Mosnang: Konzert  von Nicolas Corti «seit zehn Jahren musikalische Weltklasse»

Das diesjährige Neujahrskonzert von Nicolas Corti fand zum zehnten Mal statt. Es war einmal mehr ein faszinierendes Miteinander unterschiedlicher Instrumente, musikalischer Stile und Temperamente, festlich gemixt.

Peter Küpfer
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Spannungsvoll von A bis Z: Armin Bachmann, Nicolas Corti, Claudia Muff und Peter Gossweiler von links. Ihr Konzert überzeugte mit einer Vielfalt an Klassikern. (Bild: Peter Küpfer)

Spannungsvoll von A bis Z: Armin Bachmann, Nicolas Corti, Claudia Muff und Peter Gossweiler von links. Ihr Konzert überzeugte mit einer Vielfalt an Klassikern. (Bild: Peter Küpfer)

Gemeindepräsident Renato Truniger brachte es in seiner kurzen Dankesrede am Schluss des Konzertes auf den Punkt: Zum zehnten Mal gab sich am zweiten Neujahrstag in der Kirche Mosnang «musikalische Weltklasse» ein Stelldichein. Treibende musikalische Kraft dahinter war, wie die neun Jahre vorher, Bratschist Nicolas Corti, seit seiner Jugend durch das Ferienhaus der Familie Corti in Mosnang mit der Region fest verbunden. Er ist als Solist, Ensemble-Musiker, Solobratschist im Musikkollegium Winterthur und Professor an der Zürcher Hochschule für Künste vielfach gefragt. Seit zehn Jahren begrüsst er das neue Jahr am zweiten Neujahrstag jeweils mit einem ungewöhnlichen Konzert. Vorgestern Mittwochabend war die geräumige, festlich erleuchtete Mosnanger Kirche bis in die hinteren Bänke durch ein erwartungsvolles Publikum besetzt.

Reiche Palette an musikalischen Highlights

Es wurde auch diesmal in seinen Erwartungen nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Der musikalische Bogen reichte von Rossini, Rousseau, Fritz Kreisler und Tschaikowsky über Franz Lehár und Astor Piazzolla bis hin zu zwei Stücken aus der Musik zum Film «Die Abenteuer des Rabbi Jacob», so turbulent arrangiert und intoniert wie die Kapriolen des Hauptdarstellers, Louis de Funès. Der weite Bogen war angereichert mit traditionellen Titeln wie etwa dem «Lichtensteiger Marsch» aus der Feder der Toggenburger Akkordeonlegende Walter Grob oder der «Spinnerin» von Ueli Moser.

Wie immer bei Cortis Neujahrskonzerten setzte der Musiker auch diesmal seine klassische Viola ungewöhnlichen musikalischen Bezugsfeldern aus, übrigens mit sichtlicher Freude am Effekt. Diesmal waren die «Herausforderer» die drei Exponenten des Trios Cappella: Neben Akkordeonistin Claudia Muff und dem Posaunisten und Alphornvirtuosen Armin Bachmann, die beide schon an früheren Neujahrskonzerten in Mosnang mitgewirkt haben, war diesmal auch Peter Gossweiler an seinem Kontrabass mit im Boot. Die drei Musikerpersönlichkeiten sind von der Folklore geprägt, die sie unter anderem in höchst anspruchsvoller Form pflegen und weiterentwickeln. Damit war auch diesmal für Ungewöhnliches genug Raum vorgesehen. Er wurde mit Schwung, Virtuosität und einem grossen Schuss festlicher Freude ausgefüllt.

Es herrschte Festfreude pur

Nicolas Corti verzauberte das Ganze mit dem samtenen Klang seiner mit ihm verwachsenen Viola, bald zehrend, bald jubilierend. Wenn Armin Bachmann zu seiner speziell konstruierten Posaune mit den doppelten Schallbechern griff, imitierte er damit ganze böhmische Dorfkapellen. Aber er war auch Meister der leisen Töne, wo Posaune und Basstrompete so zart daherkamen wie eine Hirtenflöte. Claudia Muff, die auch als Arrangeurin mancher Stücke dieses «wilden» musikalischen Miteinanders Grosses leistete, lotete Glücksmomente, manchmal auch deren Gegenteil sensibel aus. Und unter dem Bogenstrich und dem Zupfen von Bassist Peter Gossweiler, manchmal begleitet von rhythmischem Klopfen, wurde sein Instrument zum eigenständig voranstürmenden und kommentierenden Sonderpart. Alles kam scheinbar leicht daher und konnte gerade deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, wie viel harte Arbeit dahintersteckte. Das Publikum bedankte sich für diese zehnte musikalische Neujahrsgabe mit anhaltendem Applaus, am Schluss stehend.

Zum letzten Mal?

Wie von Nicolas Corti zu erfahren war, könnte das zehnte Konzert möglicherweise das letzte gewesen sein. Es sei nicht immer leicht, alles unter einen Hut zu bringen, sagte der Musiker. Gemeindepräsident Renato Truniger berichtete, er sei im Gespräch mit Nicolas Corti und weiteren Musikern über Möglichkeiten, die Konzerte weiterzuführen. Nicolas Corti betonte, er habe seine inzwischen zur Tradition gewordenen Konzerte am zweiten Neujahrstag in der Kirche Mosnang immer als Dank an die Region und ihre Bevölkerung verstanden. (pek)