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Micarna bekennt sich zum Lerchenfeld als Standort für Verarbeitungsbetrieb für Geflügel

Die Micarna wird ihren zweiten Verarbeitungsbetrieb für Geflügel in der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil errichten. Sie hat dafür Baurechtsverträge im Gebiet Lerchenfeld abgeschlossen. Das Baugesuch soll im ersten Halbjahr 2020 eingereicht werden.
Sabine Camedda
Die Micarna hat sich das Areal im Lerchenfeld neben dem alten Zeughaus im Baurecht gesichert. Sie will dort einen Verarbeitungsbetrieb für Geflügel erstellen. (Bild: Timon Kobelt)

Die Micarna hat sich das Areal im Lerchenfeld neben dem alten Zeughaus im Baurecht gesichert. Sie will dort einen Verarbeitungsbetrieb für Geflügel erstellen. (Bild: Timon Kobelt)

Seit längerem schon will die Micarna einen Verarbeitungsbetrieb für Geflügel in der Ostschweiz bauen. Mehrere Standorte wurden dafür evaluiert. Wie die Micarna in einer Medienmitteilung schreibt, sind die Würfel gefallen. «Mit dem Projekt ‹ATV Ost› wurde ein Verarbeitungsbetrieb in der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil im Toggenburg geprüft und als positives Teilprojekt bewertet», heisst es. Oder einfacher ausgedrückt: Der Verarbeitungsbetrieb für Geflügel wird in Bütschwil-Ganterschwil aufgebaut.

Vermehrte Zusammenarbeit mit Ostschweizern und Bündnern

Den Ausschlag für diesen Standort hätte vor allem die strategische Ausrichtung der Micarna gegeben, schreibt Mediensprecherin Deborah Rutz. «Wie bei anderen Gattungen möchte die Micarna auch beim Geflügel zukünftig an zwei unterschiedlichen Standorten schlachten und die Produkte regional verarbeiten.» Dabei setzt das Unternehmen klar auf eine Ost/West-Ausrichtung, sprich auf einen Schlachtbetrieb in der Ostschweiz und einen in der Westschweiz.

Dies habe insbesondere für die Tiere Vorteile, da die Transportwege von den Mastbetrieben zum Verarbeitungsbetrieb verringert werden können. «Des weiteren erlaubt ein Verarbeitungsbetrieb in der Ostschweiz, dass auch Landwirte aus dieser Region Teil der Wertschöpfungskette Geflügel bei der Micarna werden können und das Unternehmen im Gegenzug die Möglichkeit erhält, vermehrt regionales Geflügel aus der Ostschweiz und aus dem Bündnerland anzubieten», so Deborah Rutz.

Kurze Wege zum Wohl des Tieres

Die Micarna schreibt in ihrer Medienmitteilung, dass ein grosser Teil des in der Schweiz verzehrten Geflügelfleisches aus dem Ausland stamme. Die Nachfrage nach Schweizer Poulet hingegen steige. Um diese Lücke zu schliessen, plane die Micarna die Überarbeitung und einen Ausbau ihrer umfassenden Wertschöpfungskette Geflügel.

Alle Stationen vom Brüten bis zum Schlachten

Das Unternehmen halte alle Stationen von den Elterntieren über die Brüterei und die Mast bis hin zur Verarbeitung der Poulet-Produkte in den eigenen Händen. In den vergangenen Monaten ist im Wallis ein neuer Vorzeige-Elterntierpark entstanden. In Avenches hat das Unternehmen eine neue Brüterei in Betrieb genommen.

Im kommenden Jahr würden diese beiden Projekte vollumfänglich in die Wertschöpfungskette eingebunden, schreibt die Micarna in ihrer Medienmitteilung. Im Zusammenhang mit dieser Weiterentwicklung evaluierte die Micarna einen Standort für einen zweiten Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb nebst demjenigen im freiburgischen Courtepin. Die Ostschweiz sei dafür prädestiniert, sagte Micarna-Sprecher Roland Pfister vor rund zwei Jahren. Damit könnten die Transportwege kurz gehalten werden, was dem Tierwohl zugute komme.

Schweizer Poulet ist sehr gefragt

Die Micarna ist gemäss Angaben des Aviforums nach wie vor der grösste Verarbeiter von Poulet- und Geflügelfleisch in der Schweiz. Rund 37000 Tonnen verarbeite die Business Unit Geflügel der Micarna im Jahr. Das entspreche einem Umsatz von knapp 300 Millionen Franken, heisst es auf der Website des Unternehmens. Geflügel ist bei den Schweizern sehr beliebt. Es macht den grössten Prozentanteil der Fleischarten am gesamten Fleischkonsum der privaten Haushalte aus. Im vergangenen Jahr lag der Pro-Kopf-Konsum bei 11, 8 Kilogramm. (sas)

In der Medienmitteilung schreibt die Micarna von einem Betrieb, der auf einer Fläche von drei bis vier Hektaren entstehen soll. Darin sollen jährlich bis zu 10 Millionen Tiere geschlachtet und verarbeitet werden. Im Betrieb sollen rund 200 Arbeitsplätze entstehen.

Noch vor Jahresfrist sprach die Micarna von doppelt so vielen Arbeitsplätzen und von zweimal so viel Kapazität. «Jegliche Angaben waren auf die aktuelle Projektphase bezogen und es wurde stets betont, dass diese Zahlen als Richtwerte zu verstehen sind», schreibt Deborah Rutz dazu. Sie betont, dass solche Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu geniessen seien und sich im Laufe einer Konzeptausarbeitung bei einem solch komplexen Projekt mit zahlreichen involvierten Projektpartnern jederzeit Anpassungen ergeben könnten.

Für das Projekt «ATV Ost» sind die Evaluations- und die Überprüfungsphase erfolgreich durchgeführt worden. Ebenfalls sind mit den Landbesitzern die entsprechenden Baurechtsverträge abgeschlossen worden.

Prognosen zur Inbetriebnahme sind noch zu früh

Wie die Micarna in der Medienmitteilung schreibt, rechnet sie mit der Baueingabe im ersten Halbjahr 2020. Bis dahin werde ein detailliertes Projekt ausgearbeitet, ergänzt Deborah Rutz. Es sei aber heute noch zu früh, um einen Termin für die Inbetriebnahme zu sprechen, sagt sie. «Ein solches Projekt ist hoch komplex und steht durch die zahlreichen involvierten Parteien in gegenseitiger Abhängigkeit.»

Die Micarna habe bereits die Vorprojektphase in ihrer zeitlichen Planung angepasst und sich für die Standortevaluation genügend Zeit genommen. Obwohl diese Vorprojektphase mit dem Standortentscheid nun abgeschlossen sei, könne die Micarna nicht morgen mit einem konkreten Projekt zu bauen beginnen. Wenn das Baugesuch wie jetzt gedacht im ersten Halbjahr 2020 eingereicht werde, dürfte eine Inbetriebnahme frühstens 2022 zum Thema werden, sagt Deborah Rutz.

«Atelier Transformation Volaille»

Das Projekt des Geflügelverarbeitungsbetriebs in Bütschwil-Ganterschwil heisst bei der Micarna «Projekt ATV Ost». ATV ist die Abkürzung von «Atelier Transformation Volaille», und ist angelehnt an den bestehenden Betrieb in Courtepin. Dieser werde intern durch diese Abkürzung der Gattung zugeordnet, erklärt Deborah Rutz von der Micarna-Medienstelle. ATV bedeutet für den Betrieb in Bütschwil-Ganterschwil, dass theoretisch alle Stufen der Wertschöpfung vom Schlachtprozess über das Ausbeinen, das Zerlegen und die Herstellung pfannenfertiger Artikel bis zum Abpacken der Pouletprodukte abgedeckt werden können.

Welche detaillierten Prozessschritte schliesslich im Betrieb in Bütschwil-Ganterschwil ausgeführt werden, ist gemäss Deborah Rutz Teil des Detailprojekts, das nun ausgearbeitet werden muss. Bis der Verarbeitungsbetrieb im Toggenburg eröffnet wird, werden alle Pouletprodukte der Micarna in Courtepin hergestellt. (sas)

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