Mosnang: Neuer Standort für die Märkte – Besitzer von Reitschule sieht Gefahr für seine Pferde

Das Marktareal in Mosnang soll verschoben werden, weil die kantonale Verkehrspolizei St.Gallen mit Entzug der Bewilligung droht.

Timon Kobelt
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Der Chlausmarkt Mosnang lockt traditionell viele Menschen auf die Strassen des Dorfzentrums.

Der Chlausmarkt Mosnang lockt traditionell viele Menschen auf die Strassen des Dorfzentrums.

Bild: Beat Lanzendorfer, (November 2018)

Wenn in Mosnang der Chlausmarkt angesagt ist, sind die Strassen jeweils proppenvoll. So auch bei der jüngsten Austragung vom vergangenen Sonntag. Eine genaue Zählung wurde noch nie durchgeführt. «Ich schätze, dass es um die 3000 Menschen sind. Das Aufkommen beim Chlausmarkt ist wohl in etwa mit jenem beim Fasnachtsumzug vergleichbar», sagt Leo Bürge, Chef des OK Markt Mosnang auf Anfrage. Für diese Menschenmasse wird im Dorf nun ein teilweise neues Marktareal  benötigt, welches auch für die beiden Jahrmärkte im Frühling und im Herbst genutzt werden soll.

Grund für das Verschiebungsprojekt ist die strassenpolizeiliche Bewilligung, welche die kantonale Verkehrspolizei auf Dauer nicht mehr erteilt hätte. Dies war dem Mitteilungsblatt der Gemeinde zu entnehmen und wurde von Gemeindepräsident Renato Truniger an einem Informationsanlass am Donnerstagabend im «Hirschen» nochmals ausgeführt. Der Verkehrspolizei sei vor allem die Sperrung der Bütschwilerstrasse (Kantonsstrasse) ein Dorn im Auge gewesen, da diese für den Durchgangsverkehr wichtig sei. Truniger:

«Uns ging ob der Nachricht fast ein wenig der Laden runter.»

Strassen bleiben während der Märkte gesperrt

Damit nicht auch die Läden von sämtlichen Marktständen zuklappen, mussten Alternativen geprüft werden. Dies hat das OK Markt, das die Märkte in Mosnang im Auftrag der Gemeinde durchführt, gemacht und dem Gemeinderat fünf Vorschläge präsentiert. Den Gemeinderat habe die nun vorgeschlagene Variante am besten überzeugt. «Vor allem deshalb, weil durch den teilweisen Erhalt des bestehenden Marktverlaufes die Identität gewahrt werden kann. Die würdige Marktstimmung geht nicht verloren», erklärte Truniger. Dieser Punkt sei bei drei der fünf alternativen Standorte nicht gegeben gewesen, obwohl sie bezüglich Umfahrungsmöglichkeiten besser gewesen wären. Das Areal des Schul- und Gewerbezentrums als Standort hätte den Schulbetrieb zu stark eingeschränkt. Somit habe man sich für die Variante Libingerstrasse, Oberdorfstrasse und Pfarreizentrum entschieden. Diese bleiben während der Märkte für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Marktchef Leo Bürge unterstrich den Aufwand, der hinter den Märkten stecke.

«Es sind zum Teil sehr grosse Stände, die hier Platz finden müssen. Die Parkplätze bei der Kirche, das Pfarreizentrum sowie der Hirschenplatz sind sehr wertvoll, um diese unterzubringen.»

Für die Jahrmärkte hätten sie bereits alle Stände eingezeichnet, «das müsste passen», meinte Bürge. Beim Chlausmarkt, der um einiges mehr Leute anzieht als die Jahrmärkte, könne es etwas enger werden, doch er gehe davon aus, dass es auch dann mit dem Platz aufgehe. Auf ein Votum aus dem Publikum bestätigte er, dass es für die vollständige Nutzung des Hirschenplatzes noch der Zustimmung einer Person bedarf.

Ziel sei es, den neuen Standort bereits auf den Jahrmarkt im Frühling 2020 anzuwenden. «Weil wir 2021 das 200-Jahr-Jubiläum feiern, wäre es dann etwas viel auf einmal geworden und wir wollten ein wenig Vorlauf vor dem Jubiläum», begründete Bürge den sportlichen Zeitplan.

Eine grundsätzliche Opposition schien unter den rund 40 Anwesenden im «Hirschen» nicht zu herrschen. Und doch gab es durchaus kritische Nachfragen. So taten einige ihr Unverständnis kund, dass die Gemeinde so schnell «den besten Standort» für den Markt in Mosnang aufgegeben habe. Truniger hatte einleitend gesagt, dass der Kanton einen Zeitrahmen von einem bis fünf Jahre für einen neuen Standort vorgegeben habe. «Bei den Jazztagen in Lichtensteig funktioniert es auch, warum nicht hier», wollte ein Votant wissen. Leo Bürge bestätigte, dass im Städtli oder auch in Ebnat-Kappel Kantonsstrassen für Veranstaltungen gesperrt würden. «Die Umfahrungsmöglichkeiten sind dort aber viel besser als in Mosnang», ergänzte Bürge.

Die Grabesruhe um mehr als das Doppelte eingehalten

Weiter führte die Nutzung des Pfarreiareals zu Diskussionen. Dort soll nämlich unter anderem ein Rösslikarussell zu stehen kommen, gleich neben der Reitschule von Reto Koller. «Pferde sind Fluchttiere. Wenn sie wegen nahen Lärms erschrecken oder anders aufgescheucht werden, kann es sein, dass sie durchbrennen. Und ich als Besitzer bin dann haftbar», sagte Koller. Aufgrund der Strassensperren könne er die Tiere an den Markttagen auch nirgendwohin ausführen. Josef Müller kritisierte, dass unter dem Platz des Pfarreiheims Kindergräber lägen, was er nur schwer vertretbar finde. Truniger bestätigte die Gräber, relativierte aber umgehend: «Die Grabesruhe ist um mehr als die doppelte Zeit eingehalten. Und spielende Kinder auf diesem Platz finden wir tragbar.»

Auch das Thema Verkehrskosten in Bezug auf die veränderten Postautohaltestellen während der Markttage interessierte. Leo Bürge erklärte, dass man diese mit dem Beitrag von 3000 Franken, den die Gemeinde dem OK Markt seit zwei Jahren für die Steigerung der Marktattraktivität zuspricht, decken könne. Im Januar wird definitiv entschieden, ob das neue Konzept bereits im Frühling 2020 Anwendung findet.