MOSNANG
Flachdachbau ohne Wohnungen geplant

In der Gemeindeabstimmung von Mosnang am 7. November geht es um ein Darlehen von 9,2 Millionen Franken und um den Verkauf einer Parzelle an die Initianten eines Ärztezentrums im Dorf Mosnang.

Martin Knoepfel
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So sollte das neue Ärztezentrum in Mosnang ausschauen.

So sollte das neue Ärztezentrum in Mosnang ausschauen.

Visualisierung: PD

Seit der damalige Dorfarzt vor knapp zehn Jahren seine Praxis aufgeben musste, fehlt eine hausärztliche Versorgung in Mosnang. Verschiedene Anläufe, das zu ändern, etwa durch den Bau eines Ärztehauses, blieben letztlich erfolglos.

Im Sommer traten drei Ärzte des Spitals Wattwil, Christof Geigerseder, Johanna Jenny und Georgios Vatsakis, an den Gemeinderat von Mosnang heran, weil sie einen Ort suchen, um ihre Idee eines Ärztezentrums zu verwirklichen. Das Zentrum soll im Dezember 2022 in Betrieb gehen. Alle drei Initianten besitzen den Facharzttitel in Allgemeiner Innerer Medizin.

Vielfältiges Angebot im Ärztezentrum

Im Ärztezentrum soll es vor allem eine allgemeinmedizinische Grundversorgung geben. Während der Öffnungszeiten können Personen, die einen medizinischen Notfall haben, auch ohne Terminvereinbarung das Zentrum aufsuchen, denn Christof Geigerseder und Johanna Jenny sind als Notfallmediziner ausgebildet. Für Patienten, die nicht mehr mobil sind, soll ein mobiler Hausarztservice mit einem Spezialfahrzeug dazukommen. Weiter werde man vielfältige Ultraschalluntersuchungen vornehmen können.

Georgios Vatsakis bildet sich für Gefässkrankheiten weiter und wird eine entsprechende Versorgung anbieten. Mosnang wäre laut Gutachten das erste Ärztezentrum im Toggenburg, das diese Dienstleistung kennt. Schliesslich ist eine personalisierte Medikamentenabgabe rund um die Uhr geplant.

Darlehen ist durch Pfand abgesichert

Die Meskla AG baut das Ärztezentrum und vermietet es an die Betreibergesellschaft Ärzte im Toggenburg AG. Beide Firmen gehören je zu einem Drittel den drei Initianten des Ärztezentrums. Konkret entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Mosnang über ein Darlehen von 9,2 Millionen Franken und über den Verkauf des Grundstücks Bachstrasse 8 in Mosnang an die vor zwei Monaten gegründete Meskla AG.

Das Darlehen muss innert 33 Jahren zurückbezahlt werden und ist grundpfandrechtlich gesichert. Das Grundstück hat eine Fläche von 2'349 Quadratmetern. Der Verkaufspreis beläuft laut Gutachten 630'000 Franken, was einen Quadratmeterpreis von 268 Franken ergibt.

Dreistöckiger Bau ohne Wohnungen geplant

Das Grundstück, auf dem das Zentrum gebaut wird, gehört der Gemeinde. Es liegt in der Wohn- und Gewerbezone. Es ist die Baulücke westlich der Firma Elektro Widmer. Das Ärztezentrum wird über einer unterirdischen Garage drei Etagen aufweisen, wobei das Parterre teilweise in den Hang gebaut ist.

Das Gebäude soll aus Holzmodulen bestehen. Als Grund für die Wahl dieser Bauweise wird im Abstimmungsgutachten der Zeitdruck genannt. Auf einer Visualisierung hat das Gebäude ein Flachdach. Das Ärztezentrum wird ein reiner Gewerbebau ohne Wohnungen sein.

Kosten von geschätzten 8,5 Millionen Franken

Die Kosten für das Ärztezentrum werden auf 8,5 Millionen Franken geschätzt. Für die ganze Einrichtung kommen die drei Ärzte auf. Der Gemeinderat räumt ein, dass ein Darlehen an eine private Firma unüblich sei. Er erachtet es aber hier als zulässig, da das Ärztezentrum die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung sichere und da das Darlehen zeige, dass die Gemeinde das Ärztezentrum unbedingt wolle.

Die Ortsparteien der CVP / Die Mitte und der SVP befürworten die Vorlage mit Hinweis auf die hausärztliche Versorgung. Die Ortspartei der FDP sieht im Projekt Chancen wie Risiken und monierte, es brauche mehr Informationen für die Beurteilung.

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