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Mittels Sondernutzungsplan soll das Tell-Areal in Mühlrüti überbaut werden – Verhandlungen mit dem Kanton ähneln einem «Kuhhandel»

Mühlrütis Bürger begrüssen die Überbauungspläne des Tell-Areals, haben aber kein Verständnis für kantonale Auflagen.
Timon Kobelt
Das Tell-Areal in Mühlrüti soll mit einem Sondernutzungsplan überbaut werden. Dieser sieht vor, dass der Einlenker der Sonnenbergstrasse links versetzt und rechtwinklig in die Murgstrasse geführt wird, welche eine Kantonsstrasse ist. (Bild: Timon Kobelt)

Das Tell-Areal in Mühlrüti soll mit einem Sondernutzungsplan überbaut werden. Dieser sieht vor, dass der Einlenker der Sonnenbergstrasse links versetzt und rechtwinklig in die Murgstrasse geführt wird, welche eine Kantonsstrasse ist. (Bild: Timon Kobelt)

Mosnang ist eine Auszonungsgemeinde. Das heisst, an Teilzonenplänen gibt es grundsätzlich nichts zu rütteln, weil dann ein Moratorium greift. Allerdings bietet ein Sondernutzungsplan einen möglichen Ausweg aus der Sackgasse und einen solchen hat der Gemeinderat von Mosnang für die Überbauung das Tell-Areals in Mühlrüti erstellen lassen. Am Donnerstagabend wurde die Bevölkerung in der Turnhalle Mühlrüti darüber informiert. Rund 50 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung, was für die Sommerferienzeit kein schlechter Wert ist.

Das Tell-Areal liegt am Eingang des Dorfes auf der linken Seite der Murgstrasse, wenn man von Fischingen herkommt. Der Gemeinde steht dort eine Entwicklungsfläche von rund 3800 Quadratmetern in der Kernzone zur Verfügung. Gemeindepräsident Renato Truniger hielt einleitend fest, dass auch in Mühlrüti schonend mit dem Bauland umgegangen und der inneren Entwicklung, auch bekannt als innere Verdichtung, Rechnung getragen werden müsse. Deshalb habe man für die Ausarbeitung des Sondernutzungsplans auch mit einem Raumplaner zusammengearbeitet.

Erschliessung soll über neue Strasse erfolgen

Daniel Rietmann, Raumplaner. (Bild: Timon Kobelt)

Daniel Rietmann, Raumplaner. (Bild: Timon Kobelt)

Daniel Rietmann, der ein Büro für Raum- und Projektentwicklung führt, legte gleich zu Beginn seine Rolle offen: «Nur zur Klärung: Ich bin Raumplaner und nicht Architekt. Ich habe somit kein Interesse, hier etwas zu bauen», sagte er. Die Architekten und Bauherren kommen erst dann ins Spiel, wenn der Sondernutzungsplan rechtskräftig ist. Obwohl die Pläne für den einen oder anderen schon recht konkret gewirkt haben müssen, handelt es sich bei diesen um Studien und nicht um Bauprojekte. Rietmann sagte:

«Das Ziel muss sein, Mühlrüti mit einer vernünftigen Dichte zu überbauen. Die Qualität muss natürlich auch stimmen.»

Zur Studie: Diese sieht vor, dass der Einlenker von der Sonnenbergstrasse in die Murgstrasse, welche dem Kanton gehört, vom Dorf her gesehen etwas in Richtung Fischingen versetzt wird. Der Einlenker soll rechtwinklig in die Kantonsstrasse münden, damit gute Sichtweiten gewährleistet sind. Im östlichen Teil des Areals könnten zwei Mehrfamilienhäuser mit einer gemeinsamen Tiefgarage entstehen. Des Weiteren könnte im Untergeschoss dieses Projekts ein zentraler Holzwärmeverbund entstehen, welcher das gesamte Areal mit Energie versorgt. Die Erschliessung wird über eine neue Strasse gewährleistet.

Im westlichen Teil des Gebiets entsteht eine Parzelle, die mit zwei bis drei Wohneinheiten überbaut werden kann. Die Erschliessung dieser sowie einer weiteren Parzelle erfolgt direkt ab der Murgstrasse, weshalb diese mit einem Trottoir ergänzt werden soll. Den direkten Zugang ab der Murgstrasse sowie der Gewinn eines zusätzlichen Vollgeschosses beim Mehrfamilienhaus, das am nächsten Richtung Dorfzentrum zum Stehen kommen soll, sehen sowohl Rietmann als auch Truniger als grössten Mehrwert der Überbauung. Das besagte Haus würde auch mit einem zusätzlichen Geschoss nicht übermässig hoch, weil dort das Terrain tiefergelegt werde, erklärte Rietmann.

«Ein Trottoir ist schlicht unverhältnismässig»

Gemäss Truniger ist die Vorprüfung des Plans beim kantonalen Amt für Raumentwicklung und Geoinformation positiv erfolgt. Die Voten der Anwesenden waren dann aber nicht nur positiv. Zwar schien niemand die Überbauungspläne im Generellen abzulehnen, doch einzelne Komponenten sorgten für Gesprächsstoff. So hiess es zum geplanten Trottoir:

«Es ist schlicht unverhältnismässig, für ein Areal dieser Grösse ein Trottoir zu bauen. Dabei verschenkt man nur wieder wertvollen Platz, mit dem wir gemäss Kanton sorgfältig umgehen sollen.»

Renato Truniger erklärte, dass der Kanton auf dem Trottoir beharre. Auch sei seine Forderung, dieses nicht 2, sondern 1,4 Meter breitzumachen, bislang erfolglos geblieben. Dennoch stehe der Gemeinderat auch hinter dem Trottoir, weil man eine gute Gegenleistung erhalte. Einige forderten trotzdem, dass der Gemeinderat Risiko eingehen solle, den Überbauungsplan ohne Trottoir beim Kanton einzureichen.

Aus den Voten konnte man herausspüren, dass gegenüber dem Kanton ein gewisses Unbehagen vorhanden ist. Raumplaner Daniel Rietmann erläuterte: «Wir reden hier von Planung. Planen heisst, dass sehr viele Interessen aufeinanderprallen und man Kompromisse finden muss. Manchmal ähnelt es ein bisschen einem Kuhhandel. Aber hier haben wir einen sehr guten Kompromiss für Mühlrüti erreicht.» Ingenieur Elmar Steiger, der ebenfalls zugegen war, ergänzte: «Die Murgstrasse fällt nun einmal in die Hoheit des Kantons. Es ist für Gemeinden sehr schwierig, dann etwas zu ändern.»

Der Effekt der höchsten
 Eigentumsquote

Renato Truniger, Gemeindepräsident von Mosnang. (Bild: Sascha Erni)

Renato Truniger, Gemeindepräsident von Mosnang. (Bild: Sascha Erni)

Ebenfalls kritisiert wurde die kantonale Vorgabe, Giebeldächer mit 35 Grad Neigung zu bauen. «Das ist extrem steil», gab ein Anwesender zu bedenken. Rietmann entgegnete, dass dies durchaus im Rahmen der anderen Gebäude dieser Dachart in Mühlrüti entspreche. Truniger ergänzte, dass man auf eine harmonische Anordnung der Gebäude und Dächer achte. Andere Anwesende bezweifelten, ob die Nachfrage für so viel Wohnraum überhaupt vorhanden sei. Truniger sagte dazu: «Wir hatten bereits mit potenziellen Investoren Kontakt. Ausserdem ist Mosnang im Kanton die Gemeinde mit der höchsten Eigentumsquote. Wenn dieser Effekt stärker eintritt, sind wir froh um genügend Wohnraum.»

Wird der Sondernutzungsplan vom Kanton genehmigt und übersteht er die Auflage ohne Einsprachen, ist der Weg frei für Bauprojekte. Architekten und Bauherren haben gemäss Daniel Rietmann einen gewissen Spielraum. Dennoch müssen sie sich im Grundsatz an die Bestimmungen halten, die im Plan festgelegt werden.

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