MOSNANG
Handy-Antenne im Kirchturm sendet künftig 5G

Die Swisscom plant, die bestehende Handy-Antenne im Turm der katholischen Kirche im Dorf Mosnang zusätzlich für den Standard 5G umzurüsten. Da es sich um eine Bagatelländerung handelt, braucht es kein neues Baugesuch. Die Swisscom und die Gemeinde verweisen auf die per Mobiltelefon übermittelten Datenmengen, die seit Jahren stark zunehmen.

Martin Knoepfel
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Die katholische Kirche steht an einem prominenten Platz im Zentrum des Dorfes Mosnang.

Die katholische Kirche steht an einem prominenten Platz im Zentrum des Dorfes Mosnang.

Bild: Martin Knoepfel

Die Swisscom will Ende Jahr ihre Mobilfunkanlage im Dorf Mosnang modernisieren. Die Anlage ist für den Standard 4G ausgerüstet. Sie soll nun so umgerüstet werden, dass sie zusätzlich für den neuesten Standard 5G fit ist.

Das kann man der neuesten Ausgabe der Mitteilungen der Gemeinde Mosnang entnehmen. Als Grund für die Umrüstung nennt der Gemeinderat die ungebremste Zunahme der Nachfrage nach der Mobilkommunikation.

Kirchenverwaltungsrat hat zugestimmt

Die Antenne steht seit 2019 im Kirchturm der katholischen St.Georg-Kirche. Laut Gemeindemitteilungen hat der Kirchenverwaltungsrat der Modernisierung zugestimmt. Dabei handelt es sich um eine Bagatelländerung.

Das bedeutet, dass es kein neues Baugesuch braucht und dass keine Einsprachemöglichkeiten bestehen. Das bestätigte Gemeindepräsident Renato Truniger gegenüber dieser Zeitung. Das kantonale Amt für Umwelt werde aber überprüfen, ob die Bedingungen für eine Bagatelländerung erfüllt seien, schreibt der Gemeinderat.

Besserer mobiler Empfang in Mosnang gefordert

2018 hätten Einwohner und Gewerbetreibende den Gemeinderat aufgefordert, sich für einen besseren Mobilfunkempfang in Mosnang einzusetzen. Bis das Wirklichkeit wurde, habe die Bewegung gegen den Standard 5G an Fahrt gewonnen, erinnert sich Gemeindepräsident Renato Truniger. Die Swisscom habe deshalb der Kirchgemeinde eine frühzeitige Information versprochen, wenn die Umrüstung auf 5G aktuell werden sollte.

Das ist jetzt der Fall. Der Gemeinderat sei mit dem Kirchenverwaltungsrat übereingekommen, dass er die Bevölkerung jetzt informieren wird. Man wolle den Vorwurf einer Nacht-und-Nebel-Aktion vermeiden, betonte Renato Truniger. 2018 habe es vor dem Bau der Antenne einen öffentlichen Diskussionsanlass gegeben. Einsprachen seien damals ausgeblieben.

Bundesverordnung legt Maximum für Strahlung fest

Die Strahlung werde auch nicht stärker sein als heute, verspricht Renato Truniger. Der Grund: Die Obergrenze für die zulässige Strahlung sei in der eidgenössischen Verordnung über die nicht-ionisierenden Strahlen (NISV) festgelegt. Das heisst, die Gemeinde respektive der Kanton kann gar keine höheren – oder tieferen – Obergrenzen festlegen, auch wenn das gewollt wäre. Heute wird laut Renato Truniger die Obergrenze laut NISV knapp erreicht. Das werde auch nach der Umrüstung auf 5G der Fall sein.

Schliesslich weist der Gemeindepräsident darauf hin, dass es nicht nur 5G-Gegner gibt. Viele Bürger äusserten sich nicht zu dieser Frage, und es gebe auch Stimmen, die einen rascheren oder einen ausgedehnteren Ausbau von 5G forderten.

Ausbau mit den neuen Frequenzen

Swisscom habe den Mobilfunkempfang mit dem Standort seit Februar 2020 in der katholischen Kirche Mosnang deutlich verbessert. Zuvor habe es nur eine Mikrozelle mit geringer Abdeckung gegeben, die den Bedürfnissen nicht gerecht worden sei. Seither sei der Empfang in Mosnang gut. Das antwortete der Leiter der Swisscom-Media-Relations, Josef Huber.

Der aktuelle Ausbau diene der Erweiterung mit den neu erworbenen Mobilfunkfrequenzen. Die Abdeckung werde sich dadurch nicht ändern, jedoch könne Swisscom mehr Kapazität anbieten, hiess es weiter.

Kein weiteres 5G-Projekt der Swisscom in der Gemeinde

Keine Auskunft gab es auf die Frage, ob Swisscom Reklamationen wegen ungenügenden Mobilempfangs in Mosnang erhalten hat. Swisscom nehme Rückmeldungen ihrer Kundinnen und Kunden ernst und baue ihre Netze schweizweit laufend aus, antwortete Josef Huber. Schliesslich bestätigte er, dass es zurzeit kein weiteres Projekt in der Gemeinde Mosnang gibt, um Mobilfunkanlagen auf 5G umzurüsten.

Eine im Internet aufgeschaltete Landkarte zeigt, dass es in Mosnang und Umgebung Empfang des Standards 4G LTE oder 4G LTE Advanced gibt. Gegen Westen, an der Grenze zum Kanton Zürich, findet man dagegen Gebiete, die noch keinen 4G-Empfang haben.

Bei Sunrise und Salt lautete die Antwort ähnlich: Im Moment gibt es für die Kunden dieser Anbieter keine 5G-Abdeckung in Mosnang. Und in naher Zukunft ist hier auch kein Ausbau geplant.

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