Mehrere Abgänge im Kirchenstreit im untersten Toggenburg

In der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg rumort es seit längerer Zeit. Nun sollen gleich vier Mitarbeitende gehen. Dagegen gibt es Widerstand.

Ruben Schönenberger
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Da war die Welt noch in Ordnung. Jürgen Kaesler, Monika Oberholzer, Bischof Markus Büchel und Albin Rutz (von links) 2007 bei einer Firmung.

Da war die Welt noch in Ordnung. Jürgen Kaesler, Monika Oberholzer, Bischof Markus Büchel und Albin Rutz (von links) 2007 bei einer Firmung.

Bild: Beat Lanzendorfer

Kirchberg Bereits die Ausgangslage in der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg ist kompliziert. Trotz gemeinsamer Seelsorgeeinheit existieren drei Pfarreien mit jeweils eigenem Kirchenverwaltungsrat. Wie sich im November zeigte, unterscheidet sich auch die Sicht auf gewisse Vorgänge in den drei Ortschaften teilweise erheblich.

Differenzen im Pastoralteam und zwischen den Kirchenverwaltungsräten führten dazu, dass Pfarrer Albin Rutz, Seelsorgerin Katrin Blome und Religionspädagogin Monika Oberholzer im vergangenen Sommer ihre Demission einreichten. Sie beklagten dabei die schlechte Zusammenarbeit mit dem Kirchberger Seelsorger Jürgen Kaesler. Der Kirchberger Kirchenverwaltungsrat verteidigte ihn, er habe immer gute Arbeit geleistet.

Bistum entschied sich für Neuanfang

Wie im November bekannt wurde, nahm Bischof Markus Büchel die Demissionen nach mehreren Versuchen, die Probleme anderweitig zu lösen, an. Auch Kaesler werde die Seelsorgeeinheit verlassen, verkündete das Bistum und entschied sich damit für den kompletten Neuanfang.

Damit war die Sache aber nicht erledigt. In Bazenheid und Gähwil machten sich viele Kirchbürgerinnen und Kirchbürger für «ihre» Seelsorgenden stark. Die Einreichung der Demission sei bloss ein Hilfeschrei gewesen, Bischof Büchel solle doch bitte auf seinen Entscheid zurückkommen. Gar eine Petition wurde für den Verbleib der drei gestartet. 1600 Unterschriften kamen dabei zusammen. Die meisten Unterschriften (1100) wurden in Bazenheid gesammelt. Rund 90 Personen machten sich Anfang Dezember auf den Weg, um die Petition in St.Gallen zu überreichen.

Organisatorische Änderungen könnten sowieso erfolgen

Auch die Kirchenverwaltungsräte von Bazenheid und Gähwil äusserten ihren Unmut über die Entscheidung des Bistums. Das letzte Wort hat nun das Bistum. Ein Entscheid wird für den Anfang des Jahres erwartet.

Unabhängig davon könnte es in den drei Ortschaften aber zu organisatorischen Änderungen kommen. Der Kirchberger Pfarreirat forderte eine Anpassung der Strukturen, was auch der Kirchberger Kirchenverwaltungsrat kurz darauf unterstützte.