Die Schulanlage Risi in Wattwil soll tiefgreifend saniert werden

Der Schulrat der Schulgemeinde Wattwil-Krinau beantragt einen Kredit für die Sanierung der gesamten Schulanlage Risi. Die Arbeiten sollen vom Juli 2020 bis zum Februar 2021 ausgeführt werden.

Martin Knoepfel
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Die Betonelemente im Obergeschoss der Fassade des 1974 erstellten Trakts sollen entfernt und die Fassade soll neu aufgebaut werden. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Betonelemente im Obergeschoss der Fassade des 1974 erstellten Trakts sollen entfernt und die Fassade soll neu aufgebaut werden. (Bild: Martin Knoepfel)

Am 10. Februar stimmen die Stimmbürger der Schulgemeinde Wattwil-Krinau über einen Kreditantrag von 10,83 Millionen Franken ab. Das Geld ist für die Sanierung der Schulanlage Risi gedacht. Am Mittwochabend orientierten Schulratspräsident Norbert Stieger und Florian Schällibaum im Thurpark in Wattwil über die Vorlage. Rund 50 Personen waren gekommen.

Für Einrichtung eines Kindergartens in der Risi

Die Struktur aller Wattwiler Schulanlagen ermögliche es, flexibel auf sinkende oder steigende Schülerzahlen zu reagieren. Es sei auch aus Gründen der Fussgängersicherheit sinnvoll, einen Kindergarten in die Schulanlage Risi zu integrieren, sagte Norbert Stieger. Heute nimmt diese Primar-, Real- und Sekundarklassen auf.

Norbert Stieger. (Bild: PD)

Norbert Stieger. (Bild: PD)

In der Schulanlage Risi habe man immer den nötigen Unterhalt gemacht, versicherte der Schulratspräsident. Nach 44 Jahren sei die komplette Haustechnik im «Neubau», neu Trakt A genannt, reif für den Ersatz. Zum Beispiel seien Wasserleitungen rostig und an einigen Stellen undicht. Auch im von 1916 stammenden Trakt B wird die Haustechnik erneuert.

Wichtig sei heute für eine Schule auch eine Aula, sagte Norbert Stieger. Der Gymnastikraum soll künftig als Aula dienen und umgestaltet werden. Ersatz für den Sportraum wird es in der Sportanlage Rietwis geben.

Stieger: «Neubau wäre teurer»

Man habe die Möglichkeit eines Neubaus als Ersatz für den Trakt A geprüft. Ein Neubau sei nicht unter 21 Millionen Franken zu haben. Abgesehen davon sei das vorhandene Raumangebot auf diesem Areal mit den heutigen Vorschriften nicht mehr möglich.

Florian Schällibaum stellte die geplanten – wie er selber sagte, tief greifenden – Massnahmen im Detail vor. Beide Gebäude werden verstärkt, um die heutigen Vorschriften zur Erdbebensicherheit zu erfüllen. Auch der Brandschutz wird verbessert.

Erdbeben-Sicherheit und Brandschutz verbessern

Damit die ganze Schulanlage rollstuhlgängig wird, wird in jedem Trakt ein Lift erstellt. Im Trakt B werden einige Innenwände verschoben, um die Schul- und Gruppenräume sinnvoller anzuordnen. Die Gänge werden transparenter gestaltet.

Gang im Untergeschoss. An verschiedenen Orten ist der Boden der Gänge uneben, weil der Unterboden zerbröselt ist. (Bild: Martin Knoepfel)

Gang im Untergeschoss. An verschiedenen Orten ist der Boden der Gänge uneben, weil der Unterboden zerbröselt ist. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Fassadenelemente des Trakts A seien bei Erdbeben zu wenig stabil. Sie würden entfernt und die Fassaden mit neuen Elementen aufgebaut, sagte Florian Schällibaum. Die Stahlstützen der Fassaden müssten aus Brandschutzgründen eingepackt werden.

Ein Poller soll dafür sorgen, dass nur Berechtigte auf den Schulhausplatz fahren können. Zudem werden die Parkplätze neue angeordnet. Zwei Parkplätze gehen dadurch verloren. Norbert Stieger weist aber darauf hin, dass Besucher der Schulanlage am Abend die Parkplätze des Alterswohn- und Pflegeheims benutzen können. 

Kein Unterricht in der Risi in der Bauzeit 

Dem Bericht des Schulrats an die Stimmbürger ist zu entnehmen, dass der Grossteil des Kredits – 8,7 Millionen Franken – in die Gebäude investiert wird. Das Teure sei die Anpassung der Gebäude an die heutigen Normen, sagte dazu Norbert Stieger.

Übungszimmer für Bläser im Trakt B. (Bild: Martin Knoepfel)

Übungszimmer für Bläser im Trakt B. (Bild: Martin Knoepfel)

Bei einem Ja zum Kredit geht der Schulrat davon aus, die Baubewilligung noch dieses Jahr zu erhalten. Baustart wäre im Juli 2020. Im Februar 2021 soll die sanierte Anlage bezugsbereit sein. Während der Bauarbeiten müssen die Klassen aus der Risi andernorts zur Schule gehen.

Stieger: «Schicken keine Schüler nach Rapperswil»

Die Primarschüler werden in der Hochsteig - die Schulgemeinde Wattwil-Krinau besitzt dort noch ein Schulhaus - unterrichtet, die Realschüler eventuell in der Wis und die Sekundarschüler möglicherweise im Feuerwehrgebäude. Dieses besitzt im Obergeschoss Schulungsräume . «Wir werden die Schüler nicht nach Rapperswil schicken», sagt Norbert Stieger dazu im Scherz. 

Die ausser Betrieb gesetzten Ölbrenner wagte man nicht auszubauen, dies aus Angst um die Stabilität des von 1916 stammenden Traktes. (Bild: Martin Knoepfel)

Die ausser Betrieb gesetzten Ölbrenner wagte man nicht auszubauen, dies aus Angst um die Stabilität des von 1916 stammenden Traktes. (Bild: Martin Knoepfel)

Es werde bei den Turnhallen während rund sechs Monaten einen Engpass geben. Das räumte der Schulratspräsident auf eine Frage aus dem Publikum ein. Wenn die neue Sportanlage Rietwis in Betrieb genommen werde, wird es dort aber eine hervorragende Infrastruktur - auch für die Vereine - geben, versicherte er.

Sanierungen mit der Denkmalpflege besprochen

Kunstvoll gestaltetes Treppengeländer am Bau von 1916. (Bild: Martin Knoepfel)

Kunstvoll gestaltetes Treppengeländer am Bau von 1916. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Sanierungen seien mit der Denkmalpflege abgesprochen, antwortete Norbert Stieger auf eine entsprechende Frage. «Die 102-jährigen WC-Ringe aus Holz wollen wir aber nicht behalten.»

Verzierte und gegliederte Fassade am Trakt B. (Bild: Martin Knoepfel)

Verzierte und gegliederte Fassade am Trakt B. (Bild: Martin Knoepfel)

Der Trakt B («Altbau») wurde 1916 mit viel Liebe zum Detail erstellt. Das zeigte ein Besuch in der Schulanlage gestern Nachmittag. So wurden zum Beispiel Treppengeländer künstlerisch gestaltet. Auch Abschlüsse von Säulen wurden – mit Ornamenten – verziert. Rippen gliedern die Aussenfassaden. Früher plätscherte ein Brunnen im Parterre. Deckbalken tragen Verzierungen. Von der Wand grüssen halbplastische Figuren.

Die Treppe des Aufgangs zum Verbindungstrakt hat ebenfalls eine Reparatur nötig. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Treppe des Aufgangs zum Verbindungstrakt hat ebenfalls eine Reparatur nötig. (Bild: Martin Knoepfel)

Allerdings sieht man an einigen Wänden auch Feuchtigkeitsschäden. Letzteres gilt übrigens gleichermassen für den Trakt A.