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Das Erfolgsrezept des Thurshops ist die persönliche Beratung

Die christliche Buchhandlung Thurshop in Wattwil hat eine neue Verkaufsleiterin. Nach fünfeinhalb Jahren folgt Andrea Bleiker auf Andrea Ehrbar. Ein Glücksfall, denn nicht nur im Toggenburg hat es der stationäre Buchhandel schwer.
Sascha Erni
Im Wattwiler Thurshop wird das Buchsortiment mit Geschenken und Spielen ergänzt. (Bild: Sascha Erni)

Im Wattwiler Thurshop wird das Buchsortiment mit Geschenken und Spielen ergänzt. (Bild: Sascha Erni)

Der Buchladen an der Volkshausstrasse in Wattwil ist hell und gemütlich. Hier wirkt seit bald vier Wochen Andrea Bleiker aus Mosnang als Verkaufsleiterin. «Es war schon immer mein Traum, in einer christlichen Buchhandlung zu arbeiten», sagt Bleiker und führt durch das Geschäft. Neben Bibeln, Biografien, Romanen und Kinderbüchern finden sich auch Gesellschaftsspiele, DVD und Geschenkartikel. Bleiker erklärt:

«Wir wollen ein breites Angebot führen. Aber natürlich kommen die Kunden vor allem wegen der Bücher. Besonders, wer das Stöbern schätzt.»

Der «Thurshop» ist neben der Kostezer-Filiale die zweite Buchhandlung in Wattwil – und damit, je nach Zählung, einer von nur zwei Bücherläden im ganzen Toggenburg. Zwar können Interessierte auch anderswo Bücher beziehen, wie in Museen und Papeterien etwa. Aber Buchhandlungen mit breiterem Sortiment sind rar geworden, die Umsätze stagnieren seit Jahren. Angestellte zu bezahlen fällt vielen Unternehmen schwer. Der «Thurshop» hat hier eine besondere Lösung gefunden. Denn er gehört einem Verein.

Als Schriftstellerin im Buchhandel

Der Verein Thurshop besteht seit dem Jahr 2013 und hat nur einen Zweck – die Buchhandlung in Wattwil zu führen. Sieben ehrenamtliche Helferinnen unterstützen Andrea Bleiker bei der Arbeit. Sie selbst ist erst spät zum Verein gestossen. «Ich war Kundin und oft im Laden. Vorletztes Jahr hat mich Andrea Ehrbar gefragt, ob ich mitmachen wolle.» Bleiker klärte in der Familie ab, wie sich das zeitlich einrichten liesse, dann sagte sie zu. Nun, etwas mehr als ein Jahr später, hat Bleiker die Verkaufsleitung inne. «Ich habe das Medium Buch eben sehr gerne», sagt sie und schmunzelt. Andrea Bleiker ist immerhin auch Schriftstellerin, im März erscheint ihr drittes Jugendbuch.

Andrea Bleiker ist Verkaufsleiterin und Schriftstellern. (Bild: Sascha Erni)

Andrea Bleiker ist Verkaufsleiterin und Schriftstellern. (Bild: Sascha Erni)

Aber weshalb hat es der stationäre Buchhandel nicht nur im Toggenburg so schwer? Der Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) belegt in seinem aktuellen Marktreport zwar, dass der Gesamtumsatz die letzten Jahre stabil geblieben ist. Von 2017 auf 2018 ist er um nur knapp ein Prozent gesunken. Aber die meisten deutschsprachigen Bücher stammen weiterhin aus Deutschland. «Die Preisentwicklung der Bücher spiegelt fast eins zu eins den Zerfall des Euro-Kurses», sagt der Verband. Über die letzten zehn Jahre habe sich so für den Deutschschweizer Buchhandel ein Umsatzverlust von 26 Prozent kumuliert. Mit Sorge beobachtet der SBVV, dass die Verkaufszahlen gedruckter Bücher die letzten drei Jahre in Folge abgenommen haben. Hier seien Aktionen des Buchhandels nötig, heisst es.

«Wir können mit Amazon nicht konkurrenzieren»

Andrea Bleiker sieht den Online-Handel als einen Hauptgrund für die schwierige Lage des Buchmarkts. «Interessenten vergleichen im Internet die Preise. Und oft werden die Bücher dann portofrei geliefert.» Auch Manuela Placereani, Buchhändlerin bei Kostezer, sagt: «Wir können nicht mit Amazon konkurrieren.» Um gegen die Internet-Übermacht bestehen zu können, setzt Manuela Placereani auf ein sorgfältig ausgewähltes Sortiment mit vielen Trouvaillen, die in der Bücherflut eines Online-Shops untergehen würden. Ähnliches sagt auch Andrea Bleiker. «Wir haben im ‹Thurshop› nicht nur unterhaltende, sondern wertvolle, tiefgründige Literatur.» Und beide Buchhändlerinnen sind sich einig: Die persönliche Beratung wird wohl noch lange ein Vorteil gegenüber dem Online-Handel bleiben.

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