Informationsaustausch mit den Eltern bis hin zu den Proben mit den Kindern sei es viel freiwillig und nebenbei geleistete Arbeit. «Mit den Kindern proben wir alle zwei Wochen jeweils für eine Stunde», sagt Blöchlinger. Aber die Zeit, die neben den Proben für alle Vorbereitungen und Planungen aufgewendet werde, käme noch hinzu.

Was die Frauen nach dem Chor vorhaben, steht zumindest für Desirée Bürge fest. Sie widmet ihre Zeit fortan einem neuen Kinderchor. Auch für Nina Blöchlinger ist das Leben mit der Musik noch lange nicht zu Ende. Sie sagt: «Bei mir ist es so, dass ich diverse andere musikalische Projekte habe.» So singe sie in einem Gospelchor mit und dürfe jährlich mehrere Hochzeiten zusammen mit einem Pianisten begleiten. Abschliessend sagt Blöchlinger:

«Die jahrelange Leitung des Worship-Kids-Chors aus Mosnang war ein wunderschöner Weg, den wir mit den Kindern gehen konnten.»

Das Abschiedskonzert findet am 4. September um 20 Uhr und am 5. September um 13.30 Uhr jeweils im Oberstufenzentrum von Mosnang statt.

Aktuelle Nachrichten