Mosnang setzt mit den Schulraumerweiterungen ein Zeichen für die Aussendörfer

Noch ist unklar, ob die Schulraumerweiterungen in Libingen und Mühlrüti als Gesamtprojekt oder separat zur Abstimmung kommen.

Timon Kobelt
Hören
Drucken
Teilen
Architekt Schällibaum (schwarzer Pullover) und Schulratspräsident Max Gmür (rechts) besprechen mit Anwesenden das Schulerweiterungsprojekt in Libingen anhand eines Modells.

Architekt Schällibaum (schwarzer Pullover) und Schulratspräsident Max Gmür (rechts) besprechen mit Anwesenden das Schulerweiterungsprojekt in Libingen anhand eines Modells.

Bild: Timon Kobelt

Der Hang parallel zur Kirche in Libingen ist nicht ganz so steil und berüchtigt wie der Zielhang am Chuenisbärgli. Trotzdem gewichteten rund 40 Interessierte in Libingen den heimischen Hügel am Samstagmorgen höher als den ersten Lauf des Skiweltcups in Adelboden und fanden sich zu einer Informationsveranstaltung im Mehrzweckgebäude (MZG) ein. Dabei brachten Schulratspräsident Max Gmür und Architekt Florian Schällibaum die Anwesenden auf den neusten Stand betreffend die Schulraumerweiterungsprojekte in Libingen und Mühlrüti.

Besagter Hang war dann ein zentraler Punkt in den Ausführungen von Florian Schällibaum. Im Vergleich zum im November 2019 präsentierten Vorprojekt soll nun der Schul- hausneubau in Libingen mehr in den Hang gebaut werden. «Faktisch wird der Baukörper ganz ins Steile gesetzt, damit die Spielwiese fast vollständig erhalten werden kann», erklärte der Architekt.

Somit wurde einem zentralen Bedürfnis der Menschen in Libingen Rechnung getragen, denn diese hatten sich 2019 weitgehend für den Erhalt der Wiese ausgesprochen. Gemäss Schällibaum ist die Wiese heute rund 45 Meter lang und 14 Meter breit. Mit dem präsentierten Projekt werde sie nur marginal schmaler.

Mehrzweckgebäude und Schulraum verbinden

Das Schulhaus soll dreigeschossig realisiert und mittels eines Verbindungsgangs direkt ans MZG gekoppelt werden. «Wir erhoffen uns dadurch, dass das MZG stärker genutzt wird», sagte Schällibaum. Pro Geschoss gibt es im Schulhaus zwei Nutzungseinheiten: Im Erdgeschoss (EG) sind das ein Werkraum und der Kindergarten, im ersten Obergeschoss (OG) ein Klassenzimmer und ein Gruppenraum und im zweiten OG ein Disponibel- sowie ein weiteres Klassenzimmer. Im ersten OG ist zusätzlich das Lehrerzimmer angedacht. Flächenmässig komme man auf eine ungefähre Nutzungsfläche von 150 Quadratmetern pro Geschoss, sagte Schällibaum.

Ein Votant gab zu bedenken, dass man gar nicht so viel zusätzlichen Schulraum gewinne und es in der aktuellen Situation mit dem Schulhaus, der leeren Lehrerwohnung und dem Werkraum mehrere kleine Gruppenräume habe. Architekt Schällibaum entgegnete, dass der Mehrwert des Projekts vor allem in dessen Kompaktheit und Verbundenheit liege und man deshalb alles viel besser nutzen könne. Max Gmür bestätigte auf eine Nachfrage aus dem Publikum, dass man die Lehrerwohnung und den Werkraum zurückbauen und begrünen wolle. «Womöglich entsteht dort in Zukunft wertvolles Bauland», begründete er die Absicht.

Kirche kann gleich mit beheizt werden

Nebst dem Verbindungsgang sind das Schulhaus und der Hallentrakt des MZG über ein Treppenplateau miteinander verbunden. Dieser Vorplatz ist allerdings vom Niveau her tiefer als die Spielwiese. Florian Schällibaum gibt sich aber überzeugt, dass man dafür «eine schöne Lösung» finden werde.

Wie schon im Vorprojekt ist vorgesehen, Schulhaus und MZG mit einer Holzschnitzelheizung zu beheizen. Diese kostet gut 400'000 Franken und bietet den Vorteil, dass die Kirche gleich mit beheizt werden kann. Der Silo für die Holzschnitzel wird beim MZG so tief versenkt, dass seine Spitze überirdisch für die Anlieferung der Holzschnitzel zugänglich ist.

Holz soll auch das zentrale Bauelement sein, weil damit die Bauzeit kurzgehalten werden kann. Es braucht aber auch massivere Materialien. Im Inneren zeichne sich das Gebäude durch Leichtbauweise aus, ergänzte Max Gmür. Dies gewährleiste eine hohe Flexibilität.

Einzelne Kredite oder ein Gesamtprojekt?

Der Schulratspräsident erläuterte auch das weitere Vorgehen und deutete an, dass man die Projekte von Libingen und Mühlrüti rasch vorantreiben wolle.

Veloabstellplatz ist kein Bedürfnis

In Mühlrüti wurden die Bürgerinnen und Bürger am Donnerstag über die Projekte informiert. Dasjenige in Mühlrüti beinhaltet einen Ersatzneubau des Seitentrakts. In dessen Erdgeschoss werden der Kindergarten und eine Garderobe untergebracht. Im Obergeschoss (OG) des neuen Trakts kommt zu den zwei bestehenden Klassenzimmern ein weiteres von einer Fläche von 80 Quadratmetern hinzu. Ein Gruppenraum, der das neue mit einem der jetzigen Schulzimmer verbindet, komplettiert das OG des neuen Seitentrakts. Die beiden Geschosse sowie das Untergeschoss (UG) werden mit einer Treppenanlage und einem Lift verbunden.

Im UG werden die Heizanlage sowie ein Luftschutzraum untergebracht. Wie in Libingen handelt es sich um eine Holzschnitzelheizung. Laut Max Gmür, Schulratspräsident von Mosnang, kamen in Mühlrüti vor allem Rückmeldungen zum Schulhof. Aufgrund dieser werde man auf einen Veloabstellplatz verzichten, da die Nachfrage sehr klein sei. (tik)

«Dennoch bietet sich heute nochmals die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Wir sind aber froh, wenn ihr nicht das ganze Projekt auf den Kopf stellt», sagte er, worauf Gelächter im Saal ausbrach. Allzu grosse Änderungen wird es wohl keine mehr geben, denn demnächst sollen die Pläne als Bauprojekte eingereicht und im Mai der Bevölkerung an der Urne vorgelegt werden.

Die Kosten betragen in Mühlrüti rund 2,75 Millionen und in Libingen zwischen dreieinhalb und vier Millionen Franken. Gemäss Max Gmür muss der Gemeinderat noch entscheiden, ob die Bürger einzeln über die Kredite oder über ein Gesamtprojekt abstimmen werden. So oder so, der Schulratspräsident weibelte bereits kräftig: «Wir wollen mit den Projekten ein starkes Zeichen für unsere Aussendörfer setzten. Setzen auch Sie eines.»