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Tiefgarage in Mosnang ist umstritten: "Ein Projekt, aber keinen Plan"

Der Gemeinderat von Mosnang will auf der Parzelle der Post eine Tiefgarage für rund 1,3 Millionen Franken erstellen. An einem öffentlichen Anlass bemängeln Bürger, dass eine Strategie hinter dem Projekt fehle.
Timon Kobelt
Im Erdgeschoss des geplanten Gebäudes soll der Volg Platz finden, darüber sind neun Wohnungen geplant. Sie alle sollen in der Tiefgarage einen eigenen Parkplatz zur Verfügung haben. (Visualisierung: PD)

Im Erdgeschoss des geplanten Gebäudes soll der Volg Platz finden, darüber sind neun Wohnungen geplant. Sie alle sollen in der Tiefgarage einen eigenen Parkplatz zur Verfügung haben. (Visualisierung: PD)

Es klingt kühn und visionär: Der Gemeinderat Mosnang wird der Bürgerschaft an der Urnenabstimmung vom 10. Juni eine Vorlage unterbreiten, mit deren Annahme im Dorfzentrum eine nagelneue Tiefgarage entstehen würde. Genauer will die Gemeinde die Parzelle des alten Postgebäudes nutzen, um die Tiefgarage zu realisieren. Für 1,3 Millionen Franken sollen 33 Parkplätze unter der Erde beheimatet werden, informierte Gemeindepräsident Renato Truniger vorgestern Dienstag im Oberstufenzentrum an einem öffentlichen Anlass.

Öffnung der Rampe gegen die Wupplisbergstrasse

Die Prüfung des Baus einer Tiefgarage kam zustande, weil die Konsumgenossenschaft Mosnang als Betreiberin des Volgs die Liegenschaft der alten Post von der Gemeinde abkaufen will. Sie möchte das bestehende Gebäude abreissen und durch ein neues ersetzen, in welches im Erdgeschoss dann der Volg hineinkommt. Oberhalb des Ladens entstehen neun Wohnungen. Unterhalb ist für die Tiefgarage eine Mantelnutzung vorgesehen, indem einerseits Parkplätze zur Verfügung stehen, und andererseits Lagerräume des Volgs Platz finden.

So sieht es am geplanten Standort der Tiefgarage heute aus. Das Gebäude soll abgerissen werden und einem Neubau Platz machen. (Bild: Timon Kobelt)

So sieht es am geplanten Standort der Tiefgarage heute aus. Das Gebäude soll abgerissen werden und einem Neubau Platz machen. (Bild: Timon Kobelt)

Für das Vorprojekt war die Peter Keller Architektur GmbH aus Bütschwil verantwortlich. Deren Inhaber Peter Keller erklärte den rund 80 Anwesenden die bautechnischen Details des Projekts: «Die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage ist gegen die Wupplisbergstrasse ausgerichtet. Zum einen, weil der Kanton es bevorzuge, dass man eine Gemeinde- und keine Kantonsstrasse ins Auge fasst.» Zum anderen könne an dieser Stelle die Rampe sehr kurz gehalten werden. Die Rampe selbst ist einspurig, wobei an ihrer Ein- und Ausfahrt genügend Platz für das Kreuzen von Autos vorhanden ist. Es bestehen zwei Ausgänge für Fussgänger, der eine führt an die Bütschwilerstrasse unweit der Kapelle, der andere auf die Seite der Metzgerei Näf. Man würde den Bau in zwei Etappen realisieren, um den Zugang zur Metzgerei zu gewährleisten, so Peter Keller.

Verkehr und Bewirtschaftung bewegen Gemüter

Wie erwartet nutzten die Anwesenden die Möglichkeit zur Diskussion rege. Viele Votanten brachten ihre Zweifel zum Ausdruck, ob die Verkehrssicherheit ausreichend sei, wenn Lastwagen bei der Rampe den Volg-Laden belieferten. Zusätzlich wollten einige Leute wissen, was denn mit der Postautohaltestelle passiere. Bezüglich Anlieferung sah der Gemeindepräsident keine grossen Probleme: «Diese finden früh am Morgen statt.» Bezüglich Postautohaltestelle sei sich der Gemeinderat noch nicht ganz schlüssig, was die optimale Lösung sei.

Ebenfalls intensiv debattiert wurde die Bewirtschaftung der Parkplätze. Wie Renato Truniger erklärte, sollen 15 Parkplätze fix gemietet werden, davon neun für die Wohnungen und einer als Besucherparkplatz. Für die restlichen Parkplätze verzichte man bewusst auf eine Bewirtschaftung. Sprich, diese sind für Kurzparker gratis. «Wir wollen uns als Gemeinde etwas leisten und den lokalen Konsumenten etwas Gutes tun», begründete Renato Truniger den Entscheid. Man wolle kein Parkreglement mit Uhren erlassen müssen. Dieser Entschluss schien einige Bürger im Saal zu überraschen. Es kamen denn sogleich Stimmen, die fragten, wie man Langzeitparker, die auf Gratis-Parklätze aus sind, fernhalten wolle. Der Gemeindepräsident bekräftigte, Dauerparker würden in der Tiefgarage nicht geduldet.

«Es ist eine einmalige Chance»

In der abschliessenden Diskussion wiederholte Renato Truniger die zentrale Botschaft, die er schon an der Bürgerversammlung gebraucht hatte: "Es ist eine einmalige Chance." In absehbarer Zeit sei es unwahrscheinlich, anderswo ein ähnliches Projekt zu realisieren. «Aus Sicht des Gemeinderates macht es jetzt Sinn und wertet unser Dorf auf. Wir müssen nicht schon morgen alles im Sinne einer gesamten Dorfkernerneuerung verbauen», meinte Renato Truniger. Vielleicht sei dies auch eine Aufgabe für künftige Generationen.

Manche der Anwesenden hatten ihre Mühe mit den Argumenten der Gemeinde. Wiederholt kam der Vorwurf, es fehle eine genaue Strategie hinter dem Projekt und es hätten umfassendere Abklärungen bezüglich Dorfkernentwicklung getroffen werden müssen. Auch Stimmen, wonach ein Lift in die Tiefgarage fehle oder dass die Garage zu klein sei, waren vermehrt zu hören. Ein Lift könne allenfalls noch integriert werden, die Grösse sei jedoch ausgereizt, wie Truniger sagte. Es gab aber auch Voten, die das Projekt vollauf begrüssten.

Eine Umfrage bei den Ortsparteipräsidenten zeigt, dass auch die Parteien gespalten sind. «Ich sehe das Projekt positiv. Es ist eine tolle Chance, die wir nutzen müssen», sagt Paul Räbsamen, Präsident der SVP Mosnang. Weniger euphorisch klingt es bei der CVP: «Es bleiben einige zentrale Fragen unbeantwortet. Ein Lift gehört für uns zwingend ins Projekt. Man hätte genauer abklären müssen, wohin man in der Zukunft will», meint Präsident Chläus Länzlinger. Urs Stillhard, Präsident der FDP, schlägt in die gleiche Kerbe: «Mir scheint es, als habe man ein Projekt aber keinen Plan. Es besteht noch viel Nachholbedarf bezüglich Information. Die Bürger sollten besser abgeholt werden.» Viel Zeit dafür bleibe nicht mehr, wenn schon im Juni abgestimmt werde.

Zwei Schulprojekte an die Urne

Am Informationsanlass wurde nicht nur über die geplante Tiefgarage informiert, sondern auch über zwei Investitionsprojekte, welche die Schulhäuser in Libingen und Mühlrüti betreffen. Schulratspräsident Max Gmür zeigte sich erfreut, dass an beiden Standorten die Schülerzahlen in der Tendenz ansteigen. Daher sei der Zeitpunkt gekommen, in die Infrastruktur der Schulhäuser zu investieren. «Speziell in Libingen ist der Investitionsbedarf hoch, weil schon lange nichts mehr investiert worden ist», sagte Max Gmür.

Die Visualisierung zeigt das geplante Gebäude von der Bütschwilerstrasse her. Die Rampe der Tiefgarage ist gegen die Wupplisbergstrasse, die im Besitz der Gemeinde ist, ausgerichtet. Dort sollen auch Zulieferungen für den Volg abgewickelt früh. (Visualisierung: PD)

Die Visualisierung zeigt das geplante Gebäude von der Bütschwilerstrasse her. Die Rampe der Tiefgarage ist gegen die Wupplisbergstrasse, die im Besitz der Gemeinde ist, ausgerichtet. Dort sollen auch Zulieferungen für den Volg abgewickelt früh. (Visualisierung: PD)

Nebst der Tatsache, dass die Heizung erneuert und Gebäudehülle saniert wird, soll die Lehrerwohnung, die frei wird, für Schulzwecke genutzt werden können. Ausserdem soll eine wetterfeste Verbindung zwischen dem Schulhaus und dem Werkraum entstehen. In Mühlrüti ist die bauliche Not gemäss Max Gmür nicht ganz so gross. Da aber ab Sommer eine zusätzliche Klasse eingeführt wird, brauche es mehr Schulraum. Auch hier sei man in einer Wohnung fündig geworden. Eine Dachsanierung und Erneuerung der Heizung werden überprüft. Da aktuell davon ausgegangen wird, dass beide Projekte jeweils mehr als eine Million Franken kosten, müssen sie im November an der Urne abgesegnet werden.

Für die Schulraumplanung der Primarschule wurde eine Konzeptstudie an die Firma Schällibaum AG in Wattwil vergeben. Sie bildet die Basis für die Projekte. Laut Max Gmür war es wichtig, aufgrund der Komplexität der Projekte externes Fachwissen einzuholen.

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