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Die Lust am Ausprobieren treibt ihn an

In seiner Freizeit stellt Philip Herrmann aus Wildhaus Spezialitäten wie Bitter, Absinth, Whisky, Gin und Essig her. Was in seinem Holzfässern reift, muss hohen Qualitätsansprüchen genügen, doch es soll ein Hobby bleiben.
Sabine Schmid
Philip Herrmann aromatisierte den Churfirsten Whisky drei Jahre lang in einem Weinfass, in dem zuvor Pinot Noir gereift war. (Bild: Sabine Schmid)

Philip Herrmann aromatisierte den Churfirsten Whisky drei Jahre lang in einem Weinfass, in dem zuvor Pinot Noir gereift war. (Bild: Sabine Schmid)

Angefangen hat alles mit dem Altmaa Bitter. Philip Herrmann entschlüsselte ein altes Rezept und stellten den Kräuterlikör wieder her. Das brachte Philip Herrmann auf den Geschmack, er wollte noch mehr ausprobieren. Von den Früchten eines Birnenbaums seines Onkels liess er einen Brand herstellen, den er im Holzfass reifen liess. Dann folgten ein Grappa und später Absinth.

«Ich konnte meine Produkte immer verkaufen, ohne richtig dafür zu werben. Ein Hinweis auf Facebook genügte und die Kunden wollten sie haben», erzählt der gelernte Koch, der nach wie vor in der Gastronomie arbeitet.

«Es war ein Risiko, da das alles viel kostet»

Vor etwa vier Jahren entstand die Idee, es mit Whisky zu probieren. Er kaufte 200 Liter Malzbrand und lagerte diese über drei Jahre in einem Holzfass. Vor kurzem hat Philip Herrmann diesen Churfirsten Whisky abgefüllt und in den Verkauf gebracht. Auch damit scheint er Erfolg zu haben. «Es war aber ein Risiko», gibt er zu, «denn alleine der Malzbrand kostete einiges».

Er fand innerhalb der Familie Geldgeber, die er am Gewinn partizipieren lässt. A propos Familie: Ohne diese Unterstützung könnte Philip Herrmann sein Hobby nicht so intensiv betreiben. Bei der Abfüllung braucht er helfende Hände, seine Mutter klebt Etiketten auf die Flaschen und sein Vater hilft beim Vertrieb mit.

Ein Hobby, das kein Ende nimmt

Philip Herrmann stellt klar, dass «diese Geschichte» ein Hobby bleiben soll. Auch wenn es diese Dimension manchmal zu übersteigen droht. Er brauche ein Grosshandelspatent und unterstehe dem Lebensmittelgesetz, sagt er. Von der ganzen Bürokratie ganz zu schweigen. Für ihn ist aber eines klar: «Die Qualität muss stimmen.» Er sei kein Brenner und überlasse die Herstellung des Rohstoffs den Spezialisten.

So erstaunt es nicht, dass Philip Herrmann mit verschiedenen Spezialisten zusammenarbeitet. «Wer guten Obstbrand herstellt, macht nicht zwingend den besten Getreidebrand, den ich als Grundstoff für meinen Whisky möchte», sagt er. Um sein Wissen zu erweitern, spricht Philip Herrmann oft mit anderen Menschen, die im Metier tätig sind. Die Neugier und die Lust am Ausprobieren treiben ihn immer weiter, so kam zum Bitter der Obstbrand, dann der Absinth und der Whisky und nun noch ein Gin.

Mit seinem Hobby werde er nicht reich, sagt Philip Herrmann. Nicht zuletzt, weil er das Geld, das er verdient, wieder investiert. Und da scheint er weder Kosten noch Zeit zu scheuen. Das Sauternes-Holzfass im Keller seines 300-jährigen Hauses, in dem gerade Malzbrand zu Whisky reift, hat er eigens in Deutschland gekauft und abgeholt. «Ich wollte mich selber überzeugen, welches Fass am besten riecht, da verlasse ich mich auf niemand anderen», sagt er.

Mehr regionale Produkte verkaufen

Philip Herrmann ist stolz, dass er ein regionales Produkt verkaufen kann, auch wenn er die Region ein bisschen über das Toggenburg hinweg definiert, denn einige der Grundbrände stammen aus dem Appenzellerland und aus dem Rheintal. Die Etiketten aber, die edel daher kommen und die Hochwertigkeit des Flascheninhalts widerspiegeln, hat er zusammen mit einer Toggenburger Druckerei produziert.

Philip Herrmann ist froh, dass er seine Produkte ins Sortiment von Toggenburger Geschäften bringen konnte. Auch in einigen Restaurants werden seine Erzeugnisse verkauft, aber, so findet er, könnten sie hier und dort noch besser angepriesen werden. «Ich bin überzeugt, dass die Gäste und Kunden ein einheimisches Produkt der Massenware vorziehen, wenn der Verkäufer davon begeistert ist und rüberbringt», sagt er. Diesbezüglich seien die Appenzeller den Toggenburgern eine Nasenlänge voraus. Doch auch er hat es mittlerweile geschafft, dass im Land des Alpenbitters auch sein Altmaa Bitter ausgeschenkt wird.

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