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Schon wieder Mängel festgestellt: Eine nächste Brücke bei Lütisburg muss für den Schwerverkehr gesperrt werden

Die Strassenverbindung zwischen Bazenheid und Unterrindal bei Lütisburg wird für schwere Lastwagen nicht mehr befahrbar sein. Denn die 70-jährige Brücke ist nicht stabil genug. Bereits letztes Jahr musste in der Nähe bei einer Brücke eine Sperre für den Schwerverkehr verhängt werden.

Simon Dudle
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Die Mühlaubrücke wird zu einer Verbotszone für den Schwerverkehr.

Die Mühlaubrücke wird zu einer Verbotszone für den Schwerverkehr.

Bild: Simon Dudle

Schon zum zweiten Mal innerhalb von etwas mehr als einem Jahr wird eine Brücke am Dorfrand von Lütisburg für den Schwerverkehr gesperrt – und das dauerhaft. Dieses Mal trifft es die im Jahr 1952 erbaute Mühlaubrücke, welche die Dörfer Bazenheid und Unterrindal und somit die Gemeinden Kirchberg und Lütisburg verbindet. Das Höchstgewicht wird von heute 40 Tonnen auf 18 Tonnen reduziert.

Doch was ist der Grund? Im Auftrag der beiden Gemeinden wurde die Brücke, welche über die Thur führt, auf ihre Statik hin überprüft. Dabei ist festgestellt worden, dass sie gemäss aktuellen Normen Mängel in der Tragsicherheit aufweist. Das lässt die Gemeinde im aktuellen Mitteilungsblatt verlauten. Selbst für eine Belastung von 26 Tonnen ist die Tragsicherheit nicht gegeben. Der Kirchberger Ratsschreiber Peter Minikus sagt gegenüber dieser Zeitung:

Peter Minikus, Ratsschreiber Kirchberg

Peter Minikus, Ratsschreiber Kirchberg

Bild: Beat Lanzendorfer
«Die heute geltende Norm wäre bereits beim Bau der Brücke nicht erfüllt gewesen.»

Zu ergänzen ist allerdings, dass die Normen in der Zwischenzeit sich geändert haben und 40-Tönner beim Bau der Brücke vor 70 Jahren noch kein Thema waren.

Eine neue Brücke soll her

Die beiden Gemeinderäte haben als Sofortmassnahme eine Gewichtsbeschränkung auf 18 Tonnen und einen Mindestabstand der Fahrzeuge von 50 Metern beantragt. Die Kantonspolizei hat die entsprechenden Verkehrsbeschränkungen verfügt. Diese kommen nun zur öffentlichen Auflage. Gibt es keine Rekurse, kommen die Tafeln, welche das Schwerverkehrsverbot anzeigen.

Das Problem ist damit aber nicht gelöst. Die beiden Gemeinderäte von Kirchberg und Lütisburg haben beschlossen, einen Neubau der Brücke weiterzuverfolgen.

Mängel beim Bau

Trotzdem ist davon auszugehen, dass in einem ersten Schritt Tafeln bei der Mühlaubrücke angebracht werden. Eben dies ist etwas weiter südlich schon vergangenes Jahr geschehen. Denn am anderen Ortsende von Lütisburg musste 2021 schon einmal eine Brücke für den Schwerverkehr gesperrt werden. Namentlich die Letzibrücke, welche Lütisburg mit Ganterschwil verbindet.

Ein Postauto geht grad noch: Die Letzibrücke ist letztes Jahr für den Schwerverkehr gesperrt worden.

Ein Postauto geht grad noch: Die Letzibrücke ist letztes Jahr für den Schwerverkehr gesperrt worden.

Bild: Simon Dudle

Auch jene Brücke ist vor rund 50 Jahren gebaut worden. Und auch bei ihr hatte ein Gutachten aufgedeckt, dass der Schwerverkehr ein Sicherheitsrisiko darstellen würde. Beim Bau war offensichtlich Grundlegendes vergessen gegangen. Armierungseisen waren nicht dort angebracht, wo sie ein Statiker erwartet. Im Gutachten wurde vermutet, dass die Mängel nicht auf Planungsfehler zurückgehen, sondern beim Bau entstanden sind. Auch bei der Letzibrücke wurde das maximal zulässige Gewicht auf 18 Tonnen reduziert und ein Mindestabstand von 50 Metern verfügt.