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Bazenheider Schulklasse schreibt ihren eigenen Roman

In drei Monaten zum Roman, das war das Ziel einer Bazenheider Oberstufenklasse. Als Begleiter konnte die Schulleitung den Schriftsteller Peter Weber gewinnen – oder eher anders rum.
Sascha Erni
Die Schulklasse von Verena Schönenberger (links) schrieb, angeregt von Schulleiter Manuel Rehmann (rechts), mit Peter Weber (2. von rechts) einen Roman. (Bild: Sascha Erni)

Die Schulklasse von Verena Schönenberger (links) schrieb, angeregt von Schulleiter Manuel Rehmann (rechts), mit Peter Weber (2. von rechts) einen Roman. (Bild: Sascha Erni)

«Pech im Spiel, Glück in der Liebe, sagte ein Mann hinter ihnen. Wer war das denn wohl?» Peter Weber unterbricht seine Lesung. Die zwölf Jugendlichen, die Tische mit Notizen und Büchern bepackt, erarbeiten an diesem Schultag den Schluss ihres Schulhausromans. Wenn der letzte Punkt gesetzt ist, werden sie seit März gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Verena Schönenberger und dem Autoren Peter Weber ein literarisches Werk geschaffen haben.

«Die Oberstufe Bazenheid hat schnell reagiert, als die Anfrage kam, ob wir beim Schulhausroman-Projekt des Jungen Literaturlabors JULL mitmachen wollen», erzählt Verena Schönenberger. Bei den Schulhausromanen begleiten etablierte Autorinnen und Autoren Klassen mit dem Ziel, von Konzept bis Manuskript eine Erzählung zu erstellen.

Auf Bazenheid kam das JULL durch einen dieser begleitenden Autoren, Peter Weber. Der Schriftsteller («Der Wettermacher») hat Toggenburger Wurzeln und kennt die Gegend gut. Weber erklärt, dass das JULL seit mehreren Jahren viele solche Projekte durchgeführt habe. Jetzt wolle man es in der Ostschweiz probieren, neben Bazenheid machen auch Arbon und Herisau mit.

Webers Wahl fiel auch wegen Eduard Spelterini auf Bazenheid. Der Schweizer Luftfahrtpionier wurde 1852 im Ort geboren, vieles erinnert noch immer an ihn – nicht zuletzt die «Spelti», eine Überbauung, in der viele der Realschüler wohnen. Die Jugendlichen hatten im Unterricht gerade Jules Vernes «In 80 Tagen um die Welt» ausgelesen. Also kam Peter Weber auf die Idee: Was, wenn Spelterini noch lebte und eine junge Frau und einen jungen Mann – aus Bazenheid – anregen würde, die Welt in acht Tagen zu umkreisen?

Fächerübergreifender Unterricht

Solche direkten Bezüge zum eigenen Umfeld seien wichtig, um Jugendliche ans Schreiben heranzuführen, erklärt Weber. Denn Schriftsteller würden immer auch den eigenen Erfahrungsschatz verarbeiten. Der Schulhausroman startet entsprechend in Bazenheid und macht dann in denjenigen Ländern halt, die die Jugendlichen selbst gut kennen. Erst später geht es in ferne Gefilde.

Mit diesem Ansatz falle es ihnen leichter, in einen Schreibfluss zu kommen. «Ausserdem konnten wir den Lokalhistoriker Sepp Moser dafür gewinnen, meinen Schülerinnen und Schülern Spelterini näher zu bringen», sagt Verena Schönenberger. Auch Exkursionen standen auf dem Programm. Es handle sich also nicht lediglich um Deutschunterricht, das kreative Schreiben würde die Jugendlichen fächerübergreifend weiterbringen.

Mehrsprachigkeit als Gewinn

An diesem Schultag sind die jungen Schriftsteller mit Enthusiasmus bei der Sache. Sie erarbeiten in Kleingruppen Erzählstrukturen, diskutieren angeregt das Verhalten der verschiedenen Figuren. Die Mehrsprachigkeit der Jugendlichen – fünf Sprachen werden aktiv gesprochen – habe sich durchaus als Vorteil herausgestellt, sagt Peter Weber. Besonders die Dialoge hätten davon profitiert.

Mit dem Abschluss des Manuskripts ist das Projekt aber noch nicht zu Ende. Nach den Schulferien findet eine kleine Lesetour statt: Die jungen Autorinnen und Autoren werden an den drei Stützpunkten Bazenheid, Arbon und Herisau sowie bei JULL in Zürich ihre Geschichten vortragen.

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