Wahlkampfauftakt der FDP Toggenburg: Mit Feuer Licht ins Dunkel bringen

Die FDP Toggenburg organisierte beim Baumwipfelpfad einen Fackelumzug. Denn Feuer sei Herzblut.

Sascha Erni
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Mit einem Fackelumzug beim Baumwipfelpfad Neckertal startete die FDP Toggenburg ins neue Jahr und ins Wahljahr.

Mit einem Fackelumzug beim Baumwipfelpfad Neckertal startete die FDP Toggenburg ins neue Jahr und ins Wahljahr.

Bild: Sascha Erni

«Bitte nichts anzünden!», scherzte Fritz Rutz am Montagabend. Zuvor hatte er zwanzig Fackeln unter den gut fünfzig Anwesenden verteilt. Die Fackelträger spazierten durch den nächtlichen Wald beim Baumwipfelpfad in Mogelsberg, während die Gäste des Wahl-Kick-offs der FDP Toggenburg von den Plattformen herunterblickten.

Feuer würde Herzblut bedeuten, erläuterte alt Kantonsrat Fritz Rutz seine Idee. Und die FDP Toggenburg wolle im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkel bringen. Dazu hatte die Partei neben den Kandidatinnen und Kandidaten für die Kantonsratswahlen vom 8. März auch Regierungsratskandidat Beat Tinner eingeladen. Im Zentrum standen an diesem Abend auch die Behördenmitglieder, unter denen die FDP im Toggenburg stark vertreten ist.

Blick auf die Kommunalbehörden

«Die FDP ist die erste Partei der Schweiz, und auch Nummer eins im Toggenburg», eröffnete Regionalpräsident Simon Seelhofer den offiziellen Teil des Abends. Dreissig Prozent aller Behördenmitglieder seien in der FDP, mit gleich vier Gemeinde- und sechs Schulratspräsidien sei sie die am stärksten vertretene Partei in den Toggenburger Behörden. «Deshalb haben wir diesen Kick-off den lokalen Behördenmitgliedern gewidmet», so Seelhofer. Auch in anderen Zahlen stehe die FDP gut da. So hätte sie etwa einen tollen Frauenanteil – «ohne Quote», wie er ergänzte. Zwar sei man noch nicht bei fünfzig Prozent angelangt, stünde damit aber trotzdem deutlich vor der CVP und der SVP. Verglichen mit der SP sähe es gut aus: Die FDP führe für die Wahlen im März am meisten Frauen auf der Hauptliste sämtlicher Parteien.

Verschiedene, feurige Metapher

Nicht ganz auf fünfzig Prozent Frauenanteil kam dann das Podium mit den FDP-Gemeindepräsidenten. Vreni Wild, Gemeindepräsidentin Neckertal, und Imelda Stadler, Gemeindepräsidentin Lütisburg, trafen auf Roman Habrik, Gemeindepräsident Kirchberg, Kilian Looser, Gemeindepräsident Nesslau, und Ehrengast Beat Tinner aus Wartau.

Moderiert von Flurin Schmid diskutierte die Gruppe über die Herausforderungen und die Chancen der FDP aus Gemeindesicht. Schmid orientierte sich mit seinen Fragen am Motto des Wahl-Kick-offs und bediente sich verschiedener feuriger Metaphern. Wann wird es hitzig in den Behörden? Welches Brandgut treibt die FDP an? Und wie löscht man die Flammen, wenn es zum Streit kommt?

Die Gesprächsteilnehmenden reagierten gewitzt, aber ernsthaft auf die Fragen und spielten sich bei Themen wie Gemeindefusionen oder Digitalisierung gegenseitig die Bälle zu. In einem Punkt waren sich alle einig: Die FDP sei durch ihre sachpolitischen Ansätze nicht nur in behördlicher Hinsicht gut positioniert.

Mehrheitlich Pragmatik statt Theorie

«Sachpolitik» war an diesem Abend ein oft gehörtes Schlagwort, das auch Regierungsratskandidaten Beat Tinner in seiner Präsentation beschäftigte. Er versuche, sehr breit zu politisieren, ideologische Konflikte brächten niemandem etwas. So setze er sich zum Beispiel für ein gutes ÖV-Angebot ein, denn das sei heute ein Standortvorteil. Aber man dürfe dabei auch nötige Umfahrungen und Strassenbauten nicht vergessen. «Es bringt nichts, Individualverkehr und öffentlichen Verkehr gegeneinander auszuspielen», erklärte er.

Zum Schluss des Abends durften sich die anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten für den Kantonsrat in jeweils einer Minute vorstellen. Es erstaunte nicht, dass auch in diesen Kurz-Statements mehrheitlich Pragmatik statt Theorie zur Sprache kam.

Die Lichtensteigerin Regula Kündig meinte zum Beispiel beim Thema Umweltschutz «Machen statt Jammern!», während Ruben Schuler in seiner Redeminute feststellte, dass es im St.Galler Kantonsrat Leute brauche, die anpacken wollen. «Nicht nur lafere, auch lifere», sagte der Mosnanger.