Mehr Sicherheit auf dem Velo auf spielerische Art antrainiert

MS Sports machte mit einem Bike-Camp Station in Wattwil: Kinder und Leiter hatten vier Tage lang viel Spass. Die jungen Biker lernten viel, was ihnen auch im Alltag nützt.

Sabine Camedda
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«S'Männli machen »mit dem Bike ist für die Kleinen schwierig, doch ihr Coach im Bike-Camp zeigte ihnen, wie es geht.

«S'Männli machen »mit dem Bike ist für die Kleinen schwierig, doch ihr Coach im Bike-Camp zeigte ihnen, wie es geht.

Bild: Sabine Camedda

Von Müdigkeit ist nichts zu sehen. Konzentriert pedalen die Kinder durch den Parcours auf dem Turnplatz des Schulhauses Grüenau in Wattwil. Besonders Mutige wagen einen Sprung über ein Hindernis, für andere lautet die Herausforderung, über eine schmale Latte zu fahren und dabei eine Hand vom Lenker zu nehmen. Wenn’s nicht klappt, spielt’s keine Rolle. Coach Michael Kramis motiviert für den nächsten Versuch.

Die Kinder einer anderen Gruppe haben derweil ihre Bikes auf dem Pausenplatz abgestellt. Sie machen Pause, trinken etwas, naschen Früchte und ein bisschen Schokolade. Auf die Frage, ob es ihnen denn gefalle, ist ein lautes «Jaaaaa» zu hören, untermalt von heftigem Kopfnicken. Müde sind auch sie nicht.

MS Sports

Sport verbindet. Davon ist Mario Sager überzeugt. Vor 14 Jahren rief er Fussballcamps ins Leben. Während mehrerer Tage können dort Kinder und Jugendliche zusammen mit ausgebildeten Coaches intensiv trainieren. Mit der Zeit vergrösserte sich die Angebotspalette um die Sportarten Tennis, Reiten, Tanzen, Schach und Biken. Dazu gibt es polysportive Camps sowie im Winter Snowcamps. MS Sports führt in diesem Jahr über 300 Sportcamps in der ganzen Schweiz durch, darunter 170 in den Sommerferien, an denen über 13'000 Kinder und Jugendliche teilnehmen. 
www.mssports.ch

Biken ist in der ganzen Schweiz beliebt

Die Kinder nahmen Anfang Woche am MS Sports-Bike-Camp in Wattwil teil. Vier Tage lang übten sie zusammen mit ihren Coaches. Es gehe aber nicht darum, in diesen vier Tagen die Kinder zu Bikern zu trimmen, sondern ihnen auf spielerische Art Sicherheit beim Velofahren zu vermitteln, sagt Michael Kramis.

Michael Kramis (rotes Shirt) zeigt den Kindern auf spielerische Art Tricks.

Michael Kramis (rotes Shirt) zeigt den Kindern auf spielerische Art Tricks.

Bild: Sabine Camedda

Er hat auf der Lenzerheide eine Bikeschule mitaufgebaut und ist der Leiter dieses Bike-Camps. Von 10 Uhr bis 16 Uhr sind die Kinder im Camp. Rund vier Stunden dauert das eigentliche Training, der Rest ist fürs Essen und für die Erholung vorgesehen. Wobei: «Jeweils nach dem Mittagessen lernen die Kinder etwas», sagt Michael Kramis. Zum Beispiel, wie sie ihr Velo pflegen sollen und wie sie einen Plattfuss flicken können.

An diesem Tag steht Mario Sager auf dem Pausenplatz. Der 35-jährige Luzerner ist der Gründer von MS Sports, die in der ganzen Schweiz Camps in verschiedenen Sportarten anbieten. «Die Nachfrage an den Bike-Camps ist in diesem Jahr in der ganzen Schweiz gross, es gibt überall Wartelisten», sagt er.

Fussball-Camp zusammen mit dem FC Kirchberg

Auch andere Sportarten sind beliebt. Es scheint, dass die Eltern in diesen Ferien Angebote wie die Camps von MS Sports gerne nutzen. «Unser Credo ist, dass jedes Kind in unsere Camps kommen kann», sagt Mario Sager.

Das heisst, dank Sponsoren können die Kosten tief gehalten werden und Kinder aus sozial benachteiligten Familien bekommen Rabatt bei den Teilnahmegebühren. Ausrüstung sei nicht zwingend erforderlich: «Wir können den Kindern auch Velos zur Verfügung stellen, aber die meisten haben ihre eigenen», erklärt Mario Sager.

In anderen Sportarten wie Fussball arbeitet MS Sports mit lokalen Vereinen zusammen. Ein Partnerclub ist der FC Kirchberg – dort finden in diesem Jahr Jugendcamps statt. In Wattwil sind die Veranstalter dankbar, dass sie die Infrastruktur von der Schulgemeinde nutzen dürfen.

«Der Leiter ist cool, wir wollen wieder kommen»

Derweil sind die Jüngsten wieder bereit für die nächste Runde auf dem Parcours. Schliesslich gilt es noch einiges zu üben, denn am letzten Tag zeigen sie ihren Eltern vor, was sie im Camp gelernt haben. Schanzenspringen zum Beispiel, oder steil abwärtsfahren.

Die Kinder sind sich einig: «Unser Leiter ist so cool, wir wollen wieder kommen.» Doch zuerst geht es für die meisten in die Ferien. Sie fahre mit ihrer Mutter am Bodensee Velo, erzählt ein Mädchen. «Und jetzt kann ich dem Mami dann Tricks zeigen.»