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U-17 Nationalspieler spielt sich von Wattwiler Grüenau auf englischen Rasen

Fabio Solimando spielt in der U18 beim FC St. Gallen, gehört der U17-Nationalmannschaft an und schwärmt trotz Ausscheiden in der Vorrunde von der Teilnahme an der U17-Europameisterschaft in England.
Beat Lanzendorfer
Hier hat alles begonnen: Fabio Solimando auf der Wattwiler Grüenau im Tenü des FC St. Gallen und mit dem Trikot der U17-Nationalmannschaft, das er sich in England übergestreift hat. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Hier hat alles begonnen: Fabio Solimando auf der Wattwiler Grüenau im Tenü des FC St. Gallen und mit dem Trikot der U17-Nationalmannschaft, das er sich in England übergestreift hat. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Der Tag eines angehenden Fussballprofis beginnt frühmorgens. Beim 16-jährigen Wattwiler Fabio Solimando um 5.45 Uhr. Dann ist bei ihm Tagwache. Eine Dreiviertelstunde später besteigt er den Zug Richtung Bürglen.

Dort absolviert er die Sportschule. Zurück in der Heimat ist er abends zwischen 20 und 20.30 Uhr. Seine Tage sind lang. Ihm gefällt dieses Leben, es bietet ihm die Bedingungen, seinen Traum vom Fussballprofi wahr werden zu lassen.

Begonnen hat Fabio Solimando als kleiner Knirps beim FC Wattwil Bunt, bei dem er unter seinem Vater Pino das Fussballer-ABC erlernte. Das Talent des Linksfusses – «ich kann aber auch mit rechts» – bleibt nicht verborgenen. Mit zehn wechselt er zum FC Wil und pendelt fortan während zweieinhalb Jahren zwischen dem Fürstenland und dem Toggenburg.

Der Traum von der Endspielteilnahme

«Mein Vater oder der Vater eines Kollegen, der ebenfalls in Wil spielte, haben uns zum Training gefahren», erzählt der Juniorennationalspieler. Im Juli 2014 kommt der nächste Schritt: Der Toggenburger vollzieht den Wechsel zum FC St. Gallen. Seine Karriere nimmt Fahrt auf, ist aber vor Rückschlägen nicht gefeit. Im April 2016 wird er zu drei Sichtungstrainings für die U15-Nationalmannschaft nach Frauenfeld aufgeboten, fällt bei den Talentscouts unter Cheftrainer Walter Iselin aber durch den Raster. Den Sprung ins A-Kader der U15-Nationalmannschaft schafft er trotzdem – über Umwege. «Dank guter Leistungen im B-Kader», wie er erklärt. Unvergesslich sein erstes Länderspiel mit der U15 bei einem Dreiländerturnier in Wales. «Leider haben wir gegen Belgien mit 0:2 verloren.» Nach der U15 – sein damaliger Trainer ist Massimo Lombardo, heutiger Assistent von Raphael Wicky in Basel – gelingt ihm der Sprung in die U17-Nationalmannschaft.

Was folgt, bezeichnet er als Ereignis, von dem er noch seinen Enkelkindern erzählen wird. «Erstmals seit vier Jahren konnte die U17 wieder an einem Endturnier teilnehmen. Wir schafften dies dank überstandener Qualifikation auf Malta und der folgenden Elite-Runde in Funchal auf Madeira.» Die Schweiz räumt unter anderem Belgien, Nordirland, Finnland und die Slowakei aus dem Weg. Das Endturnier verläuft unglücklich: Die Schweiz verliert zum Auftakt gegen Italien, schlägt Israel und benötigt danach einen Sieg mit zwei Toren Differenz gegen Gastgeber England. Es wird aber nur ein 1:0-Erfolg. «Es war hart, mit sechs Punkten aus drei Spielen die Heimreise antreten zu müssen.» Obwohl Solimando im Vorfeld Stammspieler war, kommt er in England nur gegen Israel zum Zug. «Trainer Stefan Marini hat mir die Situation erklärt, ich habe sie akzeptiert. Klar will ich immer spielen, von so einem kleinen Rückschlag lasse ich mich aber nicht vom Weg abbringen.» Vielmehr schwärmt er von den Bedingungen im Mutterland des Fussballs. «Die ersten beiden Spiele fanden in Birmingham im St. George’s Park statt. Es ist das Leistungszentrum der englischen Nationalmannschaft. Die Plätze waren in einem perfekten Zustand.» Für die dritte Begegnung geht es ins 130 Kilometer entfernte Rotherham. Dort besiegt die Schweiz am 10. Mai den Gastgeber vor 8'000 Zuschauern mit 1:0.

Niederlande holt den Titel

Wie wenig der Schweizer U17-Nationalmannschaft gefehlt hat, um einen Exploit zu schaffen, zeigt das Beispiel von Italien und England. Beide Gruppengegner der Eidgenossen erreichten das Halbfinale. Während sich Italien gegen Belgien mit 2:1 durchsetzte, war für England gegen die Niederlande Endstation (5:6 nach Elfmeterschiessen). Der Sieger behielt auch im Final die Nerven und feierte den Titel, wiederum im Elfmeterschiessen, durch ein 4:1 über Italien. (bl)

Lionel Messi und Juventus Turin

Zurück in der Schweiz wird Fabio Solimando im Sommer in Bürglen die Sportschule beenden und anschliessend in St. Gallen die «United School of Sports» besuchen. Die vierjährige Ausbildung bietet eine gute Verbindung von Leistungssport und Berufsbildung.

Danach ist für Fabio Solimando klar, wohin ihn der Weg führen soll: «Das Ziel ist Fussballprofi.» Mit Lionel Messi als Vorbild und Juventus Turin als Lieblingsverein ist es logisch, dass es irgendwann ins Ausland gehen soll. «Ich möchte mich aber zuerst in der Schweiz durchsetzen und den Sprung in die Super League schaffen.» Dieser Meinung sind auch Philipp und David Degen. Die beiden ehemaligen Basler Profis mit Auslanderfahrung (Philipp: Liverpool, Dortmund; David: Mönchengladbach) stehen ihm als Berater zur Seite. Die Bestätigung, dass er die Voraussetzungen zum Fussballprofi mitbringt, hat er im letzten Herbst vom schweizerischen Fussballverband erhalten. Als einer der drei besten Spieler seines Jahrgangs gehört er seither einem gezielten Förderprogramm an.

Wie es mit ihm nach dieser Spielzeit in der St. Galler U18 weitergeht, kann er noch nicht abschliessend sagen. «Im Juni ist ein Gespräch mit Sportchef Alain Sutter geplant, dann werde ich erfahren, was die Verantwortlichen mit mir vorhaben», erklärt Fabio Solimando abschliessend.

Es wird schwierig, die Playoffs zu erreichen

In der Meisterschaft bestreitet Fabio Solimando mit dem FC St. Gallen U18 am kommenden Wochenende das letzte Spiel der Guppenphase gegen den FC Zürich, der sich als Fünfter mit 38 Punkten die Play-off-Teilnahme bereits gesichert hat.

St. Gallen seinerseits (31 Zähler) kann nicht mehr aus eigener Kraft unter die besten Sechs vorstossen. Zum einen benötigt die Mannschaft einen Sieg, zum andern dürfen Servette (32) und Lausanne (31) nicht gewinnen.

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