Mosnang
Landfrauen lancieren «Mosliger Wochemart», betonen aber: «Wir wollen niemandem in die Gerste hocken»

Ab dem 21. August findet jeden Samstag in Mosnang ein Wochenmarkt statt. Landfrauen aus der Gemeinde verkaufen dort selbst hergestellte Produkte. Nach anfänglicher Skepsis konnten die Frauen auch die Detaillisten im Dorf überzeugen.

Fränzi Göggel
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Präsidentin Marlies Brändle, Kassierin Barbara Ott und Aktuarin Angela Strassmann (von links) repräsentieren den neu gegründeten Verein.

Präsidentin Marlies Brändle, Kassierin Barbara Ott und Aktuarin Angela Strassmann (von links) repräsentieren den neu gegründeten Verein.

Bild: Fränzi Göggel

Die Idee, einen Wochenmarkt zu organisieren, um selbst hergestellte Produkte regional besser verkaufen zu können, wird verwirklicht. Die im Projekt involvierten Landfrauen der Gemeinde Mosnang trafen sich am 3. August zu einer weiteren Planungs- und Aufbaubesprechung im Pfarreiheim in Mosnang und gründeten den Verein Mosliger Wochemart. Damit besiegelten sie den letzten Grundstein für ihren Wochenmarkt.

Marlies Brändle aus dem Weiler Wohlgensingen wurde zur Präsidentin gewählt. Der gelernten Bäuerin ist ihr Beruf zugleich ihr liebstes Hobby. «In meinem Handwerk ist alles integriert, was ich als Hobby betrachte. Das Verarbeiten meiner eigenen und das zusätzliche Produzieren und Verfeinern mit regionalen Zutaten macht mir extrem viel Freude.» Schon seit langer Zeit stellt sie aus eigenen Naturprodukten individuell gestaltete Geschenkkörbe in verschiedenen Preisklassen her und hat auch schon ein bisschen Markterfahrung.

In Mosnang gibt es viele Frauen, die ebenfalls Spezialitäten herstellen. Da fragte sich Marlies Brändle: Könnte man daraus nicht noch etwas mehr machen? «So entstand die Idee, die Vermarktung regionaler Produkte zu verbessern und die Wertschätzung von Handwerk und Handarbeit zu bewahren», erzählt Marlies Brändle mit einem Lachen.

Frauen votierten für den Wochenmarkt

Im Frühling wandte sie sich an Renato Truniger, den Gemeindepräsidenten von Mosnang, und fragte ihn nach Räumlichkeiten für einen allfälligen Gemüseverkauf. Begeistert von der Idee, setzte dieser einen Brief auf und begleitete eine Interessenabklärung an regionaler Vermarktung bei den Bäuerinnen und Landfrauen Mosnang-Mühlrüti und Libingen.

Anhand der Rückmeldungen entstand eine Gruppe von 14 interessierten Bäuerinnen und Landfrauen. Am ersten gemeinsamen Treffen im Mai wurde die Idee weitergesponnen. Die Frauen diskutierten unter anderem über einen Wochenmarkt, einen Regioladen, über ein Landfrauen-Mobil oder einen Onlineshop. Die meisten Stimmen erhielt der Vorschlag eines Wochenmarktes. Sogleich wurde ein Organisationskomitee gegründet.

Eine Aufwertung für das Dorf, keine Konkurrenz zum Gewerbe

Sie wollen keine Konkurrenz zu den Detaillisten im Dorf sein, darum veranstalteten die Landfrauen mit ihnen einen Informationsabend. «Erst waren sie noch skeptisch. Als sie dann unsere Produktliste mit über 60 Erzeugnissen sahen, konnten wir sie überzeugen, dass das Dorf mit einem Wochenmarkt aufgewertet wird. Wir wollen niemandem in die Gerste hocken, das ist uns ein grosses Anliegen», erzählt Marlies Brändle.

Die Produktpalette der Landfrauen ergänzen das Angebot der einheimischen Detaillisten.

Die Produktpalette der Landfrauen ergänzen das Angebot der einheimischen Detaillisten.

Bild: Fränzi Göggel

Am Samstag, 21. August, wird der Mosliger Wochemart zum ersten Mal stattfinden. Dadurch wird auch der direkte Austausch zwischen den Konsumenten und den Produzentinnen möglich sein. Der Eröffnungstag wird volksmusikalisch und mit einer Degustation bereichert.

Bis der Platz unterhalb der Schererei von Jolanda Brändle etwa im September fertig sein wird, werden die Marktstände vor dem Gemeindehaus aufgestellt. Die Mosliger Landfrauen werden bis Ende November jeweils samstags von 8.30 bis 11.30 Uhr ihre Produkte verkaufen. Danach wird Bilanz gezogen. «Es bleibt noch einiges zu tun und ich freue mich auf einen erfolgreichen Markt, von dem alle profitieren», sagt Marlies Brändle.