Mit Wildhüter Urs Büchler Marder und Hase im Obertoggenburg auf der Spur

20 Personen nahmen in Schneeschuhen an einer WWF-Exkursion auf der Hochebene Gamplüt teil.

Christiana Sutter
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Wildhüter Urs Büchler erklärt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wo sich die Hirsche im Schutzwald befinden.

Wildhüter Urs Büchler erklärt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wo sich die Hirsche im Schutzwald befinden.

Bilder: Christiana Sutter

Ausgerüstet mit Schneeschuhen und Feldstecher machten sich die 20 Personen auf den Weg von Wildhaus auf die Hochebene Gamplüt. «Wir folgen den vorgespurten Schneeschuhwegen», sagte Wildhüter Urs Büchler.

Allgemein sollte man den offiziellen und ausgeschilderten Schneeschuhwanderwegen folgen, dies zum Schutz der Tiere. Auch die Wildruhezonen sollte man beachten und Hunde an der Leine führen. Begleitet wurde die Schneeschuhwanderung seitens des WWF von Rita Zuber aus St.Gallen.

Erste Spuren sind im Schnee sichtbar

Bereits nach ein paar hundert Metern sind im angetauten Schnee Spuren sichtbar. Das Rätselraten beginnt. Sind es Fuchs-, Luchs- oder doch nur Katzenspuren? Büchler löst das Rätsel auf. «Es sind Marderspuren.» Nur ein paar Meter weiter eine nächste Spur. Dieses Mal in Form einer Losung, eines Tierkots. Viele kleine, runde Losungen lagen im Schnee. «Diese stammen von Hirschen, die sich gleich oberhalb im Schutzwald befinden.» Die Kügelchen sind den Hang hinunter gerollt.

Der kantonale Wildhüter erklärt, dass die Hirsche gerne die Rinde von den Bäumen fressen, das gebe den Tieren Energie. Die Bäume erholen sich wieder, ohne grossen Schaden zu nehmen. Hirsche essen im Allgemeinen, was verfügbar ist. «Hirsche können zwei Wochen ohne Fressen sein ohne dabei zu leiden», sagt Büchler. Beim nächsten Halt ist allen klar, dass diese Spuren von einem Hasen stammen. «Was war das für ein Hase, ein Feld- oder ein Schneehase und in welche Richtung ist er gesprungen», fragt eine der Teilnehmerinnen.

Der Wildhüter erklärt, dass es ein Feldhase war. Die Spuren eines Schneehasen haben eine grössere Fläche. Denn die weit spreizbaren und mit langen Borsten versehenen Hinterpfoten wirken wie Schneeschuhe und verhindern ein Einsinken im Schnee. Urs Büchler erklärt weiter, dass die beiden hintereinanderliegenden Abdrücke die Vorder- und die nebeneinanderliegenden Abdrücke die Hinterpfoten sind, «so kann man die Laufrichtung des Hasen ablesen».

Von Südafrika auf die Hochebene Gamplüt

Auf Gamplüt angelangt, kommen die Feldstecher zum Einsatz. Büchler zeigt den Teilnehmern Gämsen und Steinböcke auf den unteren Felskanten des Schafbergs. «Im Winter halten sich die Tiere gerne an der Sonne auf.» Er sagt weiter, dass die Grösse des Lebensraums der Tiere im Winter etwa einen Drittel desjenigen im Sommer beträgt. Mit grossem Interesse folgen die Teilnehmer den Erläuterungen des Wildhüters.

Ein Teilnehmer war vor zwei Tagen von einem zweijährigen Arbeitsaufenthalt in Südafrika zurückgekehrt. «Ich wollte endlich wieder einmal Schnee sehen und die Natur geniessen.» Die Teenagerin Viki wurde von ihrer Gotte zu dieser Wanderung eingeladen. «Ich bin gerne in der Natur und seit zehn Jahren Mitglied des WWF.» Eine andere Teilnehmerin besitzt seit langem ein Ferienhaus in Wildhaus. «Ich bin oft mit den Tourenskis unterwegs und habe schon viele Spuren gesehen.» Sie möchte ihr Wissen an Freunde weitergeben.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es an diesem warmen Tag schön war, mit den Schneeschuhen unterwegs zu sein und dabei Interessantes von dem Wildhüter zu erfahren und Neues zu lernen.