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Mit Weitsicht vom Speergipfel in alle Himmelsrichtungen

Auf dem Gipfel des Speer gibt es eine neue Attraktion: Ein Fernrohr, in welchem das Gipfelpanorama zu sehen ist. Freiwillige haben auch neue Bänkli installiert.
Christiana Sutter
Die Vertreter der Gemeinden stossen mit dem Initiator an: (von links) Jürg Schaufelberger, Projektleitung, Herbert Küng, Gemeindepräsident Schänis, Andreas Bühler, Gemeinderat Weesen, Markus Vogt, Gemeindepräsident Amden, Marlies Rohner, Ebnat-Kappel, Kilian Looser, Gemeindepräsident Nesslau, Trudi Rutz, Gemeinderätin Nesslau. (Bild: PD)

Die Vertreter der Gemeinden stossen mit dem Initiator an: (von links) Jürg Schaufelberger, Projektleitung, Herbert Küng, Gemeindepräsident Schänis, Andreas Bühler, Gemeinderat Weesen, Markus Vogt, Gemeindepräsident Amden, Marlies Rohner, Ebnat-Kappel, Kilian Looser, Gemeindepräsident Nesslau, Trudi Rutz, Gemeinderätin Nesslau. (Bild: PD)

Jürg Schaufelberger aus Weesen hatte 2018 eine Idee – ein Fernrohr auf dem Speer zu installieren. Mit einer Sternwanderung aus den beteiligten Gemeinden Nesslau, Ebnat-Kappel, Amden, Weesen und Schänis sind am Samstag trotz garstigem Wetter 25 Personen zur Einweihung auf den Speer gewandert.

Als Geschenk erhielten alle Gipfelstürmer ein Necessaire der Schweizer Wanderwege in Form einer gelben Rhombe sowie Biberli und Apfelsaft. Der Gemeindepräsident aus Schänis überraschte die Wanderer mit Rotwein und einem «Plättli». Auf dem Rückweg standen einige Steinböcke Spalier und die Alpwirtschaft Oberchäsere offerierte den Wanderern einen Granaten-Schnaps.

Ein spezielles Fernrohr

Das Toggenburger Tagblatt hat Jürg Schaufelberger, den Initiator des neuen Fernrohrs zu seinen Beweggründen befragt.

Der Speer ist ein oft begangener Berg. Seit ein paar Wochen gibt es eine Attraktion auf dem Gipfel, ein Fernrohr. Wie ist es dazu gekommen?

Jürg Schaufelberger (Bild: Christiana Sutter)

Jürg Schaufelberger (Bild: Christiana Sutter)

Jürg Schaufelberger: Ein Auslöser war, dass der Geoweg Amden – Weesen – Schänis rückgebaut wurde. Dieser Weg war sehr verworren. Auf dem Speer waren Panoramatafeln aufgestellt, die waren sehr verwittert und auf den Tafeln wurden nur sehr wenige Berge aufgezeigt, teilweise sogar falsch. Die Berge waren auch nur schemenhaft erkennbar. Die Verantwortlichen aus Schänis haben dann die Tafel vom Gipfel heruntergenommen. Mein Gedanke war, dass man in diesem Fall neue Tafeln aufstellt. Bei Besuchen in anderen Berggebieten habe ich das Panoramafernrohr entdeckt. Ich dachte sofort, dass ein solches Fernrohr auf dem Speer eine Attraktion wäre.

Was ist das Spezielle an diesem Fernrohr?

Das Spezielle ist, dass die Berge angeschrieben sind. Ins Sichtfeld werden die Berge eingeblendet. Eine clevere Technik erlaubt, dass die Namen der Berge ins Sichtfeld gespiegelt werden. Ich habe dann die Vorlage für die Beschriftung gemacht. Das ganze Fernrohr ist sehr stabil und wartungsarm.

Wer durch das Fernrohr blickt, erkennt die Namen der Gipfel. (Bild: PD)

Wer durch das Fernrohr blickt, erkennt die Namen der Gipfel. (Bild: PD)

Wie wird dieses Projekt finanziert?

Ich habe die vier Gemeinden Nesslau, Ebnat-Kappel, Schänis und Amden angefragt, die auf dem Gipfel zusammen treffen. Innert kürzester Zeit haben sie mir die finanzielle Unterstützung zugesagt. Auch die Gemeinde Weesen hat einen solidarischen Beitrag zugesichert. Das ganze Projekt ist mit 24000 Franken budgetiert.

Verschiedene Tourismusregionen erscheinen mit neuen Tafeln auf dem Gipfel. Wie ist es dazu gekommen?

Mein Kontakt zum Tourismusverantwortlichen Thomas Esposito aus Amden ist sehr gut. Ich habe ihm die Idee der Tafeln unterbreitet. Er nahm Kontakt mit Toggenburg Tourismus, Glarnerland, Rapperswil-Zürichsee und dem Heidiland auf. Sehr schnell hatte er von drei Regionen eine Zusage, ausser dem Heidiland. Denn Amden ist doch etwas weit weg vom Heidiland. Somit stellt Amden-Weesen die vierte Tafel. Jede Tourismusregion konnte die Fläche selber gestalten. Sie bezahlen einen einmaligen fixen Beitrag für die Werbefläche.

Das Toggenburg präsentiert sich auf einer der Tafeln. (Bild: PD)

Das Toggenburg präsentiert sich auf einer der Tafeln. (Bild: PD)

Nebst dem Fernrohr gibt es neue Bänkli auf dem Gipfel.

Ich dachte mir, dass wenn man schon etwas Neues macht, sollte man auch die Bänkli erneuern, denn die alten sind in die Jahre gekommen. Jetzt haben wir Kastanienholz verwendet, das ist sehr robust. Eine Eigenheit der alten Bänkli war, dass die Sitzfläche sehr hoch war, die Beine haben nicht mal den Boden berührt.

Wer hat bei der Instandstellung geholfen?

Ich habe einen Whatsapp-Chat für Helfer, die mich jeweils beim Bau der Wanderwege unterstützen. Spontan haben sich sechs Personen aus der Umgebung gemeldet.

Die freiwilligen Helfer beim Bau auf dem Speergipfel. (Bild: PD)

Die freiwilligen Helfer beim Bau auf dem Speergipfel. (Bild: PD)

Wie viel Material war es und wie wurde es auf den Gipfel transportiert?

Es waren 100 Kilogramm Metall, 80 Kilogramm Holz, diverses Werkzeuge und Maschinen, Verbrauchsmaterial und 800 Kilogramm Netstalerkies. Dieses benötigten wir, damit wir die Fläche für die Rahmen der Tafeln gerade machen konnten und für die Sicherheit. Denn es gab einige Löcher, über die man stolpern konnte. Das alles wurde mit dem Helikopter hoch geflogen, auch das Fernrohr. Ausser der Optik, diese habe ich hochgetragen. Am Mittwoch letzter Woche haben wir zu zweit noch die Tourismustafeln hochgetragen und befestigt.

Wie oft waren Sie für dieses Projekt auf dem Speer?

Insgesamt 20 Mal, nur schon für die Fotos, die für die Tourismustafeln notwendig waren. Letztes Jahr zwölf Mal. Denn das Licht oder die Weitsicht war einfach nie perfekt oder es hatte noch Schneeflecken auf den Bergen. Dieses Jahr waren es acht Mal, das ich versucht habe, die Berge ins perfekte Licht zu bringen. Langsam wurde die Zeit knapp. Erst am 4. September ist es mir gelungen, die Fotos zu machen. An diesem Tag hat man über 100 Kilometer weit gesehen.

Jürg Schaufelberger war mehrere Male auf dem Speer und trug Material hoch. (Bild: PD)

Jürg Schaufelberger war mehrere Male auf dem Speer und trug Material hoch. (Bild: PD)

Wie charakterisieren Sie den Speer?

Für mich ist es ein genialer Berg. Mit 1950 Metern, nicht sehr hoch, jedoch exponiert und rau. Die Aussicht ist spektakulär. Der Speer bildet den Abschluss der Nagelfluhkette der Voralpen. Dann ist es ein schöner aber anspruchsvoller Wanderberg. Er ist nicht hochalpin, aber mit dem Kletterweg auf der Nordseite (weiss-blau-weiss), gibt es sogar einige Kletterstellen.

Der Speer – ein Berg aus Herrgottsbeton

Auf dem Speergipfel (1950 Meter) treffen vier Gemeindegrenzen aufeinander: Nesslau, Ebnat-Kappel, Amden und Schänis. Seine markante Form ist weitherum sichtbar. In mehreren Gemeinden gibt es eine Speerstrasse.

Der Speer ist der höchste Nagelfluh Berg Europas und ist ein Gemisch aus grobkörnigem Sedimentgestein, das mindestens aus 50 Prozent Kies oder Geröll besteht, das Bindemittel ist mehrheitlich Kalziumkarbonat. Nagelfluh wird gerne auch als Herrgottsbeton bezeichnet. (csu/pd)

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