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Mehr als dreimal um die Welt: Das Leben als Fahrer der Landi Bütschwil

In den 19 Jahren als Teilzeit-Chauffeur für die Landi legte Chläus Schönenberger über 130 000 Kilometer zurück.
Fränzi Göggel
Schlüsselübergabe bei der Landi an den jungen Nachfolger: Ivo Walder, Chläus Schönenberger und Andreas Isenring (von links). (Bild: Fränzi Göggel)

Schlüsselübergabe bei der Landi an den jungen Nachfolger: Ivo Walder, Chläus Schönenberger und Andreas Isenring (von links). (Bild: Fränzi Göggel)

Der Bütschwiler Bauer Niklaus «Chläus» Schönenberger, Vater von fünf Kindern mit eigenem Hof, half in jungen Jahren für die Landi, Bahnwagen zu entladen. Nur mit Hilfe eines Palet-Rollis lud er in der Bahnhofschüür Bütschwil Streusalz, Kochsalz und Viehsalz-Säcke ab, verfrachtete diese in einen Lieferwagen und fuhr das Material aus.

«Die schweren Kochsalzsäcke musste ich oft in den Keller der Käsereien tragen, meist war da nur eine schmale Treppe.»

Per 2. August 2001 unterschrieb Chläus Schönenberger bei der Landi in Bütschwil einen Arbeitsvertrag als Teilzeit-Chauffeur. Weiterhin in Handarbeit belud und entlud er den Iveco-Lieferwagen. Die 50 Kilo Säcke mit UFA-Futter, Dünger und Salz waren wohl kompakt, aber schwer und umständlich zum Heben. Trotzdem war ihm die körperlich strenge Arbeit lieber, als wenn er im Laden und an der Kasse helfen musste.

Im Frühling 2005 schaffte die Landi einen neuen, grösseren Lieferwagen derselben Marke an. Darin integriert war eine Hebebühne und ein kleiner Elektro Stapler, eine sogenannte Ameise. Um das 6,5 Tonnen schwere Fahrzeug fahren zu dürfen, benötigte Chläus Schönenberger die Lastwagenprüfung C1. Nebst der Büez bei der Landi und auf dem Hof büffelte er Theorie und Praxis. In kurzer Zeit bestand er die Prüfung und profitierte von der Arbeitserleichterung.

Vom eigenen Rad überholt

2007 fusionierten die Landi Mosnang und Bütschwil. Chläus Schönenberger bekam dadurch deutlich mehr zum Fahren. 2009 übernahm Andreas Isenring, Leiter der Landi Mosnang, die Gesamtleitung der Landi Bütschwil-Mosnang.

20 000 Liter Diesel verfuhr der Chauffeur in all den Jahren, hatte nie einen Unfall und kaum Fehllieferungen. «Einmal, da überholte mich ein Rad. Ich war unterwegs und nach dem Berghof, nahe Ganterschwil, da war plötzlich dieses Rad vor mir auf der Strasse. Es war der Zwilling vom Doppelrad meines Lieferwagens, das rasant ins Tobel verschwand. Die Radmuttern hatten sich gelöst und das zweite Rad war auch schon krumm. Erst am nächsten Tag fand ich den Ausreisser wieder», erzählt Chläus Schönenberger mit einem Augenzwinkern und bringt ein weiteres Müsterli aus seiner Landi-Laufbahn.

«Eines Tages half ich meinem Chef, einen Kühlschrank in sein Auto aufzuladen. In der Meinung, das Gerät sei ganz im Auto drin, schletzte ich den Kofferraumdeckel zu – die Heckscheibe zerbarst mit einem Knall.»

Engagiert kümmerte sich Chläus Schönenberger um den Landi Lieferwagen und hielt diesen stets gut in Schuss. Er war mit Freude und Elan an der Arbeit. Komplimente seitens der Kunden bekamen er und sein Chef oft zu hören. Auch in hektischen Zeiten behielt er einen kühlen Kopf. Viel Betrieb in der Landi, zu Hause auf dem Hof heuen, emden oder güllen und den Kühen schauen – stets richtete es Chläus Schönenberger ein, dass er nochmals eine Fuhre fahren konnte. Als Ausgleich singt er seit 35 Jahren im Jodelchörli Bütschwil die 2. Tenorstimme.

Lieber auf der Strasse als im Schulzimmer

Die ab 2014 vom Staat geforderten Weiterbildungen, die sogenannten Chauffeurzulassungsverordnung Kurse CZV, behagtem ihm überhaupt nicht. «Ich führte lieber Bestellungen aus, als im Schulzimmer meine Zeit zu vertrödeln», erzählt er. Als die Kurse erneut anstanden, kündigte der 64-Jährige seine Arbeitsstelle bei der Landi. «Mein Sohn Tobias übernahm nebst seinem Betrieb in Bazenheid meinen Bauernhof in Bütschwil. Jetzt bin ich daheim der Filialleiter», schwärmt Chläus Schönenberger.

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