Mit weniger Tempo durch die Dörfer von Wildhaus-Alt St. Johann

Der Gemeinderat beantragt der Bürgerversammlung Kredite für mehr Sicherheit der Fussgänger und für Ersatzparkplätze beim Schwendisee.

Sabine Camedda
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Die Einfahrt von der Dorfstrasse in die Kantonsstrasse in Alt St. Johann wird verlegt. Die Einmündung kommt bei der alten Post (gelbes Gebäude) zu liegen.

Die Einfahrt von der Dorfstrasse in die Kantonsstrasse in Alt St. Johann wird verlegt. Die Einmündung kommt bei der alten Post (gelbes Gebäude) zu liegen.

(Bild: Sabine Camedda)

Bereits Ende November befasst sich die Bürgerschaft von Wildhaus-
Alt St. Johann mit dem Budget für das kommende Jahr. Die Bürgerversammlung ist in diesem Jahr auf den Mittwoch, 25. November, angesetzt.

Er sei zuversichtlich, dass die Geschäfte trotz der Coronapandemie ordnungsgemäss behandelt werden könnten, sagt Gemeindepräsident Rolf Züllig. Der Versammlungsort, das Mehrzweckgebäude Chuchitobel in Wildhaus, lässt eine lockere Bestuhlung zu, sodass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Zudem herrscht an der Versammlung Maskenpflicht.

Weniger Geld aus dem Finanzausgleich

Der Voranschlag für das Jahr 2021 bietet keine Überraschungen. «Wir rechnen mit einem Aufwandüberschuss von rund 800'000 Franken», sagt Rolf Züllig. Das führt er auf zwei Gründe zurück.

Zum einen rechnet die Gemeinde mit einem Minus bei den Steuererträgen. Zum anderen bekommt Wildhaus-Alt St. Johann weniger Geld aus dem Finanzausgleich. «Das ist eine Folge der vergangenen finanziell guten Jahre», erklärt der Gemeindepräsident. Sorgen bereitet ihm das prognostizierte Minus nicht.

«In der Reserve liegt genug, um ein solches Jahr zu verkraften.

Zwei Kredite für total eine halbe Million

Bereits in der Investitionsrechnung eingestellt sind die beiden Gutachten, welche an der Bürgerversammlung zur Abstimmung stehen. Der Gemeinderat beantragt einen Kredit über 497'000 Franken für Massnahmen zur Schulwegsicherung in Alt St. Johann und Unterwasser.

Der Gemeinderat und der Schulrat haben zusammen mit einem Verkehrsplaner, der Verkehrstechnik der Kantonspolizei und der Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU die Situation rund um die Schulhäuser in den Dörfern analysiert. Dabei sei bestätigt worden, dass die Sicherheit an neuralgischen Punkten verbessert werden müsse, sagt Züllig.

30er-Zone auf der Dorfstrasse

In Alt St. Johann sei es sinnvoll, den Verkehr im Dorf zu beruhigen. Dies könnte mit einer 30er-Zone auf der Dorfstrasse, der Dörflistrasse und auf dem untersten Teil der Bergstrasse erreicht werden. Dafür würden einige bauliche Massnahmen wie beispielsweise Schwellen errichtet.

Eine Verbesserung der Sicherheit für die Schüler würde auch eine Treppe von der Dörflistrasse zum Schulareal bringen. «So müssten die Kinder nicht mehr auf der Bergstrasse hochlaufen, was vor allem im Winter bei Schnee und Eis risikoreich ist», erklärt der Gemeindepräsident.

Einfahrt wird verschoben

Eine Veränderung ist auch beim Einlenker von der Dorfstrasse in die Kantonsstrasse vorgesehen. Heute ist der Einfahrtswinkel zu gerade, die Autofahrer können die Passage befahren, ohne gross vom Gas gehen zu müssen. Angedacht ist, die Dorfstrasse neben dem ehemaligen Postgebäude durchzuleiten, sodass sie in einem rechten Winkel in die Kantonsstrasse mündet.

Die Parkplätze würden bestehen bleiben. Eine Temporeduktion sowie ein baulich angepasster Einlenker ist auch an der Dorfstrasse in Unterwasser vorgesehen. Das Konzept sieht zudem vor, die Fussgängerspur an einigen Punkten klarer von der Fahrbahn abzugrenzen. Damit könne die Sicherheit erhöht werden.

Ebenfalls Überlegungen zur Verkehrssituation in Wildhaus

An der Versammlung soll für die Umsetzung der Sicherheitsmassnahmen ein Kredit von 497'000 Franken eingeholt werden. Rolf Züllig betont, dass damit aber noch keine konkreten Pläne oder Massnahmen einhergehen. «Der Realisierung geht ein normales Bewilligungsverfahren voraus, in welchem die Anstösser auch ein Einspracherecht bekommen», erklärt er.

Die Verantwortlichen hätten sich ebenfalls schon Gedanken zu einer Verbesserung der Situation in Wildhaus gemacht. Es sei aber noch zu früh, um für eine Umsetzung einen Kredit zu beantragen.

Parkplätze müssen dem Klanghaus weichen

In einem zweiten Gutachten geht es um die Erteilung eines Kredits in der Höhe von 300'000 Franken für neue Parkplätze in der Schwendi. Mit dem Bau des Klanghauses würden die bestehenden Parkplätze wegfallen, erklärt Rolf Züllig.

Die heutigen Parkplätze beim Schwendisee und beim ehemaligen Hotel Seegüetli werden wegen des Klanghauses verschwinden.

Die heutigen Parkplätze beim Schwendisee und beim ehemaligen Hotel Seegüetli werden wegen des Klanghauses verschwinden.

(Bild: Sabine Camedda)

Diese müssen ersetzt werden. Es handelt sich dabei um rund 25 Parkplätze, welche die Gemeinde den Besuchern des Schwendisees und Wanderern zur Verfügung stellt.

Diese seien nicht als Parkplätze für das Klanghaus gedacht, betont Rolf Züllig. Im Gutachten sind die Parkplätze als Fortsetzung des Parkplatzes des Restaurant Gade vorgesehen.

«Wir werden das Projekt sicher auf das Bauprogramm des Kantons
St. Gallen für den Bau der Ersatzstrasse abstimmen. Ebenfalls koordinieren wir unser Projekt mit alternativen Ideen bezüglich der Parkierung im Rahmen des Projekts Klangcampus.»

Trotzdem sei es jetzt der richtige Zeitpunkt, um den Kredit einzuholen. So könne man ein Projekt zeitnah umsetzen, wenn es anstehe, betont Rolf Züllig.