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Einsatzfahrzeuge in ganz Hemberg: Feuerwehren üben den Ernstfall mit allen Kräften

Der Ernstfall will geprobt sein. Damit dies unter reellen Bedingungen möglich ist, führen die Toggenburger Feuerwehren regelmässige Übungen durch. Die Feuerwehr Neckertal musste diesmal nach einem Alarm zu einem Brand in Hemberg ausrücken.
Urs M. Hemm
Rund 80 Angehörige der Feuerwehr sowie elf Fahrzeuge waren am Dienstagabend in Hemberg im Einsatz. (Bild: Urs M. Hemm)

Rund 80 Angehörige der Feuerwehr sowie elf Fahrzeuge waren am Dienstagabend in Hemberg im Einsatz. (Bild: Urs M. Hemm)

«Was ist passiert?», fragt ein kleiner Junge, der zufällig an der Szenerie vorbeikommt, ein wenig verängstigt. «Nichts», kommt die prompte Antwort.

«Es ist nur eine Übung.»

Dennoch: Wer am Dienstagabend um kurz nach 20 Uhr durch Hemberg kam, musste mit dem Schlimmsten rechnen. Die Scherbstrasse und deren nähere Umgebung waren bevölkert mit Angehörigen der Feuerwehr, zwei Hubretter waren aufgestellt, zwei Schlauchverlegungs- und zwei Tanklöschfahrzeuge, ein Rüstwagen sowie das Einsatzleiterfahrzeug und drei Mannschaftstransporter waren auf Platz.

Was von weitem wie ein Chaos wirkte, war aber eine strikt durchorganisierte Rettungs- und Löschübung für die Feuerwehrzüge des Oberen Neckertals, sprich Hemberg und Schönengrund. Unterstützt wurden sie dabei durch andere Feuerwehrzüge des Neckertals und durch den Hubretter der Feuerwehr Wattwil-Lichtensteig.

Priorität: Rettung von Menschenleben

Einsatzleiter Christoph Brunner, Chef Ausbildung, ist nach der Alarmierung als erster vor Ort und hat die Situation am vermeintlichen Brandplatz an der Scherbstrasse 2 und 4 rasch erkannt.

«Ein Mottbrand mit starker Rauchentwicklung ist im Erdgeschoss ausgebrochen. Den gilt es, zu löschen. Die Priorität liegt jedoch auf der Rettung der Menschen, die sich noch in den Gebäuden befinden.»

Unter diesen Voraussetzungen – das Brandobjekt liegt mitten im Dorfzentrum, es sind Holzgebäude und benachbarte Gebäude unmittelbar gefährdet – müssen automatisch alle verfügbaren Kräfte alarmiert werden. So ist es möglich Menschenleben zu retten und ein Übergreifen auf die benachbarten Gebäude zu verhindern.

Die Informationen zum betroffenen Gebäude und die Standorte aller Hydranten und der Löschwasserreserven sind auf Karten in einem Computerprogramm hinterlegt, das sich zurzeit im Aufbau befindet. «Für uns Einsatzleiter ist dieses Programm eine grosse Hilfe», sagt Christoph Brunner. Damit könnten wir uns bereits auf der Fahrt zum Brandort informieren, und dadurch wertvolle Zeit sparen.

Die Strategie in wenigen Minuten zurechtgelegt

Während die anderen alarmierten Feuerwehren nach nur wenigen Minuten eintreffen, hat sich Christoph Brunner bereits eine Strategie zurechtgelegt. Die Karte zeigt dem Einsatzleiter, wo sich die nächsten Hydranten für die Brandbekämpfung befinden. Um sicher genügend Löschwasser zu haben, muss er auf einen Löschwasserweiher zurückgreifen, der sich in rund einem Kilometer Entfernung befindet. Nach einem kurzen Befehl rückt ein Trupp Feuerwehrleute ab, um die nötigen Leitungen zu legen und die Wasserversorgung jederzeit zu gewährleisten.

Einsatzleiter Christoph Brunner (links) gibt, nachdem er sich einen Überblick über die Situation verschafft hatte, seine Befehle aus. (Bild: Urs M. Hemm)

Einsatzleiter Christoph Brunner (links) gibt, nachdem er sich einen Überblick über die Situation verschafft hatte, seine Befehle aus. (Bild: Urs M. Hemm)

Währenddessen sind andere Einsatzkräfte bereits dabei, ihre Atemschutzgeräte anzulegen. «Das muss routiniert und mit Bedacht gemacht werden», sagt Ueli Tanner, Kommandant der Feuerwehr Neckertal und Übungsbeobachter.

«Zwar sind die Menschen in den brennenden Häusern in höchster Gefahr. Aber die Feuerwehrleute müssen zuerst auf ihre eigene Sicherheit achten, bevor sie ins Brandobjekt vorrücken, um Leben zu retten.»

Mittlerweile ist die Scherbstrasse mit Einsatzfahrzeugen vollgestellt. Die Hubretter müssen für ihren Einsatz strategisch richtig zum Brandobjekt platziert werden, denn sind sie einmal in Position gebracht, können sie nicht mehr einfach so umparkiert werden. Erschwerend kommt bei dieser Übung hinzu, dass der normale Verkehr durchs Dorf gewährleistet sein muss – im Ernstfall jedoch würde das Dorf an allen Ein- und Ausfallstrassen komplett gesperrt.

Als die ersten Feuerwehrleute in die beiden Häuser vordringen, beginnt die Rettung über die Drehleitern der beiden Hubretter. Bald kann damit die erste Person über ein Fenster aus dem Gebäude gerettet werden. Sobald der Rettungskorb am Boden angekommen ist, wird die vermeintlich verletzte Person von Sanitätern in Empfang genommen und ins nahe gelegene Verletztennest gebracht.

Ein Figurant wird mit der grossen Drehleiter der Feuerwehr Wattwil-Lichtensteig aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht. (Bild: Urs M. Hemm)

Ein Figurant wird mit der grossen Drehleiter der Feuerwehr Wattwil-Lichtensteig aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht. (Bild: Urs M. Hemm)

Die Abläufe sind ruhig und koordiniert. Einsatzleiter Christoph Brunner behält jederzeit die Übersicht über das Geschehen, gibt klare und knappe Befehle, sodass keine Hektik aufkommt. Derweil läuft die Rettung der Personen über das Treppenhaus, über normale Leitern oder über die Drehleitern weiter. Der Mottbrand konnte gelöscht werden.

Selbstloser Einsatz − vorbildliche Leistung

Um Punkt 21 Uhr bricht Übungsleiter Ueli Tanner den Einsatz ab und nimmt die rund 80 Feuerwehrleute, Unteroffiziere und Offiziere zur Übungskritik zusammen. Der Kommandant lobt:

«Ziele dieser Übung waren, Wassertransport und Rettung zu trainieren. Ziele, die ihr erfüllt habt.»

Insbesondere auch die Leistung des Einsatzleiters Christoph Brunner, der die Lage jederzeit im Griff hatte. Dennoch gab es auch Kritikpunkte – dies sei aber Kritik auf hohem Niveau.

Unter den Beobachtern befanden sich auch Toni Hässig, Präsident der Feuerwehrkommission, sowie dessen Vize und Gemeindepräsident von Hemberg, Christian Gertsch. Dieser bedankte sich in einer kurzen Ansprache für den selbstlosen Einsatz und die vorbildliche Arbeit, welche die Feuerwehrleute an diesem Abend, aber auch an Ernsteinsätzen leisten würden.

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