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Nach Brand in Wattwiler Manor: Dach teilweise geöffnet

Am Tag nach dem Brand in einem benachbarten Bürogebäude öffnete der Manor in Wattwil mit einer kleinen Verspätung für die Kundschaft. Offen ist, ob die Gebäudeversicherung auf den Brandverursacher zurückgreift.
Martin Knoepfel

Video: Severin Frei

Die Nachricht hatte sich in Wattwil am Sonntagnachmittag trotz der Fussball-WM in Windeseile verbreitet. Auch auf Social-Media-Kanälen wurde sie mitsamt zahlreichen Fotos und Videos geteilt. Der «Manor» im Dorfzentrum brenne, lautete die Hiobsbotschaft. Passanten blieben am Sonntag beim Bahnhof-Kreisel und in der Ricken- oder in der Bahnhofstrasse stehen und schauten den Löscharbeiten zu. Andere genehmigten sich beim Kiosk einen Kaffee mit Action statt mit Pfiff.

Feuerwehr musste einen Teil des Hausdaches öffnen

Genau genommen brannte ein Bürogebäude neben dem Manor. Dichte Rauchschwaden stiegen aus dem Dach auf und zogen über Wattwil hin. Rauchgeschmack breitete sich aus. Immer wieder waren Zweiklanghörner zu hören. Auch die Autofahrer bekamen mit, dass etwas Besonderes los war, denn zeitweise mussten sie einen Umweg auf sich nehmen, weil die Bahnhofstrasse nahe beim Kreisel gesperrt war. Die Züge und die Postautos konnten den Bahnhof bedienen. Der Manor liegt nahe beim Bahnhof.

Das Dach des Bürogebäudes neben dem Manor musst teilweise geöffnet und später als Schutz mit Folien bedeckt werden. (Bild: Anina Rütsche)

Das Dach des Bürogebäudes neben dem Manor musst teilweise geöffnet und später als Schutz mit Folien bedeckt werden. (Bild: Anina Rütsche)

Einsatzkräfte aus verschiedenen Toggenburger Gemeinden, nicht nur aus Wattwil und Lichtensteig, waren aufgeboten worden. Die Feuerwehrleute mussten aufs Dach steigen und teilweise mit Kettensägen arbeiten. Dies war nötig für Löscharbeiten und um einen Teil des Dachs zu öffnen, um zu den Glutnestern zu gelangen. Am Abend wurde dann das Dach teilweise mit Folien abgedeckt. Der Brand forderte keine Verletzten oder Toten.

Dekomaterial und Ausverkaufsware betroffen

Von der Medienstelle von Manor war zu erfahren, dass das Geschäft gestern Morgen um zehn Uhr wieder für die Kunden geöffnet werden konnte. Man habe Abklärungen zum Wassereintritt und zu eventuellen Schäden an der Elektrizität vornehmen müssen. Das habe zu einer Verzögerung geführt. Das Gebäude selber ist nicht im Besitz von Manor. Die Warenhaus-Kette ist vielmehr in Wattwil Mieter.

Zur Höhe der Gebäudeschäden teilte Manor mit, dass diese noch abgeschätzt werde. «Der Schaden für Manor ist begrenzt, es ist ein Teil des Dekomaterials und von Ausverkaufsware betroffen. Der Standort Manor Wattwil ist nicht gefährdet», antwortete die Pressestelle auf eine entsprechende Frage des «Toggenburger Tagblatts».

Polizei beziffert Schaden auf über 100'000 Franken

Die Kantonspolizei hatte den Schaden, den der Brand verursacht hat, auf über 100'000 Franken beziffert. Die kantonale Gebäudeversicherung verwies auf dieses Communiqué, als das «Toggenburger Tagblatt» um eine Präzisierung der Summe bat. Im gleichen Communiqué schrieb die Kantonspolizei, dass ein Mann Gartenabfälle verbrannt hatte. Darauf habe das Feuer auf einen Baum und zuletzt auf das Bürogebäude des Manor übergegriffen.

Da es sich vorliegend um ein laufendes Strafverfahren handelt, könne die Gebäudeversicherung das weder bestätigen noch dementieren, hiess es am Montagnachmittag. Der verkohlte Baum wirkte wie eine surrealistische Skulptur. Auch ein Regress beziehungsweise Rückgriff auf den mutmasslichen Verursacher des Brandes könne weder bestätigt noch dementiert werden, hiess es weiter. «Die Gebäudeversicherung prüft in Brandfällen regelmässig, ob Regressansprüche gegenüber Dritten bestehen. Wie es sich vorliegend verhält, ist aufgrund des laufenden Strafverfahrens nicht bekannt», lautete die Antwort.

Schlimmster Brand 1947 in Stein

Der mit Abstand schlimmste Brand in den letzten Jahrzehnten im Toggenburg hatte sich 1947 in Stein ereignet, als ein Feuer rund drei Dutzend Häuser zerstörte und rund 90 Personen obdachlos wurden. 1967 gab es einen Schaden von rund zwei Millionen Franken bei einem Brand in der Blockfabrik in Lichtensteig. 1984 wurden im mittelalterlichen Zentrum von Lichtensteig fünf denkmalgeschützte Gebäude ein Raub der Flammen. Ebenfalls in Lichtensteig, auf dem «Goldenen Boden», brannte es 2009 in einem Wohnhaus. Diese Aufzählung ist nicht vollständig.

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