Mangelhafte Kommunikation: FDP Toggenburg äussert Kritik am Vorgehen bei der Weiterentwicklung der Spitalstrategie

Die Toggenburger Kreispartei der FDP will Fragen beantwortet haben, bevor sie den von der Regierung eingeschlagenen Weg unterstützen könne.

Ruben Schönenberger
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Die Frist für die Einreichung von Vernehmlassungsantworten zur Weiterentwicklung der Spitalstrategie läuft am Freitag ab.

Die Frist für die Einreichung von Vernehmlassungsantworten zur Weiterentwicklung der Spitalstrategie läuft am Freitag ab.

Symbolbild: Mareycke Frehner

Der bisherige Prozess der Weiterentwicklung der Spitalstrategie sei geprägt von mangelhafter Kommunikation und entsprechendem Misstrauen in der Bevölkerung. Zu diesem Fazit gelangt die FDP Toggenburg in ihrer Vernehmlassungsantwort zur Vorlage der Regierung des Kantons St.Gallen.

Mitte Oktober hatte diese dargelegt, wie sie die Spitalstrategie weiterentwickeln möchte. Kernelement ist die Schliessung von fünf Landspitälern, darunter auch das Spital Wattwil. Die FDP-Kreispartei anerkennt zwar einen dringenden Handlungsbedarf, doch sie schreibt: «Damit die FDP Toggenburg den eingeschlagenen Weg unterstützen kann, müssen diverse Fragen geklärt werden».

Partei stellt diverse Anträge

Im Papier sind dazu verschiedene Anträge festgehalten. So seien detaillierte Finanzkennzahlen auf konsolidierter Basis sowie Qualitätskennzahlen pro Standort offenzulegen, um eine korrekte Beurteilung der Situation zu ermöglichen. Weiter sei die Standortplanung überkantonal anzugehen, die Spitalplanung sei sehr kleinräumig gedacht.

Weiter befürchtet die FDP Toggenburg, dass auch in Wil auf die Investitionen verzichtet werde, die dort jetzt noch vorgesehen seien. Deshalb fordert sie für die Spitalregion Fürstenland-Toggenburg eine Vollkostenrechnung, welche drei Varianten enthält: ein Erhalt des Spitals Wattwil, des Spitals Wil oder beider Spitäler.

GNZ als untauglich bezeichnet

Kritik gibt es auch für die an den von der Schliessung betroffenen Standorten vorgesehenen Gesundheits- und Notfallzentren (GNZ). Diese seien untauglich. Zudem sei der Alternativvorschlag der Gemeinde Wattwil in die Lösungsfindung einzubeziehen. Sollte schliesslich doch ein GNZ eingerichtet werden, müsse der Ausbau der Rettungsdienste geprüft werden.

Schliesslich sei im Rahmen der Neuausrichtung der Strategie auch die Mehrfachrolle des Kantons zu diskutieren, der heute unter anderem als Leistungseinkäufer, Aufsichtsverantwortlicher und Tarifgenehmiger fungiere. Bis heute Freitag können Interessierte Stellungnahmen zu den Plänen der Regierung noch eingeben. Das Bürgerforum pro Regionalspital Wattwil hat das getan, weitere Parteien und Organisationen dürften noch folgen.

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